Kroatien

5.6. – 7.6. 25

Gut dass wir uns in Kroatien auskennen. Gegenüber der Grenzkontrolle gibt es den „Schakalplatz“. Im September 2021 haben wir hier das erste Mal gestanden.  

Früher haben abends noch die Schakale geheult, 

heute  schallen die Technoklänge von Montenegro bis nach Kroatien herüber. Das hat  den  Schakal wohl endgültig aus der Gegend vertrieben.  

Drei Tage genießen wir den Ausblick auf Montenegro und  die Stadt Herceg-Novi, chillen und verbringen die Zeit mit  Schiffe gucken. Jeden Abend ziehen Kreuzfahrtschiffe aus der Bucht von Montenegro an uns vorbei mit den klangvollen Namen MSC Opera, Virgin Voyages, Norwegian Pearl… 

08./9.6. Halbinsel Peljesac

Wir fahren weiter mit dem Zugeständnis doch mal  auf einem Zeltplatz einzuchecken. Bei Temperaturen über 30 Grad sehnen wir uns nach dem nächsten schattigen Plätzchen. Das ist als Freisteher zunehmend schwerer  in Kroatien zu finden. Immer mehr Verbotsschilder für Womos –  Höhenbegrenzungen, Durchfahrtsverbote und neuerdings auch viele Parkplatzbeschränkungen, die den Womos das Parken nahe der Stadt nicht erlauben und sie auf Zeltplätze drängen.   Aber was hat die Saison aus unserem Lieblingsstrand in Prapatno gemacht? Auf dem Campingplatz steht ein Zelt und ein Camper am anderen. Die schattenspendenden Bäume sind alle besetzt. Und der Strand an der Bucht ist übervoll, wo im September gerade mal eine Handvoll Leute hier badet.  

An anderer Stelle hatten wir es schon mit einem Campingplatz versucht. Dort sind 10 Tage Mindestaufenthaltsdauer Bedingung, damit der Aufwand für den Campingplatzbesitzer nicht zu hoch ist. Wir fragen erst gar nicht nach.  

Wir sind in der Saison nie an der Adria gewesen, aber  die Lage scheint sich immer mehr zuzuspitzen, Womos immer unerwünschter, zumal seit Corona die Zahl der Wohnmobile erheblich gestiegen und anscheinend Kroatien für viele das bevorzugte Urlaubsland ist. Dabei hat sich der Standart der Campingplätze nicht unbedingt verbessert. 

Wir  ziehen uns zwei Tage  auf einer kleinen luftigen Anhöhe in den Bergen  im Schatten einer Kapelle zurück. Wie schon oft funktioniert das am besten, wieder mal ein Ort der Ruhe mit schönem Ausblick.   

Pfingsten geht in unserer Zeitrechnung total unter. Ich trage sowieso keine Uhr mehr. Als wir am Dienstag unseren Morgenkaffe trinken wollen, ist die  Ruhe allerdings dahin. Ein Trupp Waldarbeiter mäht die letzten Graszipfel um uns herum, wahrscheinlich um Waldbränden vorzubeugen. Bei der Lautstärke bleibt uns nichts anderes übrig als weiterzufahren.  

Blace

Durch die neue Brücke können wir das Stück Bosnien Herzegowina bei Neum wie schon beim letzten Mal ohne Grenzkontrollen umfahren. 

Wir sehen das schöne Neretvatal wieder mit seinen unzähligen Orangenbäumen.

An der kleinen hübschen Strandbar in Blace scheint die Zeit seit unserem letzten Besuch stehen geblieben zu sein. Kein Lüftchen regt sich –  nur auf der Wasserschaukel. 

Am nächsten  Strand  können wir baden und retten uns am Nachmittag in den Schatten der Bäume am Fluss.  Der Wind nimmt stetig zu und lockt die Surfer in die Bucht. 

Den Sonnenuntergang genießen wir  wieder direkt am Badestrand unweit einer kleinen Nische, die wir schon für die Nacht entdeckt haben –  wieder mal neben einer kleinen Kapelle. Dort schlafen wir in himmlischer Ruhe.

 

11.6. Makarska Rivera – Drvenik

Die  wunderschöne Makarska Riviera ist immer wieder sehenswert.  In Drvenik essen wir unseren ersten Hamburger seit langem, spazieren einmal die Promenade rauf und runter und schauen auf den Fährhafen, wo wir 2019 auf die schöne Insel Hvar übergesetzt sind.  Von weitem sehen wir heute nur den Leuchtturm an der Spitze der Insel.   

