06.02. -10.02.25

6.2. Kanal von Korinth

Vor uns liegt die Hafenausfahrt am oberen Kanalende zum Golf von Corinth. Eigentlich eine sehr schöne Bucht, wenn wir nicht direkt im Müll  stehen würden, daneben einige Betonruinen.  Wie wir später erfahren werden, können die Griechen eigentlich nichts dafür, denn sie haben keine einzige Müllverbrennungsanlage. Das hören wir vom Fachmann, der  eine Recyclingfirma in Deutschland und gleichzeitig einen Campingplatz in Griechenland betreibt. 

Entweder verbrennen sie ihren Müll selbst, buddeln ihn unter oder es entstehen kleine Müllhalden, die erst vom Roma gefiltert werden, der Rest verstreut sich in der Gegend, so auch hier am Kanal. Von den Bergen aus sieht man die Rauchfahnen überall.

6.2.  Camperstop Olivetree

Haushaltstag – Waschen – Bauen – Kochen – Duschen 

Unser erster Camperstop in Griechenland aus o.g. Gründen.  Eigentlich nicht erforderlich, Wasser gibt es überall und alle 50 Meter steht eine Mülltonne auf der Strasse. Aber inzwischen ist tatsächlich ein viertel Jahr vergangen und erste Bastelarbeiten am Womo fallen an. Wir brauchen mehr Saft auf der Batterie und müssen wenigstens einmal 100% aufladen. Das machen wir alles auf dem Campingplatz innerhalb von 24 Stunden.

Zuvor hat sich Hendrik in einer Autowerkstatt Anschlussteile montieren lassen, die an der Batterie wie ein Starhilfekabel funktionieren.   

Schon kurz nach unserer Ankunft auf dem Platz schmeissen wir die ersten Klamotten in die noch freie Waschmaschine, 2 gibt es, eine läuft bereits und ein Trockner dazu. Der ist unabdingbar, denn wo soll man die ganze Sammlung von fünf  Wochen trocknen. Seit dem Ferienhaus haben wir nicht gewaschen, da sammelt sich so einiges an. 

Wir sind die einzigen, die hier über den Platz hin- und herflitzen  – zwischen Waschmaschine und Womo. Kein Wunder, andere stehen hier schon Wochen. 

Der Zeltplatz ist eigentlich ein Stellplatz nur für Womos. Er hat super Sanitäranlagen eine Aussichtsterasse und bietet morgens frische Brötchen. Deshalb ist er beliebt bei Deutschen. Der Betreiber ist  ein Deutscher und weiß, was deutsche Touris wollen. Da stehen auch deutsche Würstchen im Minimarkt an der Rezeption.   

Die ist griechisch besetzt. Wir können unsere frischen Englischkenntnisse anwenden. Uns werden die Örtlichkeiten gezeigt,  zum Ende der Führung gibt es einen griechischen Schokoriegel. 

Wir haben wie immer keinen Bock auf deutschen Smalltalk und sowieso genug zu tun. Abends gönnen wir uns eine  heiße Dusche. Wirklich super Ausstattung, das letzte Mal so zu Hause geduscht.  Danach sind wir erledigt vom „Arbeitstag“ und bettfertig.  

7.2. Lighthouse Melagavi

Die letzte Wäsche am Morgen ist unsere Bettwäsche. Dann sind wir einmal durch mit allem. Um den abschließenden Smalltalk mit dem Besitzer des Campingplatzes kommen auch wir nicht herum. Er ist etwa in unserem Alter, betreibt den Platz seit zwei Jahren, deshalb sieht die ganze Ausstattung noch wie neu aus. Das ist natürlich interessant mit einem Insider zu reden, der hier auch lebt. Wir werden all unsere Fragen los – von Bausünden, Immobilienkauf bis Roma. Sein Schwiegervater, der genauso alt ist wie er – alterstechnisch könnte seine Frau demnach im Alter unserer Kinder sein – bekommen wir in gutem Deutsch und der relaxten Art eines Griechen zusätzliche Infos. Als LKW-Fahrer war er in Europa unterwegs, hat dort einiges erlebt u.a.  mit Asylanten, die  sich unter seine LKW- Achse geklemmt haben, um in der Tschechei festzustellen, dass sie den falschen LkW genommen haben –  eigentlich wollten sie doch nach Italien. 

