07.05.-15.05.25

7.5. Leuchtturm Doukato

Nach dem abenteuerlichen Antennenplatz fahren wir an vielen  Feldern vorbei, wo Linsen angebaut werden. Zur Erntezeit im August findet ein Fest statt, an dem die Linsen gekocht mit  Oliven, salzigen Sardinen, Brot und reichlich lokalem Wein an diesem Platz mit den vielen Brunnen serviert werden. Wir würden gerne mal so leckere einheimische Kost genießen, denn das Touristenessen ist meist so  frittiert, dass man gar nicht mehr weiß, was sich unter der gebackenen Kruste verbirgt.

Im letzten Zipfel von Lefkada besuchen wir den Doukato-Leuchtturm. Er erinnert uns mit der  Aussicht  stark an die Cliffs of Mohair. Nun haben wir alle 12 für den Leuchtturmkalender  zusammen. 

An einem Kloster kaufen wir Honig. Auch hier wird die Saison gerade erst eröffnet und das Café mit Landesfähnchen geschmückt.

 Mit ihren Verkäufen von Honig und dem Café, sind die 3 Nonnen, die hier leben, dick im Geschäft. Das sieht man an der tollen neuen Terrasse mit Blick auf das Meer und die umliegenden Inseln.

Ein Grieche sieht bei dem munteren Treiben zu und erzählt uns, dass er auch gerne viel Geld hätte. Dann würde er sich eine der Inseln kaufen.  Vorerst ist Lefkada sein Paradies. 

Gialos Beach – so ein türkisblaues Meer haben wir noch nie gesehen! die 13 Serpentinen waren es wert, in diesem Wasser ein Bad zu nehmen.

Mit Womo kann man am Strand gut stehen, aber nur wenn man die  pralle Sonne liebt und auch sonst etwas mit Wassersport anfangen kann. 

Schon bald entscheiden wir uns, den Rückweg anzutreten, um ein schattiges Plätzchen zu suchen.  Fast alle Strände auf der Westseite von Lefkada sind  nur  mühsam in Serpentinen zu erreichen. 

8./9.5.

Versuchen wir es also mit etwas Abkühlung mitten im Wald!

In der Nähe von Komilio schlagen wir abseits der Hauptstraße unser Quartier auf. Thymian wächst hier überall und verströmt einen angenehmen Geruch.  

Aber der Wald ist nicht groß genug! Am späten Abend stellen sich noch Franzosen in unsere Nähe eine junge Familie mit zwei Kindern im Dachzelt! 

Zum Frühstück gibt es 4 Sorten Klosterhonig.

Im Wald zu stehen hat außer Schatten auch Nachteile. Es ist nachts kalt  – 8 Grad wollten wir dann doch nicht.  Ich schmeiße nach Ewigkeiten mal wieder die Heizung an.  Das es hier auch schnell mal brennen kann und man deshalb nicht im Wald stehen sollte, haben wir dabei  nicht bedacht. Wir bleiben trotzdem, genießen den schattigen Platz und legen noch einen Haushaltstag ein bevor wir die Insel Lefkada verlassen.  

10./11/12..5. Keretzas Bay

Hinter  Valanidorachi finden wir  die schöne kleine Keretzas-Bucht. Hier ist noch einmal ein Ort zum länger verweilen. 

Und wir sind nicht die einzigen. Alle Womos sind gut um die Bucht verteilt. Im Mittelpunkt direkt am Strand  stehen ausgebaute Kurzhauber in einer Wagenburg –  Elternzeitaussteiger mit Nachwuchs.

 

Wir stehen in einer Nische  auf der felsigen Seite. Hier kann man von einem Stein zum anderen hüpfen. Bis ich von einem Stein abrutsche und im nassen Geröll sitze. Viel schlimmer  ist aber, dass der Fotoapparat, den ich stets  bei mir trage, mit abgesoffen ist. Vorsorglich habe ich noch einen mit. Seit Jahren ist es das gleiche Modell. Den kann man schneller als ein Handy aus der Hosentasche ziehen und nur mit einer Hand bedienen. Für jede Situationskomik bestens geeignet. Die Bilder sind vielleicht nicht in top Qualität aber den Augenblick kann man oft noch  einfangen, bevor es zu spät ist.  

