20.3. – 27.03.25

20.3. Eurotas River bei Elos

Trotz des Brandes gibt der Strand gibt so einiges her. Wir bleiben noch zwei Tage und finden besonders schöne Muscheln. 

Über Nacht  werden sie an den Strand gespült und dann von uns wie  Pilze abgesammelt. Sie sind sehr zerbrechlich. Wir freuen uns über jede unversehrte.

Selbst der leidige Abwasch hat was meditatives

bei Meeresrauschen und dieser Aussicht!

Aber das beste kommt noch – wir sehen Schildkröten bei der Paarung im Wasser! s. Bilder! Erst denken wir es ist ein Baumstamm, dann sehen wir ab und zu eine Flosse. Die Karettschildkröte kann 120 cm lang werden und bis 110 kg  wiegen! 

22.3. Kardamyli

Wir fahren Richtung  Kalamata zurück in den letzten Finger westlich der Peloponnes. An einigen Plätzen, wo wir bereits übernachtet haben, kommen wir wieder vorbei – Mudders Strand, am Schiffswrack, an der alten Geschützstation –  jetzt stehen hier 4 Womos, wo wir beim ersten Mal ganz allein waren.  

Es sind wieder mehr Womos unterwegs. Und dazu noch die leidigen Motorradgangs, die Kolonnen bilden, immer versuchen zusammenzubleiben und damit die Autofahrer ausbremsen. 

Wie rasant sich die Natur nach nur 4 Wochen verändert hat! Überall Blüten, die  Feigenbäume haben ausgeschlagen, bekommen Blätter und sogar schon kleine Früchte. 

Und bei Lidl im Regal ist schon Ostern!

An der Wasserstelle, wo wir auch schon einmal Wasser gezogen haben, gibt es ein freudiges Wiedersehen mit dem kleinen  Katzi  …

23./24.3. Kalamata

Die  dreitägige Taygetos Challange startet heute zum 15. Mal in Kardamyli. Vor genau 4 Wochen haben wir hier am Hafen vier Tage  neben der kleinen  Laufente am Hafen gestanden.  Nicht weit davon am Rande des Dorfes Kardamyli verbringen  wir mit drei weiteren Womos die letzte Nacht.

Die Sportler müssen 37 km mit 2100 Metern Höhenunterschied und ein Geschwindigkeitsrennen von 650 Metern bewältigen.

Der höchste Berg des Taygetos-Gebirges ist 2407 m hoch! 

Die Strecke des Taygeto, die wir auf Video sehen können, ist wahrscheinlich nur von Griechen laufbar, denn sie geht durch schmale Pfade und Dörfer und erfordert  Ortskenntnis, auch wenn die Strecke markiert ist. Als wir gestern ins Dorf eingefahren sind, wo sich die Läufer auf dem Marktplatz getroffen haben, dachten die wahrscheinlich die Konkurrenz ist da. Und dann noch von weit her – aus Berlin! Am nächsten Morgen machen sie sich vor  unserem Auto warm und sind bestimmt erleichtert, dass wir ganz gewöhnliche Wohnmobilfahrer sind.

Heute ist Waschtag. Weit und breit gibt es nur einen Waschsalon – in der Großstadt Kalamata. Der ist stark frequentiert, einmal von deutschen Touristen, weil alle dem Hinweis auf der Womoapp folgen und zum anderen von Soldaten, die hier stationiert sind und ihre Wäsche selbst waschen müssen. 

Aber nur bei uns kommen 3 Waschmaschinenfüllungen zusammen, weil wir immer bis zum äußersten sammeln. Mit 2×15 kg und 1x 10  kg incl. Waschmittel  + Trockner   macht das insgesamt 40 Euro. Dafür bekommen wir saubere, gut riechende wuschelwarme Wäsche, die wir nur noch zusammenlegen und wieder verstauen müssen.  

Unsere dreckigen Klamotten landen  allerdings zuerst  im Dryer. Irgendwie haben wir wohl das Schild verpasst und nur die 15 Kilo Fassungsvermögen der Trommel gesehen.  So war unsere Wäsche schon vor dem ersten Waschgang so trocken wie noch nie!

Bei drei Wäschen kommt man natürlich mit wenigstens einem  Deutschen ins Gespräch. Der ist seit 1 1/2 Jahren mit Wohnmobil und Segelschiff unterwegs ist. Die Kombi ist unklar, für uns gibt es nur entweder oder. Seit 4 Monaten steht er in Kalamata, denn „hier gibt es doch alles“. 

Die Wartezeit wird mit einem heißen oder kalten Getränk aus einem Pappbechern überbrückt.

Mit einem solchen Becher durch die Straßen zu laufen bedeutet wohl cool sein. Ob  alt 

ob jung, jeder rennt hier mit so einem Pappbecher rum. Die Becher sind allgegenwärtig und jeder trägt eine Botschaft

Wir können damit  zwar unser  Englisch aufbessern, aber dass die Becher am  Ende des Tages überall herumliegen, das finden wir nicht so cool. 