Wir haben noch einmal ein Ferienhaus für die Familie gebucht. Es liegt ein Stück abseits der Küste  in den Bergen Nähe des Ortes Imotski.  Für die letzte Übernachtung finden wir ein schattiges Plätzchen am Fluss Vrljika. Der Fluss ist allerdings so saukalt, das man darin nicht baden kann. Unzählige blaue Libellen und Schmetterlinge umschwirren uns. Einige Spaziergänger und ein paar Angler kommen am Abend, grüßen freundlich und stören sich nicht daran, dass wir so dreist in ihrem Naturkleinod campen. Ein Schild „No overnight“ gibt es hier nicht – also gehört die Welt uns!   

Jedes Mal aufs neue  ist es  schön mitten in der Natur aufzuwachen – und jeder Platz ist anders schön auch wenn wir manchmal länger suchen müssen.  Am Fluss Matica haben wieder so ein Kleinod gefunden –  ein Ort der Ruhe bevor wir in unser Ferienhaus umziehen.  Das Womo verlassen wir nun für 14 Tage + 2.  

Ferienhaus vom 12.6.- 28.6. 

Um der Hitze zu entgehen, haben wir zwei Tage vorab dazugebucht. Das Ferienhaus befindet sich in der Nähe der Stadt Imotski zwischen Ivanbegovina und Drum. Der kleine Ort ist nur durch enge Straßen zu erreichen. Aber dann werden unsere Erwartungen weit übertroffen. Das Ferienhaus hat Hotelfeeling, ist modern und  geschmackvoll eingerichtet. 

Wir haben allen Komfort mit Klimaanlage und Pool, 3 Zimmer, 2 Bäder und  ein großes Wohnzimmer mit integrierter Küche. Die Terrasse ist schattig – wir können von der Chillecke auf Garten und Pool schauen. Kein Vergleich zum ersten Ferienhaus in Griechenland – es konnte ja nur noch besser werden!  

Max und Isi kommen auch einen Tag früher, können es kaum erwarten. Max fährt Rallye – an einem Tag von Berlin nach Kroatien! 1600 km –  12 h  Fahrzeit – 130 Km (und mehr) im Schnitt. 

Wir feiern GT! Und so geht nicht nur ein Lebensjahr bei Hendrik herum. Auch die Monate des  Sabbaticaljahres haben leider merklich abgenommen.

Wir freuen uns über das Wiedersehen, das schöne Ambiente und überhaupt – alles passt bis….

….das  große Krabbeln beginnt. Ameisen ziehen an  der Häuserfassade unseres Ferienhauses ihre Straßen. Auch auf der Terrasse gibt es so einige Tierchen, die wir von zu Hause nicht kennen in einer Größe  und Vielzahl, die gewöhnungsbedürftig aber auch interessant ist.  

Morgens kommen die Raupen aus ihrem Versteck und hangeln sich akrobatisch über unseren Köpfen an der Decke entlang sogar ohne in unsere Kaffeetasse zu fallen. Kleine und große Schmetterlinge flattern den ganzen Tag um uns  herum. Am Abend ziehen bedächtig riesige Heuschrecken durch den Garten. 

Zunächst ist das ja ganz lustig und erinnert uns an die Trickfilme „Das große Krabbeln“ oder „Ants“. Am zweiten Tag sind die Ameisen  verstärkt im Rennen. Der Hausvermieter muss noch einmal ran, um mit etwas Chemie Abhilfe zu schaffen.  Dabei können wir noch froh sein, dass es nur Ameisen sind. Im Osten von Kroatien sind Heerscharen von Kakerlaken in den Städten unterwegs, die sich durch die Hitze zügig vermehren. 

Nachdem wir ins Haus eingezogen sind, haben wir gleich weiteren tierischen Besuch. Völlig ausgezehrt kommt er um die Ecke –   eine Katzenmutter mit   4 Kitten! Endlich haben wir eine Katze und noch 4 kleine dazu! Das macht das Glück perfekt. Von da an, wird gefüttert, gestreichelt, gelockt, bis die Katzenmama in Abständen ihre Brut zusammenruft, um sie zu säugen.  Am Abend springen die Kleinen munter um uns herum und sorgen für Unterhaltung. 