Und eigentlich hat sich das alles nur so zugetragen, weil wir Hundebesuch hatten, erst einer  dann zwei ….zum Ende schnüffeln fünf Hunde um unser Womo herum. Das hat mich abgelenkt. Hendrik geht inzwischen auf Abstand, während ich sie immer noch  mag. Abends kommt immer derselbe  kleine Hund, wird  von uns gefüttert und   Hendrik scheint sich langsam wieder mit den Vierbeinern zu versöhnen. 

Ein wenig wird uns unser Nischendasein von einem  deutscher Rentner verleidet. Der reist seit Jahren in Griechenland herum. Seit zwei Jahren kann er ein kleines Grundstück unweit der Bucht sein eigen nennen. Ob wir denn keine Bedenken hätten, unser ganzes Equipment herauszuholen, jetzt wo es den neuen Gesetzeserlass der griechischen Tourismusbehörde gibt. Mit Polizeirazzia werden Strände von Womos gesäubert. Davon haben wir ja schon gehört. Aber das Womotouris in den Knast für eine Nacht gesteckt, Autoschilder von der Polizei vom Womo entfernt  und die Leute des Landes verwiesen werden, wo sie ihre  Autos erst an der Grenze wieder in Empfang nehmen können, das halte ich für ein Gerücht. Der Aufwand wäre doch viel zu hoch, bloss weil sie campen. 

Möchte er nur, dass wir aus „seiner“ Nische verschwinden? Da hat ER nämlich vor kurzem gestanden mit seinem Womo. Sogar die Steintreppe zum Strand habe er gebaut. 

Manche Plätze sind hier anscheinend hart umkämpft. 

Aber da kann er lange warten, wir machen einfach so weiter. Schließlich sind wir schon seit einem halben Jahr ohne Probleme unterwegs. Daran wird dieses Gesetz nun auch nichts mehr ändern.

14.5.  Igoumenitsa

Es ist der Tag der Begegnungen. Zunächst wollen wir in der letzten großen Stadt vor der Grenze zu Albanien noch das Auto waschen, einkaufen und die griechische Küche ein letztes Mal probieren. Von weitem ist die Stadt sehr schön –  ruhig, weiße Häuser, langsam gleiten die Fähren in den Hafen.  

Igoumenitsa  ist eine ganz gewöhnliche griechische Stadt ohne touristisches Highlight,  ein Geschäft am anderen,  Fußgängerzone und viele Gaststätten. Hier kann man beobachten, wie der Grieche wirklich lebt. Wir bleiben vor einem Haus stehen. Ein Landsmann spricht uns an, weil wir uns laut über die Fassade des Hauses unterhalten. 

Er fragt uns, ob uns die Stadt gefällt. Er habe eine griechische Frau kennengelernt und überlege nun, unweit der Stadt mit ihr zu leben.  Aha, ein alleinstehender Mann, der mit Kastenwagen unterwegs ist – das kann jetzt wieder länger dauern…  Das Gespräch ist ein Mix aus Lebensphilosophie und Wirklichkeit  zum Thema unfreundliche Albaner, Frauen zurück an den Herd, Gleichberechtigung, Mutter-Kind-Bindung, Konsum, Verantwortung, Botox, Autos. Und das alles vor einem Wäscheladen! Ich habe meinen Spass aber als es dann zu sehr um Arbeit und Autos geht, wünschen wir ihm viel Glück mit der neuen Frau und jeder zieht seines Weges.

Ein letztes Mal versuchen wir hausgemachtes griechisches Essen. Und wieder ist es nur das übliche Touriessen – Gyros, Fritten, als Vorspeise in Öl getränkte gegrillte Auberginen und Paprika mit lieblosen Balsamicoklecksen. Einzig die aufgewärmten roten Beete waren neuartig mit etwas Knoblauchgeschmack. Mit der griechischen Küche werden wir uns wohl nicht mehr anfreunden.

Und da sind wir nicht die einzigen. In unserer Kaffeepause sprechen uns Segler an, die eben an der Marina angelegt haben. Denen geht es genauso – spätestens nach 4 Wochen kochen sie wieder selbst.  Sie beklagen sich außerdem, daß sie kaum Stellplätze in den Häfen bekommen. Meist sind diese reserviert für Yachtcharter. Früher konnten sie kostenlos in einer Marina übernachten. Jetzt hat die Tourismusbehörde die Preise angezogen. Auch hier dasselbe Problem wie mit den Womos, es gibt einfach zu viele Freizeitkapitäne. Das hat sich genauso wie bei den Womos mit der Pandemie entwickelt.

