
Herzlich willkommen – wer es bis hierhin geschafft hat!
2.3. Steinhuder Meer
Unser Womo hat ein Leck! Der Boiler hält kein Wasser, weil das Überdrucksicherheitsventil nicht hält. Und so führt uns der Weg zunächst einmal in das Land der Zubehöre zu Berger kurz vor Hannover.
Wir brauchen einen Truma-Wasseranschluss. Eine halbe Stunde laufen wir zusammen mit dem Verkäufer die Reihen des riesigen gut sortieren Ladens ab, bis der ihn dann ausserhalb im Lager findet.
Dazu gibt es dann noch klappbares – eine Schüssel und zwei Stühle. Immer sind es platzsparende ausgefeilte Ideen, die einen bei Berger begeistern – man kann immer wieder neues entdecken. Und so landet auch noch eine Pfanne mit abnehmbarem Griff in unserem Einkauf.
Und der stand vor dem Laden …

Jetzt kommt der Einbau! So hat sich Fred unseren Urlaubsbeginn natürlich nicht vorgestellt. Ganz der Handwerker ist aber auch das in einer Stunde erledigt. Jetzt ist alles wieder top!

Der Nachmittag liegt vor uns und so landen wir am Steinhuder Meer. Damit sind wir ziemlich vom Weg abgekommen. Aber die Sonne scheint so schön, die ersten Forsythien blühen gelb und einige Bäume haben weißen Blüten, also ab in die Landschaft.
Am Steinhuder Meer ist allerdings Land unter. Die Straßen sind noch begehbarm abseits davon sind die Wege im Wasser versunken. Am Südufer genießen wir die Sonnenstrahlen mit Blick auf die Insel Wilhelmstein. Um uns herum wuseln etliche Radfahrer. Schade, wir haben die Räder nicht mitgenommen – aber vielleicht leihen wir uns nach dem E-VW jetzt mal ein E-Rad aus.
03.03. Hameln
Rattenfänger von Hameln – das hat wohl jeder schon einmal gehört. Erst lockte er mit seiner Flöte die Ratten aus der Stadt und dann die Kinder. Und so gruselig geht es den Vormittag weiter. Die Stadt hat sich zum Mittelalterfest versammelt. Mystica Hamelon nennt sich das hier. Viele Besucher tummeln sich in Phantasiekostümen des Mittelalters über den Marktplatz. Sehen und gesehen werden! Für ein Wochenende
ist man Ritter, Hexe, Elfe, Pirat oder Wikinger.

Ganze Familien sind dem Mittelalter verfallen, schieben im Kostüm Kinderwagen durch die Menge, Mutti als Burgfräulein Papi mit einem Schaffell. Rund um die Kirche futtern sich die Menschen durch die Stände mit Bratwurst und Schwein am Spiess. Elfenhafte Damen auf Stelzen bewegen sich in Zeitlupe mitten im Volk. Kinder haben ihren Spass auf hölzernen Karussells. Insgesamt ein richtiges Spektakel in echter Mittelalterkulisse, alles umrahmt von alten Fachwerkhäusern. Leider fehlt die musikalische Untermalung, keine Flöte, kein Dudelsackspieler weit und breit zu hören.
Wir sind zwar fahrendes Volk wie im Mittelalter. Damals wären wir allerdings mit Pferd und Wagen unterwegs gewesen. In dieses Zeitalter würden wir nie freiwillig zurückkehren, nicht mal in Verkleidung.
Wahrscheinlich gäbe es uns in unserem Alter gar nicht mehr, weil Krieg und Krankheit uns schon längst hinweggerafft hätten.
Am Nachmittag tauchen wir noch einmal in ein anderes Zeitalter ein.
In Bad Pyrmont steht ein barockes Wasserschloss, die Kurklinik mittendrin. Im Schlossgarten mit riesigen alten Bäumen und in den Wandelgängen gehen die Besucher und Patienten spazieren.

Erste zarte Blüten zeigen sich an den Bäumen. Auf den Wiesen stehen Krokusse in lila und weiss. Im kleinen japanischen Garten schwimmen Koi Karpfen. Wir sind immer wieder erstaunt, was man so alles am einem Tag erleben kann – erst das Getümmel in der Stadt und danach die Ruhe im Park. Ganz still ist es dann am Abend. Wir finden unser
Nachtlager über der Stadt mitten im Wald unweit des Spelunkenturms.
Es gab da mal die Spelunkengemeinschaft……..oh man es reicht!
5.3. Bad Pyrmont

Auf unserem Waldparkplatz auf dem Berg liegt alles im Nebel, die Sennhütte vor uns ist nicht mehr zu sehen. Aber die kann man sich ja bei der Sendung „Mein Lokal – dein Lokal“ reinziehen, denn hier oben sitzen die Sieger.
Beim Solebaden in der Hufeland Therme von Bad Pyrmont tun wir etwas für Gelenke und Atemwege. Nahe an den Sprudeldüsen blubbert es als ob man in Kohlensäure badet. Das Wasser ist schön warm und salzig und der Schmand bald weg!
Wir fühlen uns entspannt und fahren danach noch ein Stück nach Höxter. Das Weserland gefällt uns immer mehr, zumal der Frühling endlich sattes Grün auf die kleinen Hügel dieser Landschaft zaubert. Zur Nacht stehen wir in Höxter auf einem richtigen Stellplatz, einer wie ihn sich Womo-Fahrer wünschen – direkt an der Weser mit Stadtblick auf die Fachwerkhäuser.
7.3. Frankfurt am Main
Zweiten Anlauf! Im letzten Jahr mussten wir abbrechen. Nun haben wir es nach Frankfurt a.Main geschafft. Mainhattan! Ein kleines Stück New-York Feeling erleben, das die Wolkenkratzer schon von weitem versprechen.

