07.11.- 11.11.

07.11. 

Lugoj –  Herkulesbad – RUMÄNIEN

Im Schutz des  Baumhauses haben wir sehr gut geschlafen. 

Gestern haben wir geduscht. Hendrik  musste deshalb den Wasservorrat mit einem Kanister aus dieser blauen Pumpe wieder auffüllen. 

Die Fahrt über die Grenze nach Rumänien verläuft für PkW völlig problemlos, allerdings nehmen die LKW-Schlangen kein Ende. 

In Lugoj nehmen wir Tuchfühlung mit einer rumänischen Kleinstadt auf. Von schönsten Jugendstilhäusern bis sozialistischer Kulturpalastarchitektur  ist alles zu sehen, jedes Mal in einem anderen Zustand von Ruine bis saniert. Die Kirchen sind aber immer tadellosen Zustand wie dieses  Katzi.

Die kleineren Ortschaften sind von Häuschen gesäumt, von denen einige schmucke Ornamente haben. Nach der Grenze fahren  wir lange durch flache Landschaft, bis wir an den Rand der transilvanischen Berge gelangen. 

Erst am Nachmittag stellen wir fest, dass es in Rumänien  schon eine Stunde später ist als in Berlin. Die Zeitumstellung ist für uns von Vorteil, denn es ist noch eine Stunde länger hell. 

Und was fangen wir damit an? Um 18:00 Uhr sitzen wir mit den Einheimischen von Herkulesbad in einer heißen  Schwefelquelle bei über 40 Grad Wassertemperatur.  Die Autos werden einfach am Straßenrand geparkt, bereits am Auto steigt man  in  Bademantel und -hose und läuft in Badeschlappen zum Pool. Unterhalb der Straße sitzen dann alle kostenlos im dampfenden Schwefelwasser mit Blick auf den Fluss Cerna.  Das gefällt uns richtig gut! 

Man tut was für seine Gesundheit!

Es gibt u.a. Jod-, Brom- und Schwefelquellen bis 67 Grad Wassertemperatur für die Linderung verschiedenster Erkrankungen. 

Wir bleiben zur Nacht stehen, denn morgen wollen wir das noch einmal wiederholen!

08.11. Cetate

Was am späten Abend noch pure Erholung war, ist am Morgen echte Herausforderung für den Kreislauf so ohne Frühstück. Das Quellwasser ist so heiß – ich bekomme danach Schnappatmung und bin froh danach im Womo in  Schräglage gehen zu können. Hendrik hat es gut vertragen. Das ganze bei 0 Grad Außentemperatur. Im Becken sitzen wir mit Mütze. 

Selbst in der Nacht gibt es noch ein paar Spassvögel, die das Bedürfnis nach einer heissen Sitzung hatten.  Es war die erste unruhige Nacht seit Reisebeginn.  

Wir schauen uns den Kurort Herkulkesbad genauer an. Es warten schon die ersten streunenden Hunde auf uns. Was für ein Ort! Lost Places Ruinen in Bäderarchitektur vom feinsten aus Zeiten K u K.

Dank Denkmalschutz erstrahlen  einige Gebäude wieder im früheren Glanz. 

Die Strasse E70 führt uns wieder an der schönen breiten Donau entlang. Der Spätsommer bringt uns Tagestemperaturen von 18 Grad! Die Sonne knallt auf das Womo. Wir sitzen träge auf unseren Campingstühlen und schauen den Anglern zu.

Wir durchfahren die Walachei und kommen direkt an der Donau wieder zum Stehen. In den Nebenstraßen schauen uns Sinti und Roma neugierig hinterher.  

09.11. Cetate – Calafat – BULGARIEN

Temperatursturz – morgens 4 Grad Minus. Zum  Morgenspaziergang an der Donau begleiten uns streunende Hunde. Die ersten Wohnwagen werden aufgebaut, weil die Leute ihr WE mit Angeln verbringen. Cetate ist ein interessanter Ort mit diesem schön sanierten Haus eines Dichters und jeder Menge Skulpturen. 

