Slowakei 01.08. – 06.08.25

1.8.25 Levoca

August –  Kinder wie die Zeit vergeht! Leider haben wir nicht mehr soviel davon. Weiter geht es Richtung Norden – die Störche warten schon auf ihren Abflug Richtung Süden.

Kirchen, barocke Baukunst und eine Burg  sind in fast jeder slowakischen Stadt zu sehen. Aber das Beste kommt zum Ende des Tages – die Kirche auf dem Gipfel von Marianska Hora mit Blick auf die Stadt Levoca, wo der Parkplatz gleichzeitig unser Schlafplatz wird. 

Allerdings füllt sich der am Morgen zusehens. Sogar in Bussen werden Leute herangekarrt. Ist denn schon Sonntag? Alles strömt zur Kirche auf den Berg. Ein Gebet nach dem anderen schallt zu uns herunter. Der Gottesdienst findet hier also an einem Sonnabend statt. Neugierig geworden, steigen wir noch einmal auf den Hügel. Die Ansprache des Pfarrers und die Gesänge werden über Lautsprecher nach draussen übertragen. Und ja – es ist ein erhebender Augenblick wenn dann ein heller  Sopran über das ganze Tal ertönt, wo wir auf der Außenkanzel  sitzend den besten Blick haben.  

Die Stadt Levoca sieht von hier oben schon interessant aus, sodass  wir sie am Nachmittag  besuchen. In der Stadt selbst wirkt alles sehr entschleunigt. Nur die Gaststätten sind geöffnet aber kein einziges Geschäft um den Marktplatz herum.  Die Lebhaftigkeit des Südens,  insbesondere am Meer fehlt total.  Es gibt keinen einzigen Imbissstand außer Eisdielen, die sehr beliebt sind.  Die Stadt hat wenig ausländischen Besuch, obwohl sie Weltkulturerbe ist.  

Wir schauen uns hier das meist fotografierte Rathaus der Slowakei an. Rund um den Platz mit den Kirchen und den Häuserensemblen wirkt alles museumsreif. Mit einem obligatorischen Eis verschwinden wir wieder aus der Stadt.   

3. 8.  Spissky Hrad (Zipser Burg)

Wir stehen mit Blick auf die Zipser Burg über Nacht auf einem großen Etagenparkplatz neben  dem „slowakischen Vatikan“. Die Kirchenstadt ist ein Ausdruck des religiösen Lebens – und natürlich Weltkulturerbe. Morgens um 07:00 werden wir durch Glockengeläut geweckt und auch über der Stadt liegt eine Nebelglocke. Dahinter thront die Burg.

Ein Van-Life -Pärchen, das hier mit uns übernachtet hat, steht in unserem Sichtfeld. Mal wieder Gelegenheit sich ihren „Vlog“  anzuschauen, das ist die Steigerung vom Blog. Videos, viel Drohne und ein Pärchen, das sich als Moderator aufspielt.

Sie haben die Tour über Polen Richtung Slowakei gegenläufig zu uns gemacht. Zur selben Zeit, wo wir in der Hohen Tatra waren, haben sie in Polen das Meerauge gesehen, den Morskie Oko, ein touristisches Highlight, das man erwandern kann und haben damit ihr blaues Wunder erlebt. Menschen überströmen wie Ameisen den Wanderweg, Pferdewagen fahren ständig hin und her, um die Lauffaulen zum See zu schaffen,  das alles bei Regenwetter. 

Während der weibliche Part auf der Hälfte der Strecke aufgibt, schafft es der Mann bis zum Ziel und macht sogar einen guten Schnitt, wo man denken könnte,  er sitzt ganz allein am See. Übrigens ist es weltweit einer der schönsten Seen.  

Heute kommen die beiden aber gar nicht  aus ihrer Kiste raus,  wahrscheinlich schnippeln sie am Video herum. Ich weiß nicht, ob die Veröffentlichung mit diversen Verlinkungen Geld in die Kasse bringt. 

Wenn sie sich aber weiter auf die  touristische Highlights stürzen, werden sie  immer wieder feststellen müssen, dass der Tourismus aus allem Kapital schlägt  – alles zu teuer und zu voll. Die Zeiten, wo man noch in Ruhe Sehenswürdigkeiten angeschaut hat, sind schon längst vorbei.  Das war vor 20 Jahren noch möglich, wo wir mit dem Womo losgefahren sind und davor.  

Wir jedenfalls haben finanziell vorgelegt und tingeln derweil  sorglos die kleine Vatikanstadt ab. Wir sind auf jeden Fall nicht bereit, für Natur zu zahlen, bloss weil es jetzt ein Nationalpark ist.  Lieber schauen wir uns die Berge von unten an, mit der Ausnahme, dass wir gern mal eine Seilbahn benutzen. 

