Südeuropa 2023

Ö,U,BIH,KR

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Sommerurlaub 18.9. – 15.10.23

Herzlich willkommen – wer es bis hierhin geschafft hat!

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, das wir krank in den Urlaub fahren – aber wir hoffen auch dieses Mal, dass wir gesund und munter wieder zurückkehren.

Wir haben wegen Corona  unsere Reiseroute geändert, die zwei Pandemiejahre waren wir nicht von Corona betroffen, haben es ohne Krankheit überstanden und jetzt wo keiner mehr daran denkt, bekommen wir das und noch zum ungünstigsten Zeitpunkt, kurz vor unserem Jahresurlaub. 

Wir si nd also krank geschrieben und dann soll es gleich in den Urlaub gehen – mit Volldampf mit der Fähre nach Irland! Auf einem schaukelnden Kahn, jetzt wo Immunsystem und Magen so durcheinander sind  gleich in den Herbst katapultiert zu werden, kann ich mir nicht mehr vorstellen. In Berlin haben wir noch Sommertemperaturen um 30 Grad! Da fährt doch keiner freiwillig in den Regen! Die Fähre ist gebucht seit Februar, da kann viel passieren im Laufe des Jahres. Und so ist es gekommen. Wie so oft in diesem Jahr war ich genau zum Urlaub krank, Corona ist jetzt noch der Gipfel des ganzen. 

Ich kann mir bei diesem schönen Wetter überhaupt nicht mehr vorstellen, mit Regenjacke auf Leuchtturmjagd zu gehen, das hat auch so seine Zeit. Sie sind immer noch schön, aber wir müssen sie nicht mehr alle anfahren, um ein Ziel zu haben. Irland habe ich landschaftlich noch sehr sehr gut in Erinnerung – eine tolle Insel, die vergisst man nicht, auch wenn es schon 20 Jahre her ist, als wir sie mit den Kindern bereist haben  

Wir tun uns schwer, die Fähre ist noch nicht abbestellt. 

Wenn wir Richtung Süden fahren, können wir noch mit Fahrrad und Kajak aktiv sein. Ich habe eine Rückkehrchance wenn sich mein Zustand verschlechtert. Die Strategie hatten wir dieses Jahr schon einmal, da hatte ich Gürtelrose. Wir haben die Sommerurlaubsbilder der letzten Jahre angeschaut und waren beide wieder begeistert, wie einfach man im Sommer leben kann – von Luft, Liebe und gutem Essen.

Das spricht doch für Süden und Gesundwerden!

Coroana eine ganz neue Erfahrung – eine ganz schön miese. Ich kann  nichts mehr schmecken und nichts mehr riechen. Empfindungen auf der Zunge sind nur noch heiss und kalt, frisch oder scharf, es schmeckt alles gleich – nach nichts! Nur noch die Konsistenz. Das ist wirklich unglaublich, wie wichtig Geruch und Geschmack sind. Fred geht es wieder besser, er kümmert sich um unseren Alltag.

Donnerstag – die Fähre ist abbestellt. Wir haben es uns nicht einfach gemacht Unter den ganzen Bedingungen jetzt das beste, wer weiss, wie sich das noch entwickelt, komme ich wenigstens schneller nach Hause zurück, als wenn wir auf einer Insel sitzen. Wir fahren in den Süden in die Sommerverlängerung, altbewährte Richtung Kroatien. Hier herrschen hochsommerliche Temperaturen um 30 Grad. Wo wir tatsächlich ankommen, werden wir noch sehen. Wir gehen es langsam an, Autobahn Richtung München.  

17.9.

