0708 Dukla
Pilze sammeln, das ist unsere erste Aktion, als wir die polnische Grenze über den Duklapass passiert haben ohne das jemand kontrolliert. In den Wäldern fand 1944 die Schlacht von Dukla statt, um die Tschechoslowakische Republik von den Faschisten zu befreien. Ein großes Denkmal zu Ehren der Gefallenen und ein Soldatenfriedhof stehen zur Besichtigung.

Wir übernachten am Ende des Dorfes. Am nächsten Vormittag ist in Dukla Markttag. Es ist Gurkenzeit. In großen Säcken werden sie verkauft mit einem Strauch Dill dazu, wahrscheinlich werden sie eingelegt. Blaubeeren, Blumenkohl, Möhren – sieht alles schön frisch aus. Wir müssen erst polnischen Zloty wechseln und machen dafür einen Abstecher in den Ortskern.

….und kistenweiseTrödel – ein Leuchtturm ist leider nicht dabei.

Auf dem Platz ziehen wir Wasser bevor es weitergeht, um an der nächsten Kirche zum Mittagessen zu halten. In Polen habe wir in der kurzen Zeit gefühlt so viele Kirchen gesehen, wie in keinem anderen Land, das wir in diesem Jahr bereist haben. Beinahe In jedem Ort gibt es mindestens eine, in größeren mehrere, die neuesten in eigenwilligen Baustilen.

…der sich auch oftmals auf den riesigen Grundstücken der Polen fortsetzt. Erst mal alle Bäume abholzen, um große oft protzige Häuser darauf zu bauen. Als Sichtschutz wird abschließend eine blickdichte Lebensbaumhecke um das Anwesen gepflanzt.

08.08 Skansen Sanok
Im Skansen können wir die schönen alten Holzbauten dann aber durchgehend bewundern und sind begeistert von den Bauerngärten hinter den Holzzäunen.


Das Herrenhaus hätten wir sofort einpacken können, so gut hat es uns gefallen.

Abends haben wir ein Problem. Gerade, als wir uns auf einem Parkplatz eingerichtet haben, ertönt Livemusik. Neben uns im Park steht eine Bühne, die wir vorher nicht bemerkt haben, erst als die Musik einsetzt – und dann auch noch Hardtrock extralaut. Wir beschließen, noch einmal umzuziehen.

Im nächsten Ort treffen wir auf ein Relikt aus dem 2. Weltkrieg, einen Eisenbahnbunker, zeitweiliges Führerhauptquartier. Hier haben sich 1941 Hitler und Mussolini zur Lagebesprechung getroffen. Heute Abend spielen ein paar Jungs daneben auf der Rasenfläche Fußball. Wir gehen davon aus, dass die im Dunkeln ihren Ball nicht mehr finden und bald abziehen. Tatsächlich ist es aber ein Jugendtreff und so werden es immer mehr Leute und es wird immer lauter. Also wechseln wir ein zweites Mal unseren Schlafplatz.
…um dann letztendlich wieder einmal unter der Obhut der Kirche zu landen. Der Parkplatz ist ordentlich schräg aber dafür haben wir endlich eine ruhige Nacht.

09. – 11. 08. See Pilzno
Morgens werden wir gratis 07:30 mit Glockengeläut geweckt. Für eine Handvoll gottesfürchtiger Polen findet um 08:00 die Messe statt. Okay – früher Vogel fängt den Wurm – frühstücken wir eben bei Kirchengesang und Morgengebet.

Wir haben uns wegen der Wärme wieder für einen See entschieden. Viele Angler, viel Ruhe? Weit gefehlt. Am Pilznosee wird gerne ins WE gefeiert. Das Wasser ist sauber und erfrischend bei 30 Grad Außentemperatur. Am Abend sitzen wir bei schönstem Mondaufgang – Vollmond über dem See – lange draußen. Die polnische Jugend neben uns feiert mit cooler Musik, alles in polnischer Sprache. Die Jungs und Mädels sind textsicher – von Techno bis Polka – alles dabei. Sie fragen uns sogar, ob es uns stört – leider nicht ob wir mitmachen wollen. Wir sind eben Seniors. Um 22:00 Uhr würden sie Schluss machen. Und tatsächlich halten sie das ein! So zu stehen mit Lagerfeuer, frei zu feiern und zu singen sei ihnen gegönnt. Das gibt es in allen Ländern – ich denke nur an den See in Albanien zurück, wo es auch traditionelle Musik gratis gab – nur nicht in Deutschland bei all den Beschränkungen und Privatiers. Wir kennen viele Seen rund um Berlin durch das Kajakfahren, alles bebaut, an Lagerfeuer ist nicht einmal zu denken – Waldbrandgefahr oder Nationalpark.

Hier genießen wir den Vollmond und die lebendige Atmosphäre um uns herum. Am Montag Morgen ist wieder Ruhe und wir haben die Seeidylle ganz für uns allein. Nur ein Lkw fährt in Abständen hin- und her und erinnert uns daran, dass eine neue Arbeitswoche begonnen hat. Die Polizei war auch schon da, hat nur freundlich gegrüßt. Die Welt steht ja nicht still, weil Feuerstein reisen will. Mit unserem Equipment sehen wir auch schon aus wie Influencer – aber wir sind es NICHT!!!

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