01.5. – 06.05.25

1./2.5. Vela Beach

Eigentlich haben wir nach der Hälfte der Reise  genau das gefunden, was wir gesucht haben – ein Stück unberührter Natur,  keine Straßengeräusche,  Sonne von morgens bis abends  und das Meer vor der Tür, das sich im Laufe des Tages im Licht verändert von spiegelglatt, zarten Wellen bis zu  kleine Schaumkämmen, wenn Wind aufkommt. 

Im Baum vor uns auf der kleinen Insel bauen Haubenlerchen Nester. Immer um uns herum das leise Glockengeläut der Ziegen, die am Abend zurückkehren und im Gehege hinter uns schlafen während wir  noch am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel sitzen.  So mögen es die Feuersteins – zurück zur Natur! Und falls wir nicht mehr wieder kommen, sehen wir am Ende so aus.

An dieser Stelle sei einmal erklärt warum wir eigentlich Fred und Feuerstein heißen. Den Blog haben wir 2017 von Max und Isi geschenkt bekommen. Er wurde erst in Vorbereitung auf das Sabatical so richtig zum Leben erweckt. Ein Reisetagebuch hatten wir schon immer, aber ein Blog kann natürlich mehr.  Das Jahr Auszeit ist der eigentliche Grund, ihn richtig in Betrieb zu nehmen. Das es richtig Spass macht und inzwischen ein Gemeinschaftsprojekt von uns  mit vielen Bildern und Texten ist, haben wir also unseren Kindern zu verdanken.   

Max hat den Blog erstellt mit  einem  kleinen Handbuch

und Vorwort:

„ Ihr könnt Euch nach Eurem Ermessen mitteilen, den anderen interessierten Wohnmobilisten da draußen, den Reiselustigen, Leuchtturmkundigen, Fotobegeisterten, den Allesprobierern, Wahlskandinaviern und notorischen Freistehern … und natürlich auch uns (dem engsten Kreis) – eurer Familie, die sich freuen zu erfahren, was ihr so alles unterwegs erlebt.“

Also noch einmal DANKE an Euch zwei – ihr seid die Besten!

Und wir hoffen, dass Euch gefällt, was eure alten Influencer daraus gemacht haben. 

Ach ja –  und der Name? Unser Name hat einen Umlaut, das macht sich nicht gut bei der Internetadresse. Deshalb das Pseudonym „Fred und Feuerstein“. Ob wir dem Namen alle Ehre machen, ist „Über uns“ zu erfahren.

03./4.5. Lefkada

Fast jeder Strand ist irgendwann der schönste. Trotzdem geht die Reise immer weiter, es warten ja noch ein paar Erlebnisse auf uns!

Lefkada ist eine der 7 Ionischen Inseln im Westen von Griechenland. Im Gegensatz zum Idyll der letzen Tage finden wir eine Urlauberinsel vor mit zahlreichen Gaststätten, Marinas für die Segler und vielen Geschäften.  Hier pulsiert vor allem das Urlauberleben. Selbst die Rosen scheinen hier praller zu leuchten oder es gibt es einfach mal mehr davon. 

Auf einer kleinen Landzunge  entdecken wir dennoch einen ruhigen Schlafplatz. Im Ort Lefkada ist die einzige Durchfahrt zum Mittelmeer. Um nicht die ganze Insel zu umrunden, müssen Segler eine Brücke passieren, die zu jeder vollen Stunde für die Durchfahrt geöffnet wird. Und so kommen stoßweiße mehrere schöne Segler etwas entfernt an uns vorbei.

Schiffe gucken! Mit Dem Fernglas können wir sehen, dass alle Nationalitäten auf dem Meer unterwegs sind – Holland, Syrien, Portugal, Israel, Ungarn, Polen und natürlich auch Deutschland. Die Kulisse im Hintergrund sieht dabei aus wie die Schweizer Berge. Was wir zu Lande machen, machen die Segler auf dem Wasser. In den Häfen ist es dann genauso wie auf einem offiziellen Stellplatz – voll.