Neben der Marina von Kalamata gibt es einen separaten Strandabschnitt zur Nacht,  wo schon einige Womos gleich neben dem Meer stehen und gesellen uns dazu. Drei Meter neben dem Meer haben wir die Wellen lange nicht mehr so laut gehört und brauchen sogar Ohrstöpsel.  Schon morgens haben wir knapp 20 Grad und die Nächte sind fast genauso warm. 

Wir brauchen eine neuen Topper, so einen mit Schaumkern für mehr Schlafkomfort und fahren deshalb zu Jysk. Ist ein wenig wie nach Hause kommen. Alles hat seinen Platz, wie wir es von daheim kennen. Wir kaufen reduziert und suchen uns anschließend einen ruhigen Platz vor Pedalidi. 

Und dann kommt Harry.

An dem sind wir vorbeigefahren, haben registriert, dass er Berliner ist, gewunken wie es sich gehört unter Travellern und uns dann in die nächste Ecke außer Sichtweite verdrückt. Keine Zeit und Lust auf Kontaktcampen  – der Topper muss noch den  Womo-Maßen angepasst werden.  

Plötzlich steht  der Berliner wie aus dem Nichts  vor unserer Womotür! 

In der äußersten Ecke in  einer Sackgasse an einem versandeten Strandstück,  hat er uns dennoch aufgespürt. 

Wir sind noch voll im Stress mit dem neu erworbenen  Topper, da lädt er uns schon  für den Abend auf ein Glas Wein ein. 

Nein sagen? Wollen wir dafür auf die Englischstunde mit Max verzichten?

Aber die Neugier ist stärker. Wir wollen sein  Womo mal von innen sehen – ein Mercedes Vario, Allrad,  20 Jahre alt,  ein sogenanntes Weltreisemobil, wo man alles noch selbst reparieren kann. 

Harry ist  nett, das Womo im Innenraum großzügig und der Austausch über Ausstattung und Technik interessant – wenigstens für Hendrik angefangen von der Trenntoilette bis zu Musks Starlink Satellitenempfang. Es ist gemütlich viel Platz und der Wein schmeckt auch gut. 

Unsere Reisephilosophie, alles mal dem Zufall zu überlassen und den Aha-Effekt auszukosten, kommt bei Harry allerdings nicht an. Er ist erst seit zwei Wochen in Griechenland. Wenn seine Frau bald  für 10 Tage mit dem Flieger hinterherkommt, will er vorbereitet sein. Er markiert sich die schönsten Strände, die er über  Google finden kann – unsere Tipps werden gleich mit eingearbeitet. 

Harry kann so einiges nicht leiden z. B. Müll am Strand. Da räumt er erst mal selber auf. Aber nicht für die Umwelt, sondern damit seine Aussicht ungestört ist.

Er läßt seine Frau auch schon mal sterben, wenn er die Fragerei satt hat, warum  er allein reist. Die  Aufmerksamkeit und das Bedauern seiner Mitmenschen sind ihm danach sicher.  

Er ist auch der bessere Koch – der einzige wohl –  denn er muss sich ja allein versorgen, wenn die Frau nicht mit ist und er nicht essen geht. 

Wir haben zwei geklaute Apfelsinen als Gastgeschenk mitgebracht, was man lt. Wolfgang nicht darf.  

Er stellt keine Fragen, ist nicht neugierig, erzählt  viel über das Womo, aber wenig über sich. Er wird immer  nachdenklicher, obwohl wir zuerst den Eindruck hatten, dass er ganz entspannt ist. 

Da war das herzliche Gespräch mit dem  Iren von heute  Morgen viel erfrischender! Obwohl er  eine Verletzung an seiner Hand hat, ist er bestgelaunt und herzlich, hat gefragt und viel erzählt.  Und das beste – wir haben ihn verstanden und er uns auch – alles auf  Englisch! Wir machen Fortschritte!  Er braucht noch zwei Wochen, bis er wieder mit seinem Womo weiterfahren kann.  

Get well soon!

25./26./27.3 Petalidi

Auf dem neuen Topper haben wir wie Prinz und Prinzessin auf der Erbse geschlafen! Soooo gemütlich, man möchte  gar nicht mehr aus der Koje, sondern  nur noch dem Wellenrauschen zuhören. 

Obwohl es immer wärmer wird, zeigt sich die Sonne kaum. Links können wir auf Kalamata schauen und haben vor uns am Horizont die Berge des Taygetogebirges.  Harry ist weg – wir haben den Strand für uns allein und hoffen dass sich niemand zu uns gesellt, insbesondere kein alleinreisender Mann.

Am dritten Tag werden wir immer träger, genauso wie die Wellen. Bei über 20 Grad ist es bedeckt – hier bewegt sich überhaupt nichts, als ob die Zeit stehen geblieben ist.  Irgendwann setzt Regen ein. 

Morgen geht es wieder auf die Piste – der Kühlschrank ist leer..

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