Bevor wir in die Peloponnes eintauchen machen wir noch einen Abstecher, umfahren die große Bucht am  Golf von Corinth bis zum Ende.  Nach langer Zeit stehen wir endlich wieder einmal vor einem  schönen Leuchtturm. Da schlägt das Herz des Lighthousecollectors!

Der schmale Pfad zum Turm ist nicht ungefährlich. Vor Steinschlag wird gewarnt. Das hält uns nicht ab und wir werden mit schöner Aussicht belohnt, allerdings saukalter Wind bei  Tagestemperatur um 10 Grad, nur ab und zu eine Sonnenstunde. 

Rückzug am Womo wartet schon ein kleines Katzi und setzt sich auf meinen Schoss. Könnte ich sofort mit entsprechenden Papieren vom Tierarzt mitnehmen, hat uns der Zeltplatzbesitzer  erzählt. Er rät mir eher zu einem Hund. Das wäre dann einer weniger, bei dem ständigen Bellen der Streuner, von denen alle genervt sind. Auch wir freuen uns über jede hundefreie Nacht – hier oben am Leuchtturm verbringen wir sie.

Das Heraion von Perachora  befindet sich unterhalb des Leuchtturms, sozusagen eine Zugabe an Sehenswürdigkeiten zum Turm.  Die historische Anlage liegt perfekt in einer kleinen Bucht.  Überreste von Säulenhallen sind  zu erkennen. Oberhalb der Anlage gibt es eine gute erhaltene Zisterne.

Katzi begleitet uns und verschwindet in der kleinen Kapelle, wir müssen aufpassen, dass wir sie nicht einschließen. Am Morgen sind Angler und ein Taucher mit Harpune in der Bucht unterwegs. 

Mittagessen verbringen wir am Salzsee Vouliagmeni Lagoon mit schönem Wolkenpanorama an unserer neuen Grillstation. Sieht doch ähnlich aus wie der Altar von Perachora!

Später skypen wir mit der Familie, bevor wir noch einmal den Platz wechseln, weil es hier zu windig ist. Unter Palmen an der riesigen Bucht von Korinth stehen wir leider auch im Windkanal, haben aber einen phantastischen Blick bis zur anderen Uferseite mit dem Kanal von Korinth. 

9./10.2. Archäa  Korinthos

Die Grabungsstätte  des antiken Korinth ist sehr groß – wir können sie auch ohne Eintritt durch einen Maschendrahtzaun sehen. Der Appollontempel (560 v. Chr.) ragt aus den Stein- und Mauerresten hervor. Von den ehemals 38 Säulen sind nur noch 7 erhalten. 

Da braucht man schon viel Phantasie, um nachzuvollziehen, welche Bedeutung diese Stätte einmal hatte. 

Zum Glück gibt es genug Nachbildungen, Masken, Statuen, Säulen Brunnen, Vasen….kann man alles im Laden kaufen. 

Richtung Mykene begegnet uns Nikitas Stamatelopoulos (1781- 1849). Er war ein griechischer Freiheitskämpfer und Partisanenführer in der griechischen Revolution.

Kurze Zeit später treffen wir auf einem super Parkplatz seinen Onkel Theodoros Kolokotronis. 

Der wurde in Mamor gehauen, auf diesen Sockel gestellt und kann jetzt mit uns in dieses wunderschöne Tal bis hin  zum Meer schauen. 

Ähnlich wie ein Zeltplatz finden wir daneben diesen idyllischen Fleck mit beleuchteter Sitzgruppe, den wir zum Kochen nutzen. 

Auffällig unauffällig? Was möchte uns dieses Womo sagen?

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