Ungarn

10.7. – 17.7.  Seetour – Balaton u.a.

10.7 Petörketó-See

Schon bei unserem letzten Besuch am Balaton 2023 hat es uns  gefallen, unter großen Bäumen zu sitzen. Am Petörketó-See gibt es zwar nur kleine Badestellen aber genau diese hohen Bäume – Ahorn, Kastanien, Birken. Das Wasser ist nur über eine Leiter erreichbar. Übernachten, Kochen,   Angeln  – alles ist hier möglich an diesem ruhigen Ort.

Die Straße entlang zum Ortskern wird unser Spaziergang von Hundegebell begleitet. Die Grundstücke sind langgezogen, hinter dem Haupthaus befinden sich meist noch mehrere Anbauten, ein paar Holzschnitzereien hier und da. Viele Grundstücke haben noch Ziehbrunnen. Überall wird ausgebaut,  man versucht aus der vorhandenen Bausubstanz etwas zu machen. Abends trifft sich ein spiritueller Kreis von jungen Leuten am Lagerfeuer. Sie kampieren oberhalb des Sees in einer Jurte.

11.7. Kaposvar – Deseda- See

Ein paar Kilometer weiter besuchen wir die Stadt Kaposvar. Im Rippl-Rónai-Museum wollen wir ein wenig  unser Bedürfnis nach Kultur stillen.  Aber schon am Eingang erwartet  uns ein Mann, der uns  sofort in Englisch  zutextet nachdem wir bereits in der Touristeninformation einen Vortrag in Englisch über die Stadt gehört haben und mit einem Packen Flyer wieder herauskommen.  Das ist einfach mal  zuviel an Information und der Appetit auf die Ausstellung ist uns vergangen.  Wir flüchten aus der Stadt und nehmen unweit davon mit dem Haus des Malers vorlieb.  Wir erhaschen noch ein Blick auf die  Häuserfassaden im Jugendstil, ein Hauch von Wien, bevor wir am ehemaligen Wohnhaus  des ungarischen Malers Rippl-Rónai ankommen. Klein aber fein, erwartet uns ein Anwesen unter hohen Bäumen und einer Kastanienallee.

Auf knarrenden Dielen können wir in seinen Wohnräumen, die uns direkt in die Zeit des 18. Jh. zurückversetzen, seine Bilder anschauen.    Kolbenmaismaler  nannte er sich –   Ölfarbe in watteähnlichen Flecken auftragen. Das wirkt sehr bunt,  seine Portraits in Pastellkreide sind eindrucksvoller.  Der Kulturteil ist vorerst auf jeden Fall befriedigt.  

12./13.7. Useda-See

Unsere erste Radtor! Nachdem wir einmal in  Griechenland Rad gefahren sind und die Räder ansonsten nur spazieren gefahren haben, ist es gleich eine Seeumrundung. Schöne Strecke,  teilweise  schattig mit kleine Steigungen, Abfahrten und Brücken. Dazu gibt es einen Lernpfad für Kinder, auf dem auch wir erfahren können, welche Fische es in dem See gibt und was noch so tierisches im und um den See kraucht. Wels und Karpfen werden geangelt, es gibt sogar Schildkröten. Überall stehen große Wallnussbäume und üppige Trauerweiden.  Obwohl nur 15 Km, sind wir nach der Tour richtig geschafft.

Abkühlung wäre jetzt schön bei 30 Grad aber in der grünen Brühe geht niemand baden, in erster Linie ist es wohl ein Angelsee. Die Angler haben sich zahlreich positioniert, einzeln und in Gruppen, ganze Angelcamps. Aber was ziehen sie aus der grünen Brühe und ist das auch essbar? Wir wissen es nicht, auch nicht, ob es  über Nacht erlaubt ist, hier zu stehen, aber die Angler tuen es schließlich auch. So bleiben wir noch einen weiteren Tag im Schatten eines großen Haselnussstrauches. Bäume und Sträucher sind wieder mal der einzige Schutz vor der Sonne und den üppigen Temperaturen um 30 Grad….

14./15./16.7. Balaton

… die uns auch weiter an den Balaton verfolgen –  das Touristenzentrum Ungarns,  der einzige große See im Land – und scheinbar ALLE wollen dort urlauben so megavoll ist es. 

In Balatonszemes auf der Südseite vom Balaton  ist das Wasser wohl am niedrigsten. Keine Abkühlung aber für Kinder genau richtig, um im Wasser Ball zu spielen, sogar die kleinsten können im Wasser stehen mit Schwimmflügeln. 

Der Balaton gleicht in der Saison  einem riesigen Freibad, wo wir auf der Wiese mittendrin zwischen Familien in jeglicher Zusammensetzung, meist mit 2-3 Kindern, Ferienlagergruppen, alles laut in lustigen bunten Anzügen, unter schattigen Bäumen zusammensitzen. Eine kleine Freakshow – Menschen – aufgeblasene Gummitiere – Action! 

Und jedes Mal stehen wir im See und wundern uns, dass wir schon 100 Meter hineingelaufen sind, obwohl wir noch immer erst kurz über den Knien im Wasser stehen, unschlüssig noch ein Stück weiterzugehen, weil es wohl nicht tiefer wird.   Beim Rückenschwimmen darfst du keine langen Arme haben!

Wir mögen diesen See ja auch irgendwie, seit unsere Auslandsreisen in unserer Jugend am Balaton begannen. Wir haben noch gute Erinnerung an unser Ferienhaus mit unseren Kindern unter dem Wallnussbaum inmitten von Weinfeldern. Jetzt, wo wir immer weiterziehen, ist er aber nicht mehr unser Favorit im  Vergleich zu anderen Seen. Kurz überlegen wir, einen der zahlreichen Zeltplätze anzusteuern, die eigenen Seezugang haben und damit vielleicht ruhiger sind.  Aber einmal Freisteher immer Freisteher. Dafür verbringen  wir eben die Nacht  auf einer Hundewiese, unweit der Bahnlinie, die um den ganzen Balaton herumführt, eines Zirkuszeltes, wo es bis 23 Uhr Applaus und Orchestermusik gibt – es ist mit Abstand der schlechteste Platz seit langer Zeit. 

Einen Tag später stehen wir in Balatonföldvar an einem schiffsähnlichen Aussichtsturm, der am Abend in allen Farben illuminiert wird als “Entschädigung“ für die letzte Nacht. Er ist fast 70 Meter hoch. Beim Abendspaziergang können wir  endlich wieder Luft holen nach  30 Grad und mehr am Tage. Was für schöne Häuser es hier gibt!!!

17.7. Velence- See

Wir fahren weiter bis zum Ostende des Balaton und tauchen zwischendurch in Siofok  in die Touristenszene ab.

Endlich können wir an der Promenade das heiß ersehnte Langosch – typisch ungarisch –  und Palatschinken essen!

Nach der Stadt Székesfehérvar finden wir bei unbeständigem Wetter eine einsame Stelle am Valence-See, naturbelassen und ruhig – für einen Abend. Am nächsten Tag besetzen Franzosen, die an der Budapest Rallye 2025 teilnehmen, lautstark „unseren“ Steg. Das sind auffällige Autos jeglichen Typs z. B. die Nr. 60, die Bierspezialisten aus Belgien. Wir wieder mittendrin – aber das ist Freistehen – man weiß nie was/wer noch kommt.

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