Am Abend findet eine Hochzeit in der kleinen Kapelle auf unserer Landzunge statt. Zwei Stunden hören wir den Popen singen. Die Kapelle ist so klein, dass die Gäste draußen stehen müssen. Die Frauen sehen  elegant aus in langen luftigen Kleidern oder hellen Hosenanzügen, wo sie ansonsten über den Tag vorrangig in schwarzen Joggingklamotten herumlaufen. Aber das wird sich ändern, die Temperaturen zeigen stetig über 25 Grad, in der Sonne sind es bereits über 30. Wir haben uns extra unter einen Baum gestellt, um in der Hitze etwas Abkühlung zu finden.

Über den Tag ist  eine Menge los um uns herum –  vor uns Schiffsverkehr, auf der Straße galoppieren Pferd und Reiter 

während sich hinter uns in der Lagune die Stelzenläufer nicht aus der Ruhe bringen lassen und ihre Eier ausbrüten.  

5.5. Nydri

Am Hafen steht das große Denkmal für einen kleinen Mann, der gerade mal 1,65 misst – Aristoteles Onassis, der Milliardär, der gegenüber der Stadt  Nydri seine Privatinsel Skorpions hat.  Wir werden  eingeladen, der Insel mit dem Luxus Cruiser  Nydri Star I einen Besuch abzustatten – also wir bekommen einen Touri-Flyer in die Hand gedrückt. 

Onassis ist der reiche Mann, der die Callas zur Geliebten machte, die Kennedy heiratete und dessen milliardenschweres Erbe einer traurigen Enkelin vermacht wurde, die damit eigentlich gar nichts anfangen will –  soweit die Kurzfassung. Wenn man denkt, da steht ein Prachtschloss auf Skorpions – weit gefehlt. Sieht sogar ein wenig öde aus. Auch das Mausoleum ist nicht zu sehen.  Immerhin hat die Callas ihre Asche vor der Insel im Meer verstreuen lassen. What a man! 

In 900 Höhenmetern übernachten auf einem ehemaligen US-Stützpunkt. Erst beim zweiten Anlauf schaffen wir die Anfahrt dorthin. Die Straßen sind schmal und steil und wir müssen über ein anderes Dorf ausweichen, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

Die Aussicht ist schon während der Fahrt toll. Ginsterbüschen säumen die Straße  und es liegt ein süßlicher Geruch in der Luft. Es lohnt sich, die vielen Serpentinen in die Berge zu fahren – oben haben wir  Rundblick auf das Meer und die vorgelagerten Inseln einschließlich Skorpions.

 

6.5.  Former Radar Station of Lefkada

Der erwartete spektakuläre Sonnenaufgang bleibt heute Morgen aus, sie bleibt in einer milchigen Wolkensosse hängen. Und bald schon regnet es. Noch  ist es relativ windstill, es wäre ansonsten nicht sicher hier oben, es klappert jetzt schon überall verdächtig. So lange werden wir nicht warten, bis uns lose Teile um die Ohren fliegen. Trotzdem bauen Dohlen ihre Nester in einer der 4 Radarantennen.   Die Inseln im Meer sind ein friedlicher Anblick im Gegensatz zu der ehemaligen Radarstation, die uns an den kalten Krieg erinnert. Nach dem Fall der Mauer wurde die Station geschlossen und ist heute nur noch ein Lost Place. 

Männer packen hier gerne ihr Spielzeug  aus – die Drohne. Sie zeigen bei YouTube die Station von oben und von allen Seiten  mit mystischer Musik – also wer mehr davon will…Das Wetter beruhigt sich wieder, am Nachmittag nur noch Sonnenschein. Wir bleiben noch einen Tag in dieser etwas unheimlichen Umgebung und bekommen am Nachmittag dieses spektakuläre Bild gratis. 

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