14. 03. Neapolis Bay
Den Strand wollen wir nicht verlassen, ohne ein Lagerfeuer gemacht zu haben. Eine Feuerstelle befindet sich gleich neben dem Womo. Wir brauchen nur noch Holz zu suchen, das es reichlich gibt.

Ein Kätzchen hat sich mit uns angefreundet und sitzt beim Lagerfeuer auf meinem Schoß. Wieder so ein liebes wie der unvergessene Athos, das wir am Ende zurücklassen müssen, denn die Reise geht weiter.
15./16.3. Elafonisos
Wir erreichen den südlichsten Punkt auf dem dritten Finger der Peloponnes.
Von Vigklafia kann man mit der Fähre auf die Insel Elafonisos fahren.
Aber warum Inselhopping, wo wir überall an langen Sandstränden stehen können? Hendrik badet jeden Tag im Meer – Wassertemperatur jetzt 18 Grad, Lufttemperatur sommerliche 25 Grad.

Gerade haben wir es uns eingerichtet und kommen nach einem Strandgang zurück, ist die Stelle von Familien mit Kindern und jungen Leuten besetzt. So wechseln wir noch einmal hinter die Dünen und müssen mal wieder aufpassen, dass wir uns am Sandstrand nicht festfahren. Wir haben Meerblick auf große Containerschiffe und den Hafen von Neapoli.
… und vervollständigen unsere Muschelsammlung.

Eine weitere Nacht verbringen wir in der Nähe des Fähranlegers. Die Fähre bewegt sich schwerfällig um die Spitze einer kleinen Sandbucht. Es sieht hier aus als ob Skagerrag und Kattegat zusammentreffen. Sie bringt ein paar Leute und Autos mehrmals täglich ans Festland. Morgens kommen die Bauarbeiter mit ihren Pickups auf die Insel, um sie für die Saison vorzubereiten. Zum ersten Mal suchen wir ein schattiges Plätzchen unter Bäumen.
17.3.
Nach den vielen sonnigen Tagen an den langen Sandstränden haben wir nun etwas Wetteränderung mit starken Windböen. Der Kühlschrank ist leer und nur ein größerer Discounter gegenüber auf der anderen Inselseite. Wir müssen also einmal quer über die Berge. Davor schauen wir uns aber noch schöner Wohnen an.

Die Ostseite des dritten Fingers ist felsig und wild. Vor Agios Fokas gibt es eine kleine Landzunge auf der eine weiße Kapelle mit Friedhof steht

– hier stehen auch wir gleich.
Einige Womos sind schon angelandet, weil sie morgen wahrscheinlich wie wir einen Stadtausflug nach Monemvassia geplant haben. Ein bisschen Kontaktcampen nach langer Einsamkeit kann nicht schaden. Aber alle bleiben in ihren Womos, weil die Windböen zu stark werden.
18.3. Monemvassia
Am nächsten Tag haben wir wieder strahlenden Sonnenschein.

Über einen schmalen Damm gelangen wir zum stämmigen Felsen. Monemvassia hält, was es schon von weitem verspricht – ein architektonisches Museum byzantinischer, osmanischer und venezianischer Geschichte. Jede schmale Gasse übertrifft die nächste mit malerischen Ein- und Ausblicken. Die Unterstadt ist bewohnt und durchzogen von kleinen Souvenierständen.

Erst denken wir, dass die Touris mit Pferden durch die Stadt geführt werden. Die Stadt ist autofrei und so müssen die Bauarbeiter mit Hilfe von Pferden Baumaterial hineinbringen und Schutt wieder herausholen.

Der Höhepunkt für uns ist natürlich der Leuchtturm außerhalb der Stadtmauern.

Auch hier wird saniert, mit der Schubkarre Steine herangeholt. Nur durch einen schmalen Gang kommt man einmal um den Leuchtturm herum. Wir machen ungestört Picknick mit Meerblick.
In der Souveniermeile treffen wir auf

Maria Callas
eine der bekanntesten Opernsängerinnen, Griechin, Geliebte des Milliardärs Onassis, der später nach seiner Scheidung aber Jackie Kennedy heiratete. Was vom Clan übrig bleibt, ist eine schwerreiche Enkelin, die sich dem Springreiten verschrieben hat. Das alles habe ich noch einmal nachgelesen, nachdem wir von einer Verkäuferin zum Dank für unseren Einkauf in perfektem Englisch einen Vortrag zu Maria Callas gratis bekommen und nicht wirklich viel verstanden haben. Unser Englisch-Auftritt war dagegen noch sehr verhalten aber wir haben sehr interessiert getan. Wer viel fragt kriegt eben auch viel Antwort!
Das Abschlussessen nach der wunderschönen Stadt fällt grenzwertig aus. Statt Anchovis landen Calamaris auf meinem Teller. Ich esse die zum ersten Mal in meinem Leben – und zum letzten Mal! Wie kann man frittierte Knorpel lecker finden?
Beim Bäcker gibt es danach zur Entschädigung Törtchen.

19.3.
Windstärke 50 km/h! Das Meer hat uns die ganze Nacht nicht in Ruhe schlafen lassen, zerrt am Womo. Wir fühlen uns wie in einer rotierenden Waschmaschine. Als wir morgens zuerst auf die weiße Gischt schauen, die wild an den Felsen schäumt, sieht das ganz nach Schleudergang aus. Natürlich ist es ein tolles Naturschauspiel mit der ganzen Dramatik, die Natur so zu bieten hat. Die weiße kleine Kapelle verschwimmt mit den weißen Wellenkämmen, die danach auf die scharfen Felskanten knallen, fast so hoch wie die Kirche selbst.

Wenn man direkt – aber auch sicher – bei solch einem Wetter neben dem Meer steht, wenn sich die weiße Gischt von den dunklen Wolken abhebt und vor uns über den Strand in die roten Erde läuft, dann ist das ein wirklich gigantisches Erlebnis. Wir haben die zweite Nacht etwas abseits der Kirche gestanden. Hier müssen wir aufpassen, denn die rote Erde wird bei Regen schnell unbefahrbar. Selbst die Caravans unweit von uns neben der kleinen Landzunge sind dort beim dem Sturm stehen geblieben. Respekt! Als wir die Kirche noch einmal anfahren, steht die kleine Zufahrtsstraße bereits unter Wasser.
Das aufgewühlte Meer lässt uns einfach nicht los.

Wir können nicht genug Fotos und Videos machen und bleiben den ganzen Tag am Meer hängen, bis der Wind am späten Nachmittag etwas nachlässt. Wir machen noch einmal einen Abstecher nach Monemvassia bevor es wieder Richtung Kalamata geht.

Vor Skala verlassen wir die Hauptstraße und fahren am Eurotas-River an unzähligen Apfelsinenplantagen entlang zum Meer – natürlich nicht ohne ein paar saftigen Orangen zu klauen.

20.3.
Die Feuerwehr kommt!
Eigentlich wollten wir wieder nur in Ruhe am Strand stehen. Doch dann wird die Sonne von einer riesigen Rauchwolke verdeckt. Plötzlich fahren mehrere Autos die schmale Strandstraße entlang, die Feuerwehr kommt, alles um uns herum in Aufruhr. Wir sind nur einige Meter vom der Brandherd entfernt.

Als sich alles wieder beruhigt hat, schauen wir uns den Schaden an.

Die Brandrodung ist wohl aus dem Ruder gelaufen. Wahrscheinlich sollte hier noch ein weiteres Feld für die Orangenbäume geebnet werden, obwohl schon den ganzen Fluss entlang unzählige Orangen auf die Ernte warten.

Hinterlasse einen Kommentar