Zunächst tauchen wir fussläufig ein. Die meiste Zeit haben wir die Augen in den Himmel gerichtet. Wir machen so lange und so viele Fotos in der Bankencity, dass wir glatt angesprochen werden, ob wir vom Fernsehen sind. Die besten Fotos entstehen, wenn man die Kamera himmelwärts hält, wo die Hochhäuser zusammenlaufen.

Danach verschaffen wir uns einen Überblick über die Stadt auf 200 Meter Höhe vom Maintower aus. Nichts für Leute mit Höhenangst! Wir haben Glück mit dem Wetter. Ab und zu schickt die Sonne ein paar Strahlen auf die Dächer der Stadt. Nach und nach entdecke ich all die Häuser wieder, die ich mal gepuzzelt habe. Jede Fassade der hohen Bankengebäude ist unterschiedlich und ich kann sie teilweise wiederkennen.
Zur Mittagszeit fühlen wir uns tatsächlich wie in New York. Die Strassen sind verstopft, Banker kommen aus ihren Glaskästen, gut zu erkennen an den Lederschuhen und der Coolness.
Wir verbringen unsere Mittagspause auf der Aussichtsterrasse vom Galeria Kaufhaus, ein Stück Kuchen und das ganze Ensemble des Bankenviertels liegt vor uns.
Wir sind begeistert, dabei haben wir noch nicht einmal eines der vielen schönen Museen auf der anderen Seite des Main gesehen, was heisst – wir kommen wieder!

7.3. Bad Nauheim Sprudelhof- Therme
Nach der Großstadt gestern tun wir etwas für unsere Gesundheit.
Die Sprudeltherme von Bad Nauheim ist auf dem neuesten Stand – Wasserbecken mit 37-40 Grad mit und ohne Sprudeldüsen. Sole pflegt die Haut, ist gut für die Durchblutung und schmerzende Gelenke. So tauchen wir in die Welt der Ältesten ein, sitzen ganz entspannt zusammen auf Masssage- und Sprudelsitzbänken. Keiner springt hier mehr vom Beckenrand!
Der Kurort wirkt etwas in die Jahre gekommen. Im Park werden wir allerdings von einer Sehenswürdigkeit überrascht, die wir hier nicht vermutet haben. Viele Persönlichkeiten haben den Ort schon aufgesucht, von Karl May bis Albert Einstein und natürlich Sissi.
Der letzte Promi dieser Stadt wird besonders verehrt – Elvis! Der war hier von 1958 – 60 stationiert. Der Bronzeelvis steht auf einer Brücke oder sitzt selfiebereit auf einer Bank. Elvis hat sogar das Ampelmännchen verdrängt. Er leuchtet bei rot und grün als Mini-Elvis mit Gitarre auf. Beim Überqueren der Strasse haben wir deshalb akustisch ein wenig mehr Rock n roll erwartet!

8.3. Marburg
Marburg ist unser Absacker in diesem Urlaub.
Der Grimm dich Pfad, der mit Märchen-Apps zum Schloss hochführt, ist eher ein Trimm dich Pfad. Der Aufstieg hat vielen Treppen. Die Aussicht ist wie erwartet schön über den Dächern der Stadt, dazu noch der sonnigste Tag der Urlaubswoche und Frauenfeiertag, allerdings nur in Berlin.
Mit dem Elektrobus geht es zurück durch die engen Gassen in die Unterstadt und dann noch ein paar Schritte bis zur nächsten Gastwirtschaft. Es gibt Pommes mit Schnitzel als Mittagsmenü untermalt mit Musike von Eros Ramazotti. Der ist in die Jahre gekommen, genau wie diese Stadt, die sich aber weltoffen gibt mit gleichgeschlechtlichen Ampelmännchen!
Wir entschließen uns auf einem Stellplatz unterhalb von Marburg zu stehen, Tür an Tür mit Meier und Schulze direkt an einer Strasse.
Als wir unsere schicken neuen Campingstühle einweihen, die wir uns am Anfang des Urlaubs kauften, haben wir irgendwann genug von der hässlichen Betonwand auf der anderen Strassenseite. Wir sind uns gleichzeitig einig – das wird hier nix und fahren weiter.
Den nächsten Morgen befinden wir uns auf einem kleinen Parkplatz an einer Anhöhe an einem Teich in vollkommener Ruhe und Abgeschiedenheit. Wir können lange ungestört weit ins Land schauen. Der Trecker zieht auf dem Feld seine Runden, Windräder kreisen langsam. Bis die üblichen Hundebesitzer zum Gassigehen eintreffen und wir Richtung Heimat fahren, vergeht der halbe Tag.
Der Frühling verschönt uns die Rückfahrt, überall blüht es. Wir sehen Rehe auf den Feldern und sogar die ersten Störche im Nest!

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