17.2. -20.2.

17.2.

Vervena

Wir stehen nur mit einem einzigen anderen Womo  bei schönstem Sonnenschein an der Küste von Kato Vervena. Hier können wir kochen und relaxen. Am späten Nachmittag umrunden wir die Bucht zu Fuß. Haben uns  bellende Hunde so manche Nacht um den Schlaf gebracht, so sind es hier die heulenden Schakale. Die kennen wir aus Montenegro, das hört sich manchmal an wie Kinderlachen. Sie  ähneln Füchsen, sind scheu aber ungefährlich. 

18.2. Paralio Astros und Mistral

Nach dem schönen Sonnenaufgang zieht sich der Himmel immer mehr zu, sodass wir uns zur Weiterfahrt entschließen. Zunächst wollen wir uns den Leuchtturm ein paar Kilometer weiter anschauen. Und wir finden ein Kleinod von Städchen! 

Um den  hübschen Leuchtturm ist ein kleiner Park angelegt mit  Sitzgruppen, von denen man weithin auf das Meer  schauen kann. Unterhalb des Leuchtturms befindet sich ein Freilichttheater.

Alles wirkt hier so sauber und aufgeräumt, wie wir es selten in  kleineren Orten  gesehen haben, wo man meist am Ortsrand auf verlasse Häuser, Bauruinen und kleine Müllkippen trifft.  Hier ist vieles  liebevoll bemalt –  sogar die Mülltonnen. 

Es gibt hübsch dekorierte Geschäfte und einen Bäcker, bei  dem wir leckere  Tiropitakia –  mit Schafskäse gefüllte Blätterteigtaschen – kaufen,  die meinen Magen allerdings noch den ganzen Tag beschäftigen. Bei der schönen Nixe verspeisen wir sie erst einmal genüßlich. Auch die Sonne ist wieder dabei.  

Einmal um die Astros-Bucht herum finden wir eigentlich ein ruhiges Plätzchen direkt am Meer. 

Aber es regnet. Regenzeit ist Fahrzeit!  Und so geht es noch einmal auf die Piste. Wir kommen an Feldern und Olivenbäumen vorbei. So manches Feld wird mit Solarzelle bestellt. Macht weniger Arbeit und bringt mehr ein als Mais am Stück. 

Schon bald sind  wir mitten in den Bergen hinter Sparta. 

Auf der Suche nach einem Stellplatz finden wir uns am Abend tatsächlich noch in einem touristischen Hotspot. 

Auf einem der Berge  errichteten Kreuzritter im 13. Jh. eine Burg. Danach entstand die Stadt Mystras mit Ober- und Unterstadt, Kirchen, Klöstern und einem Palast.  Im 17.Jh. sollen hier oben 40000 Menschen gelebt haben. Unvorstellbar, denn alles ist ausgestorben, nur noch eine Ruinenstadt, mystisch, wie der Name des Ortes schon sagt. 

19. 2. Taygetosgebirge 

Den nächsten Morgen ist es damit vorbei.  Wir stehen mitten in einer Baustelle. Der Bagger schippert  laut  Kies, ein LKW fährt hin und her.  Die Euros der EU werden hier versenkt für die Erhaltung der Ruinenstadt.  

Heute sind wir auf Fotosafarie im Taygetosgebirge – eine schöne Aussicht nach der anderen halten wir und machen Bilder in dem interessanten Kalkssteingebirge. Wir fahren fast bis an die Schneegrenze. Die höchste Erhebung sind 2500 Meter.

In diesen Höhlen kann man klettern.

An der Tür zur Kapelle neben einem kleinen Friedhof hängt ein Schlüssel – was mag wohl drin sein? Im Innenraum stehen Regale mit Kisten gestapelt bis an die Decke zum Teil unverschlossen.  Neugierig hebe ich einen Kistendeckel an und lasse ihn sofort  wieder fallen – in der Kiste liegt ein Totenkopf! 

In vielen Gegenden Griechenlands gibt es Beinhäuser auf Friedhöfen, wo die Überreste der Toten nach Jahren darin untergebracht werden, um Platz für neue Bestattungsstellen zu schaffen. Der Friedhof ist ja auch wirklich klein – die Gräber aber mit bester Aussicht. 

Zum Abend finden wir  ein idyllisches Waldstück bei Artemisia. An kleinen Bächen gibt es mehrere zur Auswahl, für jeden was dabei.  Das angenehme Plätschern des Baches verspricht eine ruhige allerdings kühle Nacht  bei Temperaturen um 3 Grad.

20.2.

Wir fragen uns wo das Glockengeläut herkommt und ob das auf den Wegen Bären- oder Kuhschiss ist. Bisher haben wir in Griechenland noch keine einzige Kuh gesehen! Morgens  stehen sie dann auf der anderen Seite des Baches und glotzen uns  ins Womo.

In Serpentinen geht es weit hinunter bis wir kurz vor  Kalamata an einem verlassenen Verkaufsstand halten. Hier können wir kochen und  bleiben mit Blick auf die interessanten Felsen auch zur Nacht  stehen. 

Irgendwann kommt ein Grieche, parkt sein Auto neben uns. Grüßt nett auf Deutsch und holt dann gleich sein Fotoalbum, dass er vorsorglich immer dabei zu haben scheint. Anschaulich erzählt er aus seinem Leben in Deutschland, wo er  20 Jahre gearbeitet hat. Er war  Dreher und hat gutes Geld verdient. Damit hat er  sein Häuschen in seinem Dorf hier in der Nähe saniert und in Kalamata ein weiteres gebaut. Einen  riesigen Backofen hat er im Dorf gemauert, auch davon gibt es Bilder. Seine Mutter ist noch mit dem Muli 6 Stunden bis Kalamata unterwegs gewesen, als es die Strasse, an der wir stehen noch nicht gab. Er zeigt auf einen schmalen Pfad an der gegenüberliegende Seite der Gebirgsschlucht.

Heute lebt er mit seinen 80 Jahren wieder in Griechenland sorgenfrei und zufrieden mit seinen Häusern, seiner Frau und zwei Olivenplantagen. Nur ein Beispiel von vielen Griechen, die in Deutschland gearbeitet und von dem Geld in ihrer Heimat Häuser gebaut haben.  Wir wurden schon öfter angesprochen, freundlich plaudern  sie ein paar Sätze in Deutsch mit uns. Dieser nette Grieche wollte aber ganz gezielt seine verbliebenen  Deutschkenntnisse an uns testen. Wer weiß, welcher deutsche Touri noch so seine Geschichten kennt. 

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