Corona-Symptome habe ich immer noch. Morgens metallischer Geschmack im Mund. Ich grabbel  mich seit zwei Tagen  durch diverse Crackertüten – nichts, kein Geschmack! Kaffee ist einfach nur  heiss und schmeckt im Abgang total bitter. Kalt, süss oder sauer bei ausbleibendem Geschmack. Ganz schön unbefriedigend, vergeht einem die Lust auf Essen.  Müde und kaputt bin ich auch immer noch, unterschwellig leichte Kopfschmerzen. Schweissausbruch bei jeder größeren Anstrengung 

Das WE haben wir im Garten  verbracht, die Gartensaison liegt in den letzten Zügen. Abends Feuerschaale. Die Männer haben den Pool entwässert und gesäubert,  ein letztes gemeinsames Frühstück, dann geht es los. Wir wollen den Sonntagsverkehr ohne LKW nutzen, wie immer verzögern diverse Baustellen unser Vorankommen. Vor Schleiz stehen wir dann im Stau Unfall – 3 Pkw blockieren die Autobahn.  

Das alles kostet uns eine ganze Stunde bis wir endlich „Zack,zack“ wieder aufsitzen dürfen.  Der ranghöchsten Feuerwehrmann gibt das Kommando zur Weiterfahrt. Die  Karawane setzt sich in Bewegung, vorbei am Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr, die etwas unmotiviert in den Sonntag schaut, Besen in der Hand, Sieht alles wie eine Übung aus, der überschaubare Schaden auf der Autobahn wird zusammengefegt. Wäre fast unterhaltsam, wenn nicht 32 Grad herrschen würden. Also Klimaanlage an und los! die Karawane entzerrt sich, wir fallen schnell wieder ab. Die  Pkw rasen an uns vorbei, geben noch einmal alles. 

Fred meint, das wäre  in Irland nicht passiert,  lenkt aber sofort ein als er meinen Blick sieht – „Ach was,  ich ziehe ja auch lieber die kurze Hose an!“

Wir fahren Richtung München, durchs bayrische Hopfenland, hätten sogar eine Chance auf dem Oktoberfest zu landen, wo man Frau Rohrbach- Ottersried im Barbie-Dirndl antreffen könnte, letzter Schrei in diesem Jahr. Heute ist Zapfenanstich! Ab 6:00 Uhr in der Früh stehen die Schunkler  vor dem Haupteingang, damit sie im Festzelt einen guten Platz bekommen. Um 9:00 Uhr Öffnung, Sprint zu den harten Bänken,  auch hart umkämpft die erste Mass Bier zwischen 12 – 15 Euro! 

Die Allianz-Arena prangt im Untergang der Sonne, da wird es Zeit, dass wir uns ein ruhiges Stück Landschaft für die Nacht suchen. Beinahe stehen wir mitten im Hermanndorfer Hühnerhof. Dieser hat sich der Biolandwirschaft verschrieben – handgemachte Lebensmittel in ökologischer Qualität. Knödelkochkurs für Fred und Weisswurstfrühstück für mich, schmecke sowieso nichts. Vom Acker bis zum Teller alles unter einem Dach.

Ein morgendliches Wecken durch gackernde Hühner können wir uns nicht vorstellen. Mit den letzten Reserven kurz vor Eintritt der Dunkelheit kommen wir zwischen Tuntenhausen  und Ostermünchen neben einer Sportanlage zum Stehen unter einem Lindenbaum über uns der prachtvolle Sternenhimmel. Hinter dem Womo grast eine Kuh, zupf, schmatz, zupf, schmatz, wie schön ist doch das Landleben! 

18.09.

Wein – weil es für Kaffee zu früh ist und ich sowieso nichts schmecke?

Unser Nachbar-Womo ist bereits aktiv, der Mann ist mit dem Fahrrad frischen Brötchen holen. Wir machen Müslitime und danach kleinen Morgenspaziergang. Über dem Feld strahlt ein stolzer weisser Kirchturm. Danach fahren wir nach Rosenheim zu Berger. Das ist die Erlebniswelt für Camper! Eine volle Gasflasche brauchen wir noch für diesen Urlaub. Außerdem einen neuen Toaster.  Der sieht nicht aus wie ein herkömmlicher Toaster und sollte an dieser Stelle  mal erklärt werden, weil praktisch, einfach und gut: Toasten ohne Toaster d. h. auf einer runden Edelstahlmetallplatte sind 4 klappbare  Stützen angeordnet,  an die das Toast gelehnt wird. Gas an und das Rösten kann losgehen, für den Winter gleichzeitig Innenraumheizung für das Womo. 