Warum für Natur und Kultur bezahlen, wenn sie überall zu finden ist besonders hier in der Slowakei. Wie immer ist für uns der Weg ist das Ziel und die Überraschungen passieren immer abseits der Touristrecken.

Und schon zur Mittagszeit  sitzen wir wieder mittendrin, diesmal in einer  urigen Gaststätte, die zwar knackevoll ist, aber das Essen wird schnell serviert und ist oberlecker.  Auch hier scheinen wir die einzigen Touristen zu sein. In der kurzen Zeit, die wir in der Slowakei sind, haben wir so oft in Gaststätten gegessen, wie  in der ganzen Zeit in Griechenland  nicht.

Und noch einmal an diesem Tag mischen wir uns wieder mitten unters Volk. Eine Automobilausstellung mit aufgemotzten Karosserien macht uns immer neugierig.  Den Rahmen dafür bietet eine kleine Burg. 

Mit cooler Musik präsentieren meist junge Leute ihre Lieblingsstücke,  um einen dieser Preise zu gewinnen.

Die Mädels haben sich mit ihrem Wagen gleich zusammen aufgetunt.

Abseits des Tourismus kommen wir auch in Gegenden, die selbst die Slowaken meiden. Die Sinti und Roma wohnen am Rande der Städte und Dörfer in ihren eigenen Vierteln.   In der Slowakei machen sie etwa 10 Prozent der Bevölkerung aus. Integration ist nicht gelungen, weder von Seiten des Staates noch von den Roma selbst. Man kann kaum glauben, dass es in einem EU-Land noch solche Slums gibt – eine Parallelgesellschaft. 

4.8. Hervartov

Wir schauen uns eine der ältesten Holzkirchen an – natürlich Weltkulturerbe. Der Kirchendiener spielt extra für uns die deutschsprachigen Version der Kirchenbeschreibung auf seinem Recorder ab – flüchten ist wieder mal zwecklos.  Aber so eine kleine Kirche aus dem 16.Jh. hat es in sich mit ihren Fresken, dem schönen Altar und holzgeschnitzten Figuren. Sie strahlt Gemütlichkeit aus, so wie wir es auch von den Holzkirchen aus Skandinavien kennen.   Abschließend  darf ich sogar an der Kirchenglocke ziehen und schaffe das kaum, weil man da richtige Muckels braucht. 

5./6.8.

Morgens umgeben  von hügeligen Landschaft, Feldern und Wäldern aufzuwachen, ist einfach grandios. Wir fühlen uns insgesamt wohler, je weiter wir nördlich fahren, weil das Klima für uns einfach angenehmer ist – um  20 Grad.

Nach der Wärme im Süden sind wir wieder viel unternehmenslustiger geworden, aber nicht nur deshalb. Es gibt einfach megaviel Kultur zu sehen. Und so  kutschieren wir von einer Stadt, von einem Dorf zum nächsten, halten, wo wir  interessantes entdecken. Meist sind es sakrale Bauten, die unterschiedlicher nicht sein können…

Und im Gegensatz dazu auch Kriegsdenkmäler…

Die letzte Nacht in der Slowakei verbringen wir am Ende des Dorfes Krajne čierno  an einem schönen ruhigen Platz an einer Lichtung mit Kochplatz.  

FAZIT Slowakei

Die Slowakei hat soooo viele Kulturdenkmäler! Obwohl wir das Land in nur zwei Wochen von der Hohen Tatra  aus östlich durchquert haben, haben wir unzählige wunderbare Eindrücke –   Kirchen, Bischofssitz, Schlösser und Burgen –  fast alles ist Weltkulturerbe. 

Die Hohe Tatra, die vielen Wälder, wo wir Pilze gefunden haben, die ganze Natur hat uns sehr begeistert. 

Und dann noch die Kulinarik!!!! Was soll ich sagen – das ist genau unsers. Gaumenfreuden, die uns inspiriert haben, nicht gerade fettarm aber immer lecker. 

Die Menschen sind freundlich, aufmerksam und hilfsbereit beispielsweise, wenn der Keil noch unter dem Autorad liegt – wir wollen aber gar nicht losfahren, sondern übernachten, sprechen sie uns an oder ein junger Mann möchte auch so einen Van fahren, schaut neugierig in das Auto und fragt, ob es uns gefällt so zu reisen oder spontan werden wir  vor einer Sehenswürdigkeit gefragt, ob sie  ein Foto von uns machen sollen oder….  Das hier so viele Sinti und Roma leben, hat sicher auch mit der Freundlichkeit und Toleranz der Slowaken zu tun. 

Genug geschwärmt, es ist ein kleines wunderschönes Land, in dem es viel zu entdecken gibt  besonders abseits der Touristenpfade. Wir sind hier noch lange nicht fertig!

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