Die Grenzüberfahrt von  Calafat  nach Vidin  ist allerdings eine echte Herausforderung.  Alle LKW und Pkw benutzen die Donaubrücke, um nach Bulgarien zu kommen. Vor 10 Jahren  gab es nicht mal diese, die Überfahrt hat mit Fähren stattgefunden. Erst mit Eintritt von Rumänien und Bulgarien in die EU wurde daran gebaut.   Beim ersten Versuch Richtung Grenze scheitern wir,  geraten  in einen totalen Stau. Am Friedhof machen wir kurz Pause, überdenken die Lage, sind dann aber noch einmal mutig und fahren beim zweiten Mal in der Mittelspur an den stehenden LKW und entgegenkommenden Autos vorbei. So macht man das! Für die letzten 200 Meter brauchen wir allerdings noch eine Stunde, bis dann endlich unser Ausweis kontrolliert wird.  

Die LKW-Fahrer in der extra Spur sind total entnervt, schreien sich gegenseitig an. Das ist zu verstehen, diese elende Warterei schon etliche Kilometer  vor der Grenze ist explosiv.

Schon kurz nach der Grenze werden wir von der Polizei angehalten – Licht an!

Das Einkaufen bei Kaufland ist ebenfalls abenteuerlich. Es ist alles in kyrillischen Buchstaben zu lesen, aber was bedeutet das – Einkaufen nach Bildern! 

Das Licht am Womo haben wir natürlich nicht abgeschaltet.  Während des Einkaufs ist die Batterie runter. Ein paar kräftigen Bulgaren helfen uns das Womo  aus der Parknische zu schieben, damit  wir im Kofferraum an das Starterkabel  kommen. 

Danach machen wir Strecke bis Montana an den Ogosta-Stausee  Wir sind etwas enttäuscht von den vielen Häuserruinen rechts und links der Straße. Selbst die kleinsten Örtchen in Rumänien haben ihre Häuserfronten mit folkloristischen Motiven aufgehübscht. Hier steht eine Ruine an der anderen. 

10.11. Montana – Ogosta-Stausee BULGARIEN

Was für ein cooler See! So eine Ruhe! Hier bleiben wir!

Glamping?

Abends kehren wir  beim gratis Lagerfeuer ein.

Unweit von uns steht ein großer Caravan, den wir bereits bei der Grenzüberfahrt gesehen hatten – so trifft man sich halt wieder.

Es wird viel erzählt – von Ossi zu Ossi – trotzdem haben wir ganz verschiedene Meinungen. Durchgeräuchert kommen wir am Womo wieder an,  essen Abendbrot und hoffen eine ruhige Nacht zu haben.

Es soll bald regnen und so ist es nicht ohne Risiko hier zu stehen,  weil starker  Regen den Sandboden aufweichen kann. 

11.11.

Und so kommt es, in aller Frühe nimmt der Regen zu und wir verlassen den See vorzeitig, stehen  in Montana direkt neben einer belebten Kreuzung zum Frühstück. Vor uns der Bäcker, trotzdem schieben wir eisern unser Hafermüsli ein.

Hinter Montana beginnt das Balkangebirge. In Varshets suchen wir ein Thermalbad, finden stattdessen aber nur Heilquellen an denen die Leute Flaschen mit Heilwasser abfüllen. Wir tun es auch, das Wasser riecht wie immer etwas nach Schwefel, die Mineralien kann man natürlich nicht schmecken,  sollen aber Kreislauf und Magenbeschwerden lindern.  Das alte Thermalbad ist nicht zu finden, obwohl wir kreuz und quer durch die Stadt fahren. 

Wir befahren das westliche Balkangebirge. Zum Mittag stehen wir am  Klisurski-Kloster – bulgarisch-orthodox.  Fotografieren nicht erlaubt. Eine voll verschleierte Frau macht uns Licht an, damit die Klosterkirche, die Messingkronleuchter und Ikonen in vollem Glanz erstrahlen.  Alles ganz schön saniert hier für etwa 8 Frauen, die in diesem  Frauenkloster noch wohnen. 

Unser Ziel ist Sofia. Wir haben 1400 Meter Höhenunterschied und viele Serpentinen vor uns. Statt der Wärme finden wir  uns im Winter ein. Auf dem Gipfel stehen wir mitten im Schnee!

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