Als Freisteher haben wir es aber einfacher, mit dem Womo  eine schöne kostenlose Location zu finden.  Kurz vor der Grenze zu Albanien müssen wir dafür allerdings ein wenig kreisen. Das Ziel ist ja inzwischen  ein schattiges Plätzchen. Wir fahren einige kleine Straßen ab, die zum Meer führen. Ein Van hat sich mitten auf einen Weg gestellt und lässt sich nicht umfahren. Genau dahinter steht aber unser angepeilter Baum. Wir müssen noch einmal von der anderen Seite anlanden.

Das hat eine Holländerin beobachtet, die bereits mit ihrem Caravan gechillt auf einem Wiesenstück am Meer in der prallen Sonne steht. Sie grinst schon, ob wir uns bei so vielen schönen Plätzen nicht entscheiden könnten, fragt sie uns.

Und dabei entdecke ich ihre Katze – in einem Kinderwagen! So ein großer Kater gehört  natürlich in den Blog!

Wie auch  der kleine Fisch hier. Das ist unser Maskottchen. Von Isi gesponsert, begleitet er uns nun schon die ganze Reise über immer in Sicht der Frontscheibe. Er ist unser Glücksbringer – bis jetzt sind wir ohne Probleme unterwegs – und so soll es auch weiter bleiben. 

FAZIT

Griechenland ist genau richtig  für uns als  naturbegeisterte Freisteher.   So nah an den schönsten Plätzen am Meer zu stehen, geht kaum noch in anderen Ländern. Unsere Mission Winterflüchtling ist in Erfüllung gegangen. 

Die Antike konnte  uns leider nicht begeistern.  Sie wird mit vielen Millionen über die EU finanziert, wie auch viele andere Projekte in diesem Land.  

Das Müllproblem ist das einzige, was wirklich  nicht zu verstehen ist. Die Griechen sind  bemüht, zu räumen und zu sammeln. Aber dann liegt der Müll auf einem Haufen bis zur Abholung und wird derweil vom Wind in die Büsche oder an die Strände geweht und teilweise wieder an Land gespült,wo er das Meer zwischendurch auch noch vermüllt. Das hat  etwas mit der Mentalität der Griechen zu tun, die das  anscheinend nicht so verbissen sehen und auch achtlos ihre Plasteflaschen und Pappbecher in die Gegend schmeißen.  

Bekomme ich das eine, gehört auch das andere eben immer dazu.  So ist es überall und es liegt an mir, wie hoch mein Toleranzlevel ist.  Ich bin hier Gast, habe nicht  zu verbessern oder jemanden zu belehren. Ich profitiere  ja auch von der typischen  Gelassenheit der Griechen, indem ich z.B. gleich neben dem Meer stehen kann.

In Griechenland wird  so einiges  nicht fertig, verbessert oder in Ordnung gebracht. Ob es an Geld oder Achtsamkeit fehlt – die Welt geht davon nicht unter. Wir  erfreuen uns als Reisende  an herrlich blühenden Bougainvillea, die  einfache Häuser umranken, an Rosen, die überall in voller Pracht stehen,  der Ginster der zitronengelb die Straßen säumt. Wir hören das Meer am Morgen, sehen unbekannte Vögel, frei laufende Schildkröten, Streuner, riechen beim Bäcker  die außergewöhnlichen Leckereien. Das macht das Reisen aus. 

Die eigenen Landsleute, die wir getroffen haben, sind wie auch zu Hause am Jammern, meist über das liebe Geld. Ich habe niemanden unter ihnen getroffen, der allein nur von der  Schönheit des Landes fasziniert war. Selbst auf Reisen jammern die Deutschen weiter.  

Das alles  wird nun auch noch getrübt vom neuen Gesetzeserlass, der das Campen in Griechenland  ab Mai 2025 einschränkt. Ist das freie Campen nun für alle passe´? Wir werden es nicht mehr erfahren. Über Albanien geht es nach Kroatien zum Ferienhaus nach Drum in der Nähe der Markarska Riviera. Ca. 700 Kilometer liegen noch vor uns.  

Wir kommen auf jeden Fall wieder  schönes Griechenland!

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