5.12. Chalkidiki – Kassandra
Wir hatten eine ruhige Nacht direkt am Meer neben einer riesigen Palme, so weit vorn konnten wir nur stehen, weil eine asphaltierte Strasse direkt an den Strand führt, um uns herum Land unter wegen Dauerregen.

Von den drei Fingern von der Halbinsel Chalkidiki haben wir uns Kassandra ausgesucht, ist am einfachsten zu durchfahren, die Autobahn führt direkt bis zur Inselmitte. Allerdings stellen wir fest, dass die Gegend nicht zu unseren Bedürfnissen passt, denn die Steilküste bietet kaum Strände, an denen wir stehen können. Die Buchten und das Meer sehen wir nur noch von oben.
Also fahren wir wieder zurück bis zum Ausgangspunkt des Fingers und landen an einem kleinen windgeschützten Hafen Nea Potidea am Kanal. Dieser wurde gebaut, um eine bessere Schiffsverbindung zum nächsten Finger Sithonia zu bekommen. Außer Fischerbooten haben wir aber kein Schiff auf Überfahrt gesehen. Ein paar Reste einer mittelalterlichen Mauer sind vielleicht von Interesse, weshalb hier gerade eine Aussichtsplattform entsteht.
75% der Menschen Griechenlands arbeiten in der Dienstleistung, da muss für den Tourismus schon einiges geboten werden. Dank Touristenhochburgen und Ferienhäusern büsst das Land allerdings seine Ursprünglichkeit ein.
6./7.12. Olympic Beach
Der Bagger wird angeschmissen, um den Wegebau fortzusetzen. Die ruhige Hafenatmosphäre am Morgen ist dahin. Noch 600 km bis Athen!
Die Wettervorschau verspricht in der Hauptstadt Temperaturen um 20 Grad. Wir haben noch 3 Wochen Zeit bis zum Ferienhaus und dem Wiedersehen mit den Kindern.
Schnell haben wir Thessaloniki umfahren. Den nächsten Halt machen wir an einer Lagune in Neo Agathothopoli mit Blick auf Flamingos, Pelikane, erstmals ist auch ein Löffelreiher dabei.

Beim Kochen vor dem Womo gesellen sich Hund und Katz zu uns, wie immer sehr unterhaltsam so draussen in und mit der Natur und vielen Tieren. Die Strände allerdings werden immer mieser, verdreckt und voller Plaste.
War das wirklich nur der Sturm?
Der Olympic Beach verspricht einen Blick auf den Olymp. Bei Nieselregen ist jedoch alles verhangen, weit und breit kein Berg zu sehen, nur streunende Hunde.

Wir gehen an der menschenleeren Promenade den Weg der olympischen Götter. Es sind 12 Hauptgötter der Griechen, die auf dem Olymp, dem höchsten Berg Griechenlands, residieren und als Olympier bezeichnet werden (griechischer Name – Funktion – römischer Name):
Zeus – Göttervater, Herrscher über Himmel, Blitz und Donner – Jupiter
Poseidon – Gott des Meeres, der Erdbeben und Pferde – Neptun
Hera – Familien-Göttin zuständig für Hochzeit, Mutterschaft, Geburt – Juno
Demeter – Erdgöttin, Muttergöttin, Fruchtbarkeitsgöttin – Ceres
Apollon – Gott der Poesie, des Lichtes – Apollo
Artemis – Göttin der Jagd und des Mondes – Diana
Athene – Göttin der Weisheit, Stadtgöttin Athens – Minerva
Ares – Gott des Krieges und der Schlachten – Mars
Aphrodite – Göttin der Liebe und Schönheit – Venus
Hermes – Gott des Handels und der Reisenden – Mercurius
Hephaistos – Gott der Vulkane, des Feuers, Schmiedekunst und Architektur – Vulkanus
Hestia – Göttin des Herdfeuers und Familieneintracht – Vesta
Auch den nächsten Tag nur Regen. Den Olymp – 2918 m hoch – haben wir immer noch nicht gesehen. Mit uns stehen auf dem weitläufigen Parkplatz am Rand des verlassenen Ferienortes am Meer noch zwei versprengte Womos, wahrscheinlich Winterflüchtlinge wie wir – jeder in seiner Ecke – und warten auf Wetterbesserung. Gestern hat ein Angler uns „Malaka“ hinterhergerufen. Wahrscheinlich findet er es bescheuert, dass wir um diese Jahreszeit hier herumstehen. Das sehen wir nicht so. Obwohl alles nach Lost Places aussieht, die Strände menschenleer und vermüllt sind, ja irgendwie Endzeitstimmung herrscht, insbesondere bei Regenwetter, sind wir zufrieden – die Ruhe ist unbezahlbar! Die Ferienorte geraten ja nicht Vergessenheit. Sie schlummern, bis sie zur nächsten Saison in der Sonne in bunter Farbenpracht wieder erstrahlen.

Hinterlasse einen Kommentar