17.4. – 23.4.25

17.4. Patras

Aus dem abgewrackten Dorf Alykes haben wir uns ein unfreiwilliges  Andenken mitgebracht. Hendrik ist von einem Hund gebissen worden. Da wir nicht wissen, wie tief die Wunde ist, müssen wir einer Infektion vorbeugen.  Damit sind wir schneller als gedacht in Patras in der Notaufnahme. Obwohl es knackevoll ist, braucht es nur eine halbe Stunde, bis Hendrik voll versorgt ist. Werden wir als Touris bevorzugt behandelt? Eine Ärztin frischt Hendriks  Tetanusspritze auf und gibt Antibiotika mit auf den Weg.  Auf jeden Fall sind wir dankbar für die schnelle Hilfe.  

Dabei hatte Hendrik sich längst mit Hunden angefreundet, obwohl auch seine Favoriten eher Katzen sind. Bis jetzt waren alle Streuner fast unterwürfig. Kein aggressiver Hund dabei. Traurige Hundeblicke haben nach und nach unser Herz erweicht. Die letzte Hundeclique am Strand hat uns voll integriert, Hendrik zum Baden begleitet, beim Kochen zugeschaut und natürlich immer mal ein Häppchen bekommen. Nachts schliefen die Hunde  in die Sandkuhlen um unser Womo herum. Nach dem Vorfall  ist wohl etwas  mehr Vorsicht geboten. 

Es geht Hendrik aber soweit gut. Also schauen uns noch den schlichten Leuchtturm von Patras an, der zu einem Kaffee ausgebaut worden ist.

Die Kirche auf  der gegenüberliegenden Straßenseite ist interessanter.  Alles an dem  neobyzantinischen Bau aus dem 18. Jh. ist riesig. Schon beim Eintreten in die Kirche zieht ein riesiger holzgeschnitzter  Kronleuchter alle Blicke auf sich. Die goldverzierten Mosaikbilder erzählen die Geschichte von Apostel Andreas. Andreas – der Tapfere –  ist bis in die 80iger Jahre einer der meist vergebene Jungennamen.

An der Uferpromenade haben  Katzen ihre eigene kleine City. Sie bewohnen kleine Papphäuschen, liegen auf  Teppichen und werden anscheinend rundum von Zweibeinern versorgt. Hier haben wir nichts zu befürchten. 

Den mit Abstand  schlechtesten Nachtplatz auf unserer Reise  finden wir hinter einer Sportanlage mitten im Müll aber immerhin gleich neben dem Meer. In der Nacht haben Motorräder eine Rennbahn aus der Schnellstraße von Patras gemacht. Schon am frühen Morgen kommen die Fischer mit ihren Bootsanhängern. Wir müssen zusehen, dass wir  noch rechtzeitig aus unserer Nische herauszukommen. 

18./19.4. Lighthouse of Drepano

Heute ist Waschtag. Diesmal sind wir ganz allein im Waschsalon. Wir können ganz entspannt  frühstücken während die Wäsche ihre Runden dreht. Anschließend fahren wir zur weißen Rio-Andirrio-Brücke. Sie verbindet  die Peloponnes mit dem Festland. Wir haben die Wahl, ob wir mit Auto oder Fähre den Golf von Korinth überqueren. 

Davor lockt uns ein abgelegener Leuchtturm wieder mal in die letzte Ecke.

Das ganze Panorama liegt vor uns  –  Brücke, Berge Leuchtturm. Und davor bewegen sich unzählige bunte Surfersegel. 

Hier scheint es immer frischen Wind zu geben und so schauen wir zwei Tage den Kitesurfern zu.   Einige Surfer beherrschen ihr Handwerk so gut, daß sie  meterhoch in die Luft fliegen, um danach wieder über die  Wellen zu sausen. Mit ihren Sprüngen heizen sie sich gegenseitig an. Das  ist schon beeindruckend! Ein Weltklassekitesurfer kann mit einem Sprung Höhen bis 35 Meter, eine Weite bis 250 Meter und  Geschwindigkeiten bis 100 km/h erreichen!

20.4.

Heute verlassen wir die Peloponnes. Wir haben uns entschlossen,  die Meerenge mit der Fähre zu überqueren aber kein Schiff weit und breit! Am Osterfeiertag liegt alles still. Wir müssen also über die 3 km lange Schrägseilbrücke fahren, die vor 20 Jahren gebaut wurde.

Trotzdem fahren die Leute noch gerne mit der Fähre schon weil es billiger ist. An der anderen Uferseite erwartet uns eine kleine Burg mit Leuchtturm – und Familie Müller aus Bremen, die  darauf wartet, dass die Fähre wieder in Betrieb geht. 

Die Müllers sind durch Albanien gereist, um nach Griechenland zu kommen. Sie beklagen sich über die halbfertigen Häuser und Straßen  in Albanien, nach Spanien kann man gar nicht mehr als Winterflüchtling fahren, weil alles so voll  ist mit Womos und hier sind auch noch die  meisten Gaststätten geschlossen wegen der Feiertage und jetzt werden  sie nicht  mal mit der Fähre übergesetzt! Da ist es wieder – das unschöne typisch deutsche Jammern.  

Als wir durch Nafpaktos fahren, sehen wir, wie sich am zentralen Marktplatz ein Lamm am Spieß dreht und  die Griechen fröhlich drumherum sitzen, um  in Familie ihr Osterfest zu feiern. Wenn das die Müllers sehen könnten!

21./22./23. 4. Agios Polykarpos

Drei Tage verbringen wir neben einem  riesigen Berg am Meer mit Blick auf Patras und die weiße Brücke.  Bei 28 Grad im Sonnenschein fragen  wir uns so langsam, wie das wohl erst in der Hauptsaison wird. Es ist ja jetzt schon zu warm für uns, wenn kein Lüftchen weht. Nur ab und zu kommt eine leichte Brise auf. Erst am Abend kühlt der stetige Wind und auch nachts kann er noch  recht stark werden. Wir sind wieder einmal fast allein an einem langen Steinstrand, können uns richtig ausbreiten bis alle kulinarischen Reste aufgebraucht sind. Nach den Feiertagen sind wir mit die ersten bei Lidl  und wohl auch diejenigen, die das meiste kaufen. 

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