24./25.7. Kupele Korytnice
Die erste Nacht in der Slowakei verbringen wir in einer Kurve an der Straße. Dafür bekommen wir schöne Aussicht, bis sich am Abend ein Gewitter zusammenbraut. Endlich Regen, endlich die ersehnte Abkühlung! Wir haben nur noch 20 Grad.
Durch waldreiche Gegend kommen wir in die Skigebiete der niederen Tatra die etwas über 1000 Meter liegen.
Kupele korytnice ist ein alter Kurort, heute ein lost places.

Beelitz lässt grüßen! Die fünf eisensulfathhaltigen Mineralquellen sind das einzige, was aus der guten alten Zeit übrig geblieben ist.
Die Quellen heißen u. a. Sofia und Anton, das Wasser schmeckt aus allen gleich kohlensäurehaltig und riecht nach Schwefel. Im 19. Jh. entstand der kleiner Kurort, es wurden Leber-und Darmerkrankungen behandelt und das Wasser wurde abgefüllt durch das ganze Königreich Ungarn geschickt. Heute kommen die Leute immer noch mit leeren Plasteflaschen, um sich ein Stück Gesundheit abzufüllen. Wir tun es ihnen gleich. Am ersten Tag schmeckt das Wasser noch total frisch, nimmt am zweiten Tag aber schon eine etwas unleckere gelblich Farbe an.

Da trinken wir dann lieber ein frisch gezapften Pilsner Urquell. Der Kellner nimmt keine Kartenzahlung an und so geht das Bier sogar aufs Haus, denn wir haben kein Bargeld dabei, wie der Kellner mitten beim Zapfen feststellen muss – aber gezapft ist gezapft!

26.7. Nicht unser Tag heute…
Uns ist das Prickelwasser wohl zu Kopf gestiegen – der eine will weiter der andere nicht. Oder haben wir einen Höhenkoller auf 850 Metern? Irgendwie werden wir uns nicht einig, doch als der Parkplatz fast zugeparkt wird, wird uns die Entscheidung dadurch abgenommen.
Und so geht der Tag weiter.
Wir wollen uns ein altertümliches Dorf anschauen, kommen mitten im Platzregen an, das Regenwasser läuft nur so die Straße hinunter. Bei Starkregen können die Flüsse schnell ansteigen. Also fahren wir zurück zur Hauptstraße und warten den Regen ab. Neues Ziel ist der Lipnostausee. Dort bleiben wir in einer Sackgasse stecken und haben unsere liebe Not von dem schlierigen Weg wieder rückwärts herauszukommen. Wenigstens empfängt uns der Stausee am Abend noch mit ein paar warmen Sonnenstrahlen und schöner Aussicht.

27.7. Stausee Lipno
Trotzdem wirkt der Stausee Lipno wie ein Lost places ganz im Gegensatz zu dem quirligen Treiben an den Seen in Ungarn. Wir stehen an der ehemaligen Schiffsanlegestelle Pristav. Schiffe fahren hier schon lange nicht mehr, sie wurde stillgelegt.

Einige Dörfern mussten dem Staudammbau weichen. Oberhalb des Sees wurden ein paar von den Häuser in einem Skansen originalgetreu wieder aufgebaut.
28./29. 7. Pribylina
Nach einem Haushaltstag mit Wäschewaschen, Gasflasche füllen und Wasser ziehen stehen wir am besagten Skansen in Pribylina, um uns herum Pilze und Himbeeren, um die wir uns erst einmal kümmern müssen. Nach einer ruhigen Nacht verschwinden wir dann für einen Tag im urigen Freilichtmuseum. Ein schöner Waldweg führt uns zuerst zu den alten Lokomotiven, mit denen früher das Holz aus dem Wald transportiert wurde.

Die meisten Holzhäuser, die hier wieder aufgebaut wurden, stammen aus dem Überschwemmungsgebiet der Talsperre Liptovśka Mara. Die hölzerne Volksarchitektur wirkt außen wie innen gemütlich.

Schaut der arme Landarbeiter in nur einem Raum, wo alle schlafen, auf einen Laib Brot

so lebt die Landedelfamilie in zahlreichen Räumen, wo der Tisch reich gedeckt ist.

Auch wir sparen heute nicht am Essen. Zum Mittag gibt es Pečene bravčove rebrá (Rippchen) und Bratwurst und am Nachmittag Kartoffelpuffer und herzhafte Nudeln in Käsesoße.
30.7. Štrbske Pleso
Die ganze Slowakei hat Pilzfieber. Davon lassen wir uns anstecken und schwärmen wie die Einheimischen immer mal wieder in den Wald aus. Und es lohnt sich! Auch wir bekommen eine Mahlzeit mit Steinpilzen, Goldröhrling und Pfifferlingen zusammen.

Und überall lauert der Bär – es sollen etwa 1200 Braunbären in den Wäldern leben, zuviel für die Bevölkerung, die gerne im Wald herumstromert. Deshalb sind sie jetzt sogar zum Abschuss freigegeben.
Wir fahren einmal quer durch Štrbske Pleso, dem wohl bekanntesten Skiort der Hohen Tatra, machen Fotos von Aussichtsturm und Skischanze und unzähligen Souvenirständen. Auch hier steppt der Bär, denn der Ort ist Touristenhochburg.

Von Tatranská Lomnica könnte man mit einer Kabinenbahn und Umsteigen die Lomnitzer Spitze in 2634 Meter Höhe erreichen. Allerdings ist es mit Ticketvorverkauf und Anstehen verbunden. Oben angekommen, hat man dann nur 50 Minuten Zeit für die Aussicht – wenn überhaupt, denn es sitzt meist eine Wolkendecke auf den Bergen. Darauf haben wir keine Lust. Wir suchen eine ganze Weile einen Nachtplatz, der nicht an der Hauptstraße liegt. Natürlich nutzen viele die ParkApp und so stehen wir am Abend in der Nähe des Ortes Gerlach zu viert, international mit Frankreich und Polen wie auf einem kleiner Campingplatz beim Gruppenkuscheln.
31.7.

Dafür können wir das ganze Bergpanorama der Hohen Tatra am Morgen mit dem Gerlachovsky (höchster Berg der Slowakei mit 2655 Metern) und der Lomnitzer Spitze mit dramatischen Wolken vor uns sehen.
Die polnischen Jungs neben uns sind die ersten, die morgens ihre Suppe kochen und sich mit Handy dabei filmen. Die Waldscheißer ziehen an uns mit ihrem Klappspaten vorbei. Danach verschwindet ein Auto nach dem anderen und wir haben das Bergpanorama wieder für uns allein.
Die Bergspitzen werden den ganzen Tag von Wolken umspielt, verschwinden immer wieder einmal ganz in der Wolkendecke und sind am Abend am deutlichsten zu sehen. Begeistert machen wir den ganz Tag Fotos von dem sich immer wieder veränderten Panorama.

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