30.11. Thessaloniki
Wir verbringen eine Nacht am ruhigen beschaulichen Madytossee.

Dann fahren wir nach Thessaloniki ins genaue Gegenteil. Diese Stadt erschlägt uns. Der Black Friday und die Eröffnung der Metro – nach 40 Jahren! – lockt wohl alle Bewohner aus ihren Häuserschluchten. So viele Menschen in so engen Straßen haben wir noch nirgendwo gesehen. Das überfordert uns total! Bei der Suche nach einem Parkplatz erhaschen wir im Vorbeifahren einen Blick auf die eine oder andere Sehenswürdigkeit u.a. der Weiße Turm, das Wahrzeichen der Stadt, den Galeriusbogen und den Alexandergarten direkt am Meer. Letztendlich stehen wir im Parkverbot. Wir behalten Thessaloniki nicht in guter Erinnerung. Es ist uns ein Rätsel, wie die Menschen, die in so einer engen Stadt leben, trotzdem soviel Spaß haben. Kaffees und Bars gibt es genügend, das Leben verlagert sich nach draussen.




1.12. Sturmwarnung – Ikea
Neben der gesundheitlichen Situation, die etwas zu wünschen übrig lässt, haben wir noch das Problem starker Sturmböen bis 80 km/h. Die Wetterapp hat uns rechtzeitig gewarnt aber wo Schutz suchen? Unter Berücksichtigung von Starkregen und Wind scheint uns Ikea abseits des Zentrums von Thessaloniki ein sicherer Ort. Das Gebäude hält Wind ab, die Parkplätze haben keine Bäume und das Regenwasser läuft nicht über.
Ikea ist sogar Sonnabend und Sonntag geöffnet, sodass wir uns dort die Zeit vertreiben können, um einmal Mittag essen zu gehen.
Wir verbringen 2 Nächte auf dem Parkplatz bis sich Wind und Regen am Abend des 1. Advent endlich beruhigt haben.

3.12. Epanomi
Vom Ikea-Parkplatz ziehen wir zurück an den Strand. Der Wind hat sich gelegt. Am Abend glitzert das ganze Panorama von Thessaloniki über dem Meer. Neben uns steht ein illuminierter Schlitten mit Weihnachtsmann. Nach Weihnachten ist uns nicht zumute, als wir am Strand die Überreste vom Sturm sehen – kilometerlang Plaste – irgendwo lesen wir, dass es hier immer so aussehen soll?

Aber das ist doch vorbildlich!

Der Dauerregen hat überall den Boden aufgeschwemmt, sodass es nicht so leicht ist, ein trocknes Plätzen für die nächste Nacht zu finden. Direkt an den Stränden können wir im Moment nicht stehen, denn die die Zufahrtswege sind überschwemmt.

Am ruhigen Hafen unterhalb von Epanomi gefällt es uns. Hund und Katze finden sich bald ein, auch ein paar Gänse, die am Hafen spazieren gehen.

Die Hafenruhe ist gegen Mitternacht gestört. Im Haus hinter uns an der Strasse wird lautstark gestritten, Autos hupen. Wir sind nicht gemeint. Anscheinend geht das Temperament der Griechen nachts mit ihnen durch.
4.12. Nea Moudania
Die kurze regenfreie Zeit nutzen wir, um noch einen kleinen Spaziergang um den Hafen zu machen. Die Nachttemperaturen liegen inzwischen bei angenehmen 10 Grad. Nebenan ist längst wieder Ruhe eingekehrt.
Und natürlich laufen uns wieder die unterschiedlichsten Katzen über den Weg. Es ist allerdings traurig, wie sie hier (über)leben. Immer sind sie zahlreich an oder auf Mülltonnen zu finden, wenn sie nach Futterresten suchen. Sobald man sich irgendwo sogar im nirgendwo niederlässt ist bald ein Kätzchen in Sicht. Selten kümmert sich jemand oder füttert. Katzen können zwei bis dreimal im Jahr trächtig werden mit 4-6 Katzenbabys! Besonders in den Zeiten ohne Touristen überleben nur die zähesten. Kastrierte Kater sehen wir kaum. Als Erkennungszeichen für den Eingriff haben sie eine Kerbe im Ohr. Noch elender sind die streunenden Hunde dran, denen man die Entkräftung ansieht und dann noch der traurige Hundeblick…
Wir wollen weiter. Es regnet und was gibt es da besseres als einen Waschtag einzulegen. Wir finden einen supermodernen Waschsalon in Nea Moudania. Nicht mal Waschmittel müssen wir einfüllen. Das hat natürlich seinen Preis – 30 Euro für 30 Kilo gesammelte Wäsche, ist aber angemessen und alles kommt frisch und weich aus dem Trockner.
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