Der Simssee ist das, was wir den Berlinern wünschen – ein Naherholungsgebiet mit Badestellen mit langem Steg mit Leitern, mehrere Liegewiesen und extra Liegeflächen aus Holz, zahlreiche Fahrradständer, kleiner Spielplatz am Rande, kleines Kaffee und Imbiss, wo man auch Kinder das erste Mal allein zum Eis holen schicken kann, weil die Eltern sie überall im Blick haben. Für Freizeitaktivität ist gesorgt – gerade kommen ein paar Jugendliche mit einem Drachenboot an. Hier könnten wir auch unser Kajak einsetzen, sind aber noch nicht fit genug dafür. Gehen wir erst mal Schwimmen, bei 23 Grad Wassertemperatur, im Hintergrund die Berge. Die ersten angenehmen Urlaubsgefühle kommen auf. 

Direkt am Simsee ist Übernachten verboten. Wir schauen uns eine Alternative an einer Kirche an oberhalb des Simssee. Als erfahrene Freisteher wissen wir natürlich, dass auch hier die Glocken läuten, gerade im tiefsten Bayern. Wir lassen es darauf ankommen, hoffen, dass es eine Nachtruhe gibt. 

Friedhof ist wie immer interessant, sehr schön die alten schmiedeeisernen Grabkreuze und dahinter immer wieder ein schöner Blick auf den See. Hinter der weißen Kirche steht ein typischer Bauernhof mit Tenne, Pferdekoppel, auch ein Katzi äugt argwöhnisch als ich über die Friedhofsmauer schaue, will sich aber nicht zu mir gesellen. Alles sehr idyllisch wenn es nicht regnen würde. Also sitzen wir im Womo und hören das Glockengeläut bis es sich um 22:00 Uhr einstellt. 

19.9. Chiemsee

Pünktlich 06:00 Uhr schaltet sich die Turmglocke wieder ein,  zu jeder viertel Stunde einmal, zu jeder vollen Stunde ein kleines Konzert verschiedener Glockentöne. Mir gefällt das, für Fred ist es noch ein wenig früh.  15 Grad Aussentemperatur, Regen die ganze Nacht. Wie war das mit der Sommerverlängerung?

Wir fahren dem Chiemsee entgegen. Die Wolken verziehen sich nach und nach.  Wir haben schöne Sicht auf die Berge. Die Traditionsbahn hat ihren Verkehr bereits eingestellt.  Chiemsee-Schiffe sind jetzt der Renner. Erst wenn der letzte Platz auf dem Schiff mit einem Touri besetzt ist, schippern sie los  auf die Herren- und Fraueninsel. Bei den Herren steht ein Schloss bei den Frauen ein Kloster. Kann man machen, muss man nicht. Ein Spaziergang auf der Promenade tut es auch. 

Fred lädt mich heute zu kulinarischen Genüsse ein. 

Wir fangen mit Weisswurst an, dazu Brezen und zur Abrundung noch ein Leberkäsebrötchen, dazu ein Radler. Die unterschiedlichen Senfsorten schmecke ich nicht. 

Der Duft einer Kaffeerösterei  wabert über die Promenade, auch davon merke ich nichts als alter Kaffeejunkie.  

Beim frischen Zwetschgendatschi mit Sahne haue ich total rein, schließlich isst das Auge mit! Von Zimtgeschmack keine Spur. Allerdings ist der Pflaumenkuchen von gestern, ich hatte bei frisch irgendwas knuspriges erwartet. Perlen vor die Säue, Coronageschmackstest nicht bestanden – aber das wird wieder!

Freds Käsekuchenstück ist  üppig. Alles zusammen s.o. macht satt für den ganzen Tag.  

Die Sonne lädt zum Bade ein, allerdings ist der Chiemsee dafür nicht geeignet. Wir versuchen es an verschienden Stellen, stehen aber jedes Mal nur bis zu den Knien im Wasser, noch dazu sehr steinig, das Wasser milchig braun. Der Blick mit Berpanorama entschädigt uns dafür.

