13.1.
Wir verlassen ungern unseren wunderschönen sonnigen Platz am Anavissos-Beach. Hendrik war sogar baden. Das Wetter hat umgeschlagen, dunkle Wolken ziehen bereits am Nachmittag auf. Wir schauen vom Lost Places Hotel ein letztes Mal in die schöne Bucht und entdecken dabei noch eine schreckhafte Schildkröte.

Mit den Schweizern haben wir am längsten durchgehalten, insgesamt 7 Tage. Der Belgier fuhr noch am späten Abend einen sicheren Standort an, der Däne am nächsten Morgen.


Danach ist Land unter, die Straßen füllen sich mit Regenwasser.

Wir fahren zu unserem bevorzugter Discounter Lidl. das Sortiment kennen wir aus Deutschland. Darüber hinaus gibt es natürlich auch griechische Produkte.
Vorausschauend haben wir all unsere Haushaltsaktivitäten auf die Schlechtwetterzeit verschoben. Also Wasser ziehen, einkaufen, duschen.
Zuletzt war der Kühlschrank echt leer, da macht Einkaufen bekanntlich wieder richtig Spass!
14.1. Artemis
Zusätzlich zum Regen kommt starker Wind auf. Und wo nimmt man Zuflucht? Hinter einer kleinen Kirche am Ende der Bucht der Stadt Artemis. Wir haben zusätzlich Windschutz durch ein verlassenes Gebäude mit der Parole „Capital-Kriminal“. Dazwischen haben wir unsere Kochnische eingerichtet. Wir haben zwar einen super Ausblick auf die Bucht, stehen aber genau in der Fluglinie vom Athener Flughafen. Nachts übertönen die Autos der örtlichen Jugend sogar noch den Fluglärm mit ihrer Musik. Am Tage dealen sie fleißig neben der kleinen Kirche während die Gläubigen selbst bei diesem schlechten Wetter noch beten kommen.


Am Nachmittag legt sich der Wind etwas. Wir laufen durch die „Straße der Wunder“, allerdings sind die Öffnungszeiten der Geschäfte auf die arbeitende Bevölkerung abgestimmt. Vormittags bis 14:30 Uhr und dann erst wieder ab 16:30 Uhr. Der Haushaltwarenladen ist aber geöffnet – und welch ein Wunder – wir bekommen dort alles, was schon lange auf unserer Einkaufsliste steht: einen neuen Schuhanzieher, den letzten habe ich aus Versehen in einer Mülltonne versenkt, einen super Handfeger und sogar ein Teesieb. Einfache Dinge, die einen erfreuen, wenn man sie länger nicht hat.

Wir suchen am Nachmittag einen ruhigeren Platz, durchfahren eine Landschaft mit Feigenbäumen und kommen vor dem Städtchen Vravrona neben dem Tempel Artemis Brauron direkt am Museum zum Stehen. Der marode Tempel ist allerdings durch den starken Regen völlig unter Wasser gesetzt. Zu seinen besten Zeiten 8.Jh.v.Chr. war er eine Kultstätte für junge athenische Mädchen im heiratsfähigen Alter, die sich im abgelegenen Heiligtum auf ihre Heirat vorbereiteten mit kultischen Tänzen, Opfergaben, Malerei und Sport.
15./16.1. Chamolia
Unweit des Tempels hinter Chamolia befinden wir uns zwar immer noch in der Flugschneise des Athener Flughafens. Trotzdem sind wir sowas von abseits. Hinter uns ein geschlossenen Campingplatz vor uns nur Steinstrand und das Meer, links von uns eine Felsenhöhle. Die Nacht bleibt ruhig, kein Mensch weit und breit. So bleiben wir auch am Tage ungestört in absolute Einsamkeit. Sei denn ein Neandertaler kommt noch aus der Höhle und klopft an die Womotür!

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