Und das ist die Viererbande 

mehr davon im Katzi-Special. 

Ausflüge nach Makarska, Mostar, Omis und Imotski

Im Ferienhaus werde ich vom Hahn oder Rasensprenger geweckt. Dann ist die Sonne gerade aufgegangen. Als Frühaufsteher  kann ich durchatmen bevor die Hitze des Tages erneut beginnt. Nach und nach findet sich  die Familie zum Frühstück ein, bevor es zum ersten gemeinsame Ausflug  nach Makarska geht.  Entgegen unseren Erwartungen ist die Stadt wenig überlaufen von Touristen. Zum Essen  fahren wir einen Ort weiter nach Tulpice und werden dort mit einem megavollen Strand konfrontiert.  Hendrik ist wie immer schnell im Wasser. Die Restfamilie  packt ihre Badeklamotten  erst gar nicht aus.  Bei Außentemperatur 30 hat das Wasser erfrischende 23 Grad.  Heute das erste Mal etwas bedeckt – nach Wochen.

Mit dem Pkw ist es natürlich viel einfacher einen Parkplatz in den Ortschaften zu finden. In Mostar zahlen  wir für einen bewachten Parkplatz für den ganzen Tag und sind gleich in der Nähe von  Altstadt und Brücke. Die Brücke von Mostar ist DAS Ziel aller Touristen. Hier spielt sich alles ab, nicht nur das Sammeln von Geld für die  Brückenspringer. Die Brücke wurde 1993 im Bosnienkrieg komplett zerstört, 2004 feierlich wiedereröffnet und gehört nun zum UNESCO-Weltkulturerbe. 

Heute ist sie  Selfie Point zahlreicher Touris  und führt zu einer Altstadt, die wie ein Basar auf uns wirkt. Teeservice funkeln  in der Sonne, Teppiche und Souvenirs werden verkauft.

 

Beim Mittagessen in eine der vielen Gaststätten unweit der Brücke können wir das Ereignis, auf das alle warten, ganz entspannt beobachten. Während die Schaulustigen auf der Brücke wie Ameisen herumwuseln, turnen die durchtrainierten Springen auf dem Geländer herum  und zögern den Sprung  hinaus, bis genug Geld von den Touristen zusammenkommt. Endlich springt dann einer von der 27 Meter hohen Brücke in die Neretva. Es ist kein Auerbachsalto aber trotzdem mutig, denn es ist auch einer der kältesten Flüsse der Welt.  

Am Ufer warten alle auf den nächsten Sprung oder lassen sich in schneller Fahrt  mit Schlauchbooten ein Stück über den Fluss chauffieren.

Während die Familie im Supermarkt Getränke kauft, kommt doch noch ein Moment der Stille. Der Muezzin ruft. Es gibt mehrere Minarette in der Stadt und so schallt es von einem zum anderen. Ein ergreifender Augenblick, um zu lauschen und aus dem Trubel wieder zurückzufinden. 

Wir machen weitere Ausflüge nach Split und abschließend nach Omis. Waldbrände haben genau hier an der adriatischen Küste verkohlte Kiefernwälder und schwarze Olivenbäume hinterlassen. Die Hitze ist inzwischen so drückend –  über 30-35  Grad, Poolwasser 26 – 28 Grad – dass wir die letzten Tage vorwiegend am Ferienhaus verbringen.

Um  es mal mit Hundertwasser auszudrücken – jeder Mensch ist mit fünf Häuten umgeben: 

die erste ist die eigene mit deinem Körper, Ideen und Gedanken – im Urlaub die Seele baumeln lassen

die zweite ist die Kleidung – leichte Sommerkleider überall wohin man schaut

die dritte ist das Haus, in dem sich die Bewohner wohlfühlen – ein Ferienhaus mit Pool und Klimaanlage

die vierte ist die Familie – sie ist wieder für 2 Wochen beisammen + zusätzlich eine Katzenfamilie

und die fünfte ist die Umwelt – die Ruhe an einem Ort, den niemand kennt und wo die Menschen friedlich zusammenleben. 

Hier stimmt  für uns alles – hier fühlen wir uns rundum wohl! Die Familienzeit vergeht für uns viel zu schnell. 

29.6.

Aber wer hätte es gedacht – 70 km weiter im Inland wartet schon der nächste viel größere Pool mit türkisblauem Wasser auf uns!

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