20.9. Fuschlsee, Wolfgangsee, Mondsee

Morgens 11 Grad Aussentemperatur, um 09:00 Uhr knallt die Sonne! Die Nacht war sehr ruhig, wir stehen zum zweiten Mal neben einem Sportplatz. Im zunehmenden Morgenverkehr werden wir wach. 

Nach dem Resteessen morgens steuern wir einen Lidl an. Wie gewohnt gibt es schon Weihnachtsgebäck um diese Zeit. Und wie jedes Jahr schleiche ich um das Regal und packe meine Lieblingslebkuchen ein. Fred hatte im letzten Jahr sogar die Weihnachsstolle im Womo-Gepäck –   Stollenanschnitt in Kroatien!

Wir sind weiter auf Seetour, vom Fuschlsee zum Wolfgangsee, dann weiter zum Mondsee.  Vom Parkplatz  sind es 10 min. Fussweg bis zum Fuschlsee an einem Golfplatz vorbei. Lila Herbstzeitlose vermischen sich mit dem saftigen Grün der Wiesen. 

Der  Fuschlsee  ist so klar wie ein Bergsee, hellgrün, 20 Grad Wassertemperatur. Das ist sehr erfrischend und wir sind bereit zur Weiterfahrt zum Wolfgangsee. Es wird hier natürlich schwieriger frei zu stehen in so einem Touristenhotspot. Wir haben festgestellt, dass es in der Nachsaison genauso voll ist, da kommt die zweite Charge der Urlauber, die  Ü50. Eine Armada  Womos, Elektroräder und Gehhilfen. Keine Kinder, dafür mehr Hund. Das letzte Kind hat Fell!  Wir sind immer wieder erstaunt, was sich die Touris so zutrauen, wenn sie die Strassen mit ihren Fahrrädern entlangwuchten auf anspruchsvoller Strecke, denn es gibt hier so einige Steigungen und rasante Abfahrten.  Wir haben inzwischen dem Kajak den Vorzug gegeben, Seen gibt es hier ja genug!

Noch ein Stück Mondsee zum Nachmittag, hier lassen wir uns an einem der Parkplätze an der Strasse nieder, genießen den Blick übers Wasser auf das  Bergpanorama. Gleich gesellen sich ein paar Entchen zu uns. Am Himmel trudelt ein Flugzeug, macht mehrmals Looping – atemberaubend. Wird doch nicht etwa ein  übermütiger Touri sein? 

Nachdem dem ersten Versuch mit einer Gondel auf den Predigerstuhl zu fahren – keine Parkplätze – gescheitert ist, wollen wir es noch einmal am Wolfgangsee versuchen.

Wir haben die Wahl zwischen Zahnradbahn und Gondel, zwischen Zwölferhorn und Schafberg. 

Dazu  brauchen wir einen Übernachtungplatz in der Nähe,  damit wir diesmal rechtzeitig einen Parkplatz erwischen. Diesen „Winkl“ finden wir zwischen Wolfgang – und Mondsee vor den Toren des Europakloster Gut Aich. Die Brüdergemeinschaft bietet  hier einen Ort der  Heilung, des friedlichen Zusammenlebens und der Stille – das verspricht eine ruhige Nacht zu werden.  

21.9.

Wir entscheiden uns für die Zwölferhornseilbahn. Um 09:00 Uhr  öffnet die Bahn und wir stehen zur Abfahrt bereit.  Das Zwölferhorn ist 1500 Meter hoch, kein Wölkchen am Himmel, Blick auf das Salzkammergut – auf Wolfgangsee, Mondsee und Fuschlsee. Während der Fahrzeiten wird die Bahn repariert. Kurz vor dem Aussteigen schleppt sich die Gondel nur noch Zentimeter um Zentimeter. Als wir endlich draussen sind, liegt das ganze Bergpanorama mit seinen schönen Seen vor uns. 

Bergheil und griass eich!

Noch mehr Ausblicke bietet der Zwölferhornrundweg. Paragleiter starten gleich am Anfang unserer Tour und jedes Mal stellt man sich vor, wie man da selbst mal im Tandem fliegt. 

