28.10. Kehlheim
In Vorbereitung auf Griechenland lernen wir noch ein wenig über die Götter. In der Serie Kaos wird der Mythos modern aufbereitet.
Prometheus ist an einen Felsen gekettet und erzählt die Geschichte von Zeus und Hera, von Poseidon, dem Bruder von Zeus. Poseidon ist der Geliebte von Hera. Orpheus ist ein Rocksänger, der seine Euridike aus der Unterwelt befreien will. Minos ist der Vater von Zwillingen, Minotaurus sperrt er erst ein, bringt ihn später um und wird dann von seiner Tochter umgebracht. Das Kaos beginnt.
Und alles nur wegen den Prophezeiungen.
Ein paar Namen haben wir uns jetzt gemerkt, auch wer mit wem. Und vielleicht tauchen wir in Griechenland noch weiter in die Mythologie ein.
Vorerst können wir uns mit unserer eigenen deutschen Geschichte beschäftigen. In Kehlheim auf dem Michelsberg steht ein imposanter Monumentalbau – die Befreiungshalle.


Steiler Aufstieg, die Aussicht lohnt sich schon mal, obwohl etwas nebelverhangen. So wird es auch in den nächsten Tagen sein. Aber wir haben Blick auf die Donau und das Städtchen im Tal.
König Ludwig I. hat die Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813-15 als Mahnmal für die Einheit Deutschlands errichten lassen – Bauzeit 20 Jahre!Beim Eintritt in die Halle werden wir von 34 weißen Marmorfiguren umringt, die Siegesgöttinnen darstellen, jede etwa 3 Meter hoch. Der Blick zur Kuppel ist wirklich beeindruckend, alles in Perfektion und Kühle des Mamor. Die Putzfrau beeilt sich bei der Arbeit, um der kalten Halle wieder zu entkommen. Hendrik erobert noch die Balustrade während ich mich ebenfalls wieder hinaus in die Wärme begebe.
Das Städtchen Kehlheim ist dagegen nett und beschaulich, wie ein Kreuz angeordnet, an jedem Ende durch einen Turm begrenzt, kein Marktplatz in der Mitte, nur hübsche kleine Geschäfte. Und zum ersten Mal sehen wir ein Auto ohne Fahrer! Kexi ist ein autonom fahrendes Stadtshuttle, macht zwar nur 20km/h aber für eine Stadttour reicht das. Funktioniert wie ein Ruftaxi über App.

29.10. Essing
Von Essing im Altmühltal sind wir total angetan, zum einen wegen der urigen kleinen Häuschen am Fluss vor den Felsen – kein Mensch scheint hier zu wohnen außerhalb der Saison.

Zum anderen ist die Tatzelwurmbrücke richtig cool! In mehreren Schwüngen schlängelt sich die Holzbrücke ca. 200 Meter über den Main-Donau-Kanal wie ein Wurm.

30.10. Riedenburg
Schloss und Burgruine von Riedenburg thronen auf hohen Felsen über dem Main-Donau-Kanal.
Die Falknerei und das Schloss Rosenburg sind allerdings nur bis Mitte Oktober geöffnet, Saisonende – der Aufstieg hat sich nicht gelohnt.
So könnte ein Weißkopfseeadler in der Flugshow vom Falkenhof aussehen.

Die Sonne lässt sich nicht mehr blicken. Der Nebel wabert den ganzen Tag über den Felsen, es ist deutlich kühler geworden. Also weiterfahren bevor der Herbst nasskalt wird.
31.10. Passau
Wir stehen die zweite Nacht in Riedenburg am Main-Donau-Kanal genauso ruhig wie auch alle Nächte davor. So langsam müssen wir Strecke machen, damit die Batterie des Womo auch wieder aufgeladen wird während der Fahrt. Außerdem wird es Zeit – ab in den Süden, der Sonne hinterher. Allerdings haben wir noch einen schweren Verlust zu verzeichnen. Hendrik hat seine allerliebsten Gummischuhe am Platz stehen lassen! Nicht nur dass sie da einsam zurückgeblieben sind – wo bekommen wir genau diese Treter wieder her?
Seit Beginn er Reise haben wir uns auf gesundes Essen spezialisiert.

In der Nähe von Passau finden wir einen Platz am Waldrand. Am grünen Inn können wir wandern und entdecken dabei so einige kleine geschnitzte Kunstwerke, die sich die Natur langsam wieder zurückerobert.

1.11. Engelhartszell
November – kaum zu glauben, als wir die Grenze zu Österreich erreichen – hier scheint endlich wieder die Sonne! Wir fahren weiter an der Donau entlang in bereits bekanntes Gebiet u. a. das Schütz Art Museum. Nur die Museumskatze ist neu und anhänglich, läuft jedem Besucher hinterher und folgt uns bis zum Womo. Ein kleiner Schubs und schon haben wir einen neuen kuschligen Mitfahrer! Ne da machen wir uns strafbar, die Katze kennt hier jeder, die darf sogar durch das Museum spazieren.

Lange verweilen wir auf der Sonnenbank neben einer kleinen Kirche mit Blick auf Donau, Schiffe und Schwäne.

Am Kloster Engelhartszell haben wir vor zwei Jahren im März schon einmal eine Nacht verbracht.Und was erwartet uns hier – die Klosterkatze! Selbe Format wie die Museumskatze, genauso zutraulich und wuschelig. Zweiter Versuch?

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