16.11. Nessebar, Burgas
Wir stehen unterhalb der Altstadt, die wir uns schon gestern Abend angeschaut haben. Die Häuser sind Typ Schwarzmeerhaus – unten Stein oben hölzernes Obergeschoss 18. bzw. 19.Jh.

Die Bucht von Nessebar ist noch am früher Morgen vom Mond beschienen. Die Hotels am gegenüberliegenden Paradiesstrand warten auf die nächste Saison. Unser Parkplatz ist ein beliebter Treffpunkt für Nachtschwärmer, die mit ihren getunten Autos unseren Schlaf störten.
An der Zufahrt zu Nessebar steht links eine Mühle und rechts eine Statue. Am kleinen Hafen liegen Fischerboote. Die Fischer bieten am Morgen ihren frischen Fang an. Wir sichern uns unser Mittagessen mit 6 kleinen Blaufischen, dazu ein Schwätzchen mit dem Verkäufer, der gut Deutsch spricht. Die Bettenhochburgen werden gern von Engländern genutzt, für die das Meer Nebensache ist – Hauptsache billig. Studenten tummeln sich in der semesterfreien Zeit an den Stränden. Das Thema Russland bleibt ausgespart, obwohl gerade die Russen schon wegen der Nähe ihren Urlaub hier gern verbracht haben. Ukrainische Autos sieht man dafür öfter.
Wir gehen wieder unserer alten Leidenschaft nach – die Leuchttürme. Der schlanke Leuchtturm ist allerdings Bestandteil einer Marina.

Unser Mittagessen teilen wir mit mindestens 6 Katzen.
Endlich ist auch die Sonne wieder dabei. Wir verbringen unseren Nachmittag gechillt. Die Katzen streichen dankbar um unsere Beine.
Zurück nach Burgas schaffen wir es noch ins Aqua Calidae, das der römischen Badekultur nachempfunden wurde. Gleich daneben befinden sich die Ausgrabungen dazu. Heutzutage sitzt man aber mit Mörderduschhaube im muffigen Pool mit unangenehmen Gestalten. Das halten wir nur eine Stunde aus.

Alle glauben an die Heilkraft des Wassers. Es fühlt sich seidig weich an. Abschließend gibt es noch Trinkwasser aus der Heilquelle – Heilung von innen und aussen. Das beschert uns eine unruhige Nacht, weil wir laufend auf Klo müssen. Nach dem Morgenspaziergang füllen wir trotzdem alle Kanister mit Heilwasser – Wasser brauchen wir immer egal ob es heilt oder nicht.

Nein – das sind keine Tennisbälle.

Das auch nicht.
17. 11.
200 km mit Grenzübergang bei Svilengrad zügig und ohne Probleme!
18.11. Alexandroupolis – GRIECHENLAND

An dem „verlassenen“ Bahnhof, wo wir gestern unser Nachtlager gefunden haben, werden wir morgens von der Polizei begrüßt. Wir müssen Ausweise und Autopapiere vorzeigen – wo wir hinwollen, wo wir herkommen. Holyday in Griechenland! Letztendlich wünschen sie uns gute Fahrt. Eigentlich sollte hier kein Zug mehr fahren, aber der kommt pünktlich 7 Uhr. Er fährt nach Alexandroupolis und wir hinterher.
Noch 100 km bis zum Mittelmeer!
Wir fahren an der Grenze zur Türkei, weithin sichtbar der von Griechenland gebaute fünf Meter hohen Stahl-Zaun zur Türkei am Fluss Evros entlang. Polizei und Militär sind überall präsent. Autos werden herausgewunken und überprüft, ob Migranten illegal von der Türkei nach Griechenland einreisen oder Schleuser unterwegs sind.

In Alexandroupolis treffen wir auf den ersten griechischen Leuchtturm.
Die Stadt ist groß und quirlig aber am Rand finden wir ein schönes Plätzen erste Reihe Meerblick und weitläufigem Strand.
Genauso haben wir uns unser Winterquartier vorgestellt.

Hendrik hält am Nachmittag ein Schwätzchen mit einem griechischen Familienvater während ich im Womo gemütlich lese. Der Mann lebte als Jugendlicher in Deutschland und ist dann mit seinen Eltern wieder zurück nach Griechenland, hat 5 Kinder und eine Frau, die beim Militär arbeitet. Er betreut die Kinder.
Abends genießen wir den Spaziergang am breiten Strand bei Sonnenuntergang. Ganz wenige Wagemutige schwimmen noch im Meer – ohne Neoprenanzug! Angler versuchen ihr Glück. Wir bleiben noch einen weiteren Tag, weil der Strand fast menschenleer ist und uns ein kleines Katzi in Beschlag nimmt. Nach anfänglicher Scheu ist sie so anhänglich, dass sie auf meinem Schoss liegt und zufrieden schnurrt. Mit dem Milchtritt markiert sie die ganze Zeit ihren neuen Schlafplatz – in ihren Pfoten befinden sich Duftdrüsen. Soviel Zuneigung und Vertrauen – am liebsten würden wir sie mitnehmen s. a. Katzi spezial. Neben unserem Futter kommt am Nachmittag noch jemand und schaut nach ihr. Sie ist also gut versorgt, wenn wir ohne sie weiterziehen.
Übrigens wer bis hierhin gelesen hat – die drei Tennisbälle sind die Früchte vom Milchorangenbaum.
Wie eine Fata Morgana taucht an beiden Abenden am Horizont im untergehenden Sonnenlicht die Insel Samothraki auf. Den ganzen Tag über ist sie von Nebel und Wolken umhü llt, bis sie sich abends im Untergang der Sonne zeigt!


Hinterlasse einen Kommentar