14.12./15.12. Tempe-Tal, Ambelakia, Neon Poroi
Wir fahren durch das 8 km lange Tempe-Tal am Pindosgebirge neben dem gleichnamigen Fluss entlang. Der sieht arg mitgenommen aus, führt wenig Wasser, Baumstämme und Äste liegen im Flussbett. Die Brücke, die zu einer Höhle führte, hängt nur noch an einem Seil – kein Zugang mehr zur Höhle. Hier haben die Naturgewalten anscheinend schon vor langer Zeit gewütet.

Zum Bergdorf Ambelakia nehmen wir die Steigung auf etwa 600 Höhenmeter in mehreren Serpentinen. Die Haarnadelkurven sind ähnlich wie der Trollstigen in Norwegen.

Das Dorf ist noch ursprünglicher als Pandeleimonas – Steinhäuser, ein zentraler Dorfplatz und eine alte Bäckerei.

Oberhalb des Dorfes gibt es einen Aussichtspunkt mit 360-Grad-Panoramablick! Den Olymp sehen wir durch die Wolken nicht, stattdessen den Ossa-Berg (1978 hoch). Wir überlegen hier oben zu übernachten, sind aber Wind und Wetter zu sehr ausgesetzt. Also wieder hinunter ins Tal.
Der nächste Strand erwartet uns in Neon Poroi. Er ist winterfest mit einer Plane von der Promenade getrennt, die dadurch sandfrei bleibt.
Wir tauen abends unseren Kühlschrank ab, stellen die Kulinarik in eine Schüssel vor die Womo-Tür. Das hätten wir lieber nicht tun sollen. Irgendwer hat sich über unser Essen hergemacht. Wir erwischen den Übeltäter aber noch. Er sitzt ganz unschuldig neben den ausgeschleckten Bohnen, hat den ganzen Serano-Schinken weggefressen. Der kleine Räuber ist ein schwarz-weißes Katerchen. O.k. der braucht das Essen wahrscheinlich dringender als wir und uns ist es eine Lehre, kein Essen mehr vor die Tür zu stellen. Das hatten wir vor kurzem schon mal – wir hatten nur etwas Fett beim Kochen verspritzt, schon haben die Hunde um uns herum verrückt gespielt.
17.12. Kalambaka
Wir mussten noch einen Gesundheitstag einlegen, danach haben wir im Vogelschutzgebiet übernachtet. Hier ist alles ganz ruhig – nicht ein Vogel piept! Man muss sie regelrecht suchen. Die meisten Vögel, die hier leben sind gewöhnliche Enten und Blesshühner.

In den Ortschaften hört man mitunter fröhliches Vogelgezwitscher von Balkonen oder vor Geschäften. Die Leute halten hier Kanarienvögel im Vogelbauer.
200 km fahren wir bis zum legendären Ort Kalambaka. Von dort beginnen wir morgen die Fahrt in die Berge zu den Meteora-Klöstern.
Das Städtchen liegt unterhalb der Felsen. Bereits hier sind wir schon beeindruckt von den mächtigen Felsmassiven. Stellenweise sind die Felsen so ausgehöhlt, dass Einsiedlern früher darin leben konnten. Heute ist in einer Felsnische eine Weihnachtskrippe aufgebaut, die am Abend zusammen mit den Felsen beleuchtet wird. Wir sind gespannt auf die Klostertour morgen!

18./19.12. Meteora-Klöster
Das Wetter lässt uns nicht im Stich, der Himmel ist wolkenlos, die Sonne strahlt.
Die Meteora-Klöster sind bis jetzt wohl das beeindruckendste Erlebnis auf unserer Reise. Wuchtige Sandstein- Felsklötze im Wechsel mit Felsnadeln auf dessen Spitze ein Kloster thront – das haben wir so noch nie gesehen. Das ist faszinierend, zumal wir uns kaum vorstellen können, wie schwer es war, diese Klöster auf die Felsen zu bauen. Meteora heißt soviel wie in der Luft schwebend, denn manchmal scheint es, als ob sie in der dunstigen Luft schweben. 6 Klöster von ehemals 24 sind noch bewohnt und für Besucher geöffnet.

Wir entscheiden uns für das Kloster Varlam, das sogar ein kleines Museum beherbergt. Die Mönche lebten hier in Gemeinschaft ohne Besitz und eigentlich von der Außenwelt getrennt.

Heutzutage ist das Kloster hübsch gepflegt, der Mönch ist wohlgenährt und plappert lustiges in sein Handy. Früher gab es Seilaufzüge und Leitern wo heute die Touristen über ausgebaute Straßen und Treppen alles erreichen können. Nicht zu vergessen das Merchandising – der Verkauf von Ikonen, Kreuzen, Weihrauch u.v. a. m. Auch hier scheint inzwischen der Wohlstand eingezogen zu sein!

Eigentlich dachte ich für diesen Ausflug mit einer langen Hose richtig gekleidet zu sein. Ich bekomme am Eingang des Klosters noch ein extra Tuch, damit ich mich bis über die Knie bedecke und werde trotzdem angezählt, weil das Tuch unzüchtig über dem Knie saß! Eine kleine Klosterkatze hat sich gleich auf meinen Schoß gesetzt, wahrscheinlich mögen die diese Tücher – ist doch stylisch oder?

Die Fresken – und Ikonenmalerei ist überbordend. Man müsste schon tief eintauchen in die Geschichte. Als Atheisten ist das nicht unsers, wir bewundern lieber die eindrucksvolle Landschaft und die Bauweise der Klöster von aussen, fotografieren ohne Ende und verlängern unsere Meteora-Tour um einen weiteren Tag. Zur Nacht finden wir einen schönen Platz mit Blick über das Tal.

20.12. – 24.12. Thermopyles
Der Weg ist das Ziel – und so entdecken wir so manches zufällig. Auf der
Fahrt von den Bergen zum Meer stoßen wir auf die heißen Schwefelquellen von Thermopyles. Der Gott Hephaistos habe die Göttin Athena gebeten heiße Quellen mit heilender Wirkung zu erschaffen. Auch Herkules soll hier gebadet haben. Von einem künstlichen Wasserfall wird das Wasser in ein schmales Flussbett geleitet. Am Nachmittag stehen hier so einige Wohnmobile.
Wer etwas ruhiger eintauchen will, sucht sich einfach eine Stelle etwas abseits, Wir können direkt vom Womo in das 40 Grad heiße Wasser steigen. Eine Wohltat, die unheimlich müde macht!

Hier bleiben wir über Weihnachten mit so einigen Winterflüchtlingen und entspannen 3x täglich im 40 Grad heißen Wasser. Nur ein kurzer Abstecher in die Stadt, weil Batterie und Kühlschrank leer sind. Allerdings müssen wir uns danach ein neues Wasserloch suchen, weil wir separat stehen wollen, gerade die sind hier heiß umkämpft!

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