24./25.4. Mesolongi Lagoon
Wir finden auf Reisen, was wir nicht gesucht haben!

In Griechenland blüht und summt es überall wie im Sommer. Diese Blütenpracht finden wir auf einem Stück Land am Rande des Weges im Zeliosgarden – die Vielfalt der Pflanzenwelt Griechenlands mit all seinen Gerüchen und Farben ist hier vertreten. Herzstück ist der Glasstower aus unzähligen recycelten Flaschen gebaut.

Und nirgendwo ist dieser wunderschöne Garten erwähnt, man muss ihn wirklich selbst finden!

Die Landschaft in Griechenland könnte nicht unterschiedlicher sein. Morgens Blütenpracht und am Abend stehen wir im Kontrast – karges flachen Land. Nichts als Salzfelder wohin das Auge schaut. Die Häuser stehen auf Stelzen und sind nur durch Stege miteinander verbunden.

In Mesolongi begegnen wir dem Philhellenismus – der Freundschaft zum Griechentum begründet 1820. Als im Zuge der griechischen Revolution junge Männer aus Europa sich berufen fühlten die Griechen im Kampf gegen die Unabhängigkeit gegen das Osmanische Reich zu unterstützen, haben einige ihr Leben gelassen und liegen nun auf dem Heldenfriedhof in Mesolongi.
Auch wir sind jetzt Bürger von Mesolongi! Wer durch das Stadttor läuft, ist ein freier Mensch und damit ein Bürger von Mesolongi.

26.4.
Wir stehen zwischen Mesolongi und Etoliko
mitten in Salzfeldern im Schatten einer Kapelle. Die kleinen Kirchen sind ein sicherer Rückzugsort, um eine ruhige Nacht zu verbringen. Doch am nächsten Morgen werden wir mit Kirchenmusik geweckt. Die Reinigungskraft ist voll im Gang, beseitigt jedes Staubkorn in der Kapelle und lässt sich dabei von gregorianischen Gesängen aus dem Handy begleiten. Etwas später kommt ein Auto mit zwei Frauen, die unter lautem Geschnatter jede Menge Dekoration auspacken und damit die kleine Kapelle von innen und außen schmücken. Heute wird hier geheiratet! Zeit für uns aufzubrechen.
Wir sind in einer Gegend, wo Kirchen auf dem Meer treiben

Fahrradwege ins nirgendwo führen

Kühe schwimmen

die Sau durchs Dorf getrieben wird

abgewrackte Strandhäuschen auf Stelzen stehen

und wo Salz auf Feldern wächst.
Wir übernachten noch ein zweites Mal an der kleinen Kapelle.
27.4. Etoliko
Haben wir ein Déjá-vu? Wieder fährt morgens ein Auto vor, packt Deko aus – denn auch am Sonntag wird weiter geheiratet!
Bis zur Trauung ist noch etwas Zeit, doch es fahren zahlreiche Gäste auf dem schmalen Weg bis zur Kapelle, sodass wir unseren Platz räumen müssen. Interessant wäre so eine Hochzeit schon gewesen.
Aber warum sollte es an einem Sonntag nicht noch mehr zu sehen geben? Wir werden von höllischem Lärm in die Stadt Etoliko gelockt. Hendrik hat gleich die richtige Vermutung – das können nur Autos sein, wo ich noch an traditionelle folkloristische Darbietungen denke. Und so führen die griechischen Machos mit Stolz ihre getunten Autos und Motorräder vor, mit denen sie auch offiziell unter Polizeiaufsicht Krach machen dürfen, was sich wie eine Schießerei anhört. Der ganze Ort hat sich versammelt, um No-Name-Krafträder zu bestaunen, die so tun als ob sie Harleys wären und vor allem deren Sound zu hören.

28.4. Astakos- Bucht
In der Astakos-Bucht bleiben wir zwei Tage. Die Küste ist wieder steiler. Wir können den Strand nur über Treppen erreichen.
In dieser Gegend sehen wir die ersten Aqua-Farmen. Über den Tag fahren die Fähren auf die umliegenden Inseln und nach Patras.
Da es meist in unmittelbarer Nähe zum Womo keinen Baum gibt, um unseren Duschsack aufzuhängen, haben wir eine neue Duschidee. Wir stellen drei Plasteflaschen mit Wasser einfach in die Sonne. Und so haben wir täglich solarwarmes Wasser für eine Dusche.

Auch wegen der Wärme werden Bäume für uns immer wichtiger. Inzwischen haben wir Temperaturen über 25 Grad, in der Sonne noch mehr. Einzige Abkühlung ist ein steter Wind.
29./30. 4. Vela Beach
Die Zufahrt zum nächsten Strand ist holprig. Bei Regen wäre sie nicht mehr befahrbar. Dafür werden wir mit einem wunderschönen Strandblick auf eine kleine vorgelagerte Insel belohnt. Dahinter sehen wir die Inseln Kalamos und Kastos.Im Hintergrund hören wir den ganzen Tag das Glockengeläut der Ziegen.

Zunächst sind wir die einzigen an diesem einsamen Stück Strand. Am Abend stehen wir dann zu fünft. Inzwischen ist Urlaubszeit. Nach und nach treffen zahlreiche Camper ein, Zeit für uns Richtung Norden zu ziehen. Albanien kennen wir noch nicht.
Aber erst haben wir noch ein Stück Griechenland vor uns und fünf Monate Auszeit. Die Mannschaft auf diesem Platz hat noch einmal gewechselt. Stört uns nicht – abends machen wir uns ein schönes Lagerfeuer unterm Sternenhimmel und genießen noch einen weiteren Tag auf diesem bezaubernden Stück Erde.

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