Fast auf jeder Bank halten wir, nicht weil wir nicht mehr laufen, sondern weil wir uns an der schönen Natur nicht sattsehen können. Am Wegesrand blüht der Enzian,  Kühe bimmeln auf den Wiesen. Wo ist eigentlich Heidi?

Zum Ende unserer Runde, stürmen immer mehr Touristen auf den Berg, Zeit für uns wieder herunterzugondeln. Diesmal haben wir die Kabine für uns. Ruhig gleitet sie bis zum Wolfgangsee hinunter, das allein ist schon ein Erlebnis!

Badeklamotten eingepackt, See testen, der von oben dieses verlockende Smaragdgrün hat. 20 Grad Seetemperatur sorgen endlich für Abkühlung. Wieder so ein schöner Badeplatz unter schattigen Bäumen mit Kaffee, Liegewiese, Steg und Holzliegeflächen. Direkt vor uns liegt der Schafberg, den man mit der historischen 130 Jahre alten  Zahnradbahn erreichen kann. Ein Berg ist genug! Die Aussicht auf den Wolfgangsee werden wir nicht vergessen. Wir gehen zurück zum Parkplatz durch St. Gilgen, erstaunlich wenig Menschen hier, die üppigen Geranien an den Balkonen sind eine Augenweide.

Zum Schlafen geht es diesmal mitten in den Wald. Gegen 19:00 Uhr wird es dunkel –  hier ist die Nacht rabenschwarz! Der kleine See neben uns heißt  Schwarzer See. Nach kurzer Zeit hören wir einen Hirsch röhren. Die Paarungszeit beginnt im September, dauert 2-3 Wochen.  Dieser Platz so richtig mitten in der Natur ist nur mit unserer Parkapp zu finden, die natürlich auch von anderen Campern genutzt wird.  Wir stehen zu dritt, mit dem nötigen Abstand, den wir uns als Freicamper lassen. Das ist ungeschriebenes Gesetz – keiner rückt dem anderen auf die Pelle!

22.9. Gesäuse

Der Hirsch ist tot! Unfassbar! Ein Jeep fährt am Morgen an uns vorbei, aus dem Kofferraum hängt der Zwölf(?)ender. Ich bin erst einmal geschockt, schon allein davon, wie das Tier da aus dem Kofferraum hängt, wo es gestern noch durch den Wald geröhrt hat, um sich zu verpaaren.  Der Hirsch auf dem Foto lebt noch im Hirschgehege, ist aber auch schon ein Kandidat für Hirschragout.

Muss ich gleich mal googeln – in der Brunft darf das Wild nur erlegt werden, wenn es krank oder verletzt ist. Allerdings sind die Tiere durch ihren Brunftschrei leichter zu orten und damit einfachere Beute, was es auch den Jagdreiseveranstaltern leichter macht.

Ein Hirsch mit knapp 3 Kilo Trophäengewicht kostet Abschussgebühr 465 Euro, ab 5kg 1190 Euro, ab 11 kg 11000 Euro.

Bloss weg hier! Heute machen wir Strecke. Der Himmel ist bewölkt – Fahrwetter. Unser vorläufig letzter See auf der Seentour ist der Hallstättersee, ein fjordähnlicher See mit tiefem Bergeinschnitt. Zum Mittag gibt es Soljanka aus der Dose von Philipps. Schmeckt richtig gut, selbst ich schmecke wieder einiges mehr. Wir haben noch 3 Dosen, Bohne, Linse und Mexikanisch.

Wir fahren nicht Autobahn, sondern direkt durch die Berglandschaft.

Der Benediktinerstift in Admont beherbergt mehrere Museen. Das Highlight ist die größte Klosterbibliothek der Welt. Soviel Wissen, nichts zum anfassen.  Das Gelände schauen wir uns lieber von aussen an, erfreuen uns an der Fassade der Stiftskirche.

Wir beenden unseren kleinen Rundgang durch die Stadt mit kulinarischen Genüssen. In der Konditorei Stockhammer gibt es Plunderstücken gefüllt mit Beeren, Rhabarber und Apfel ausser Haus. 

Die leckeren Teile verspeisen wir mitten im Nationalpark mit Blick auf Wiesen und hohe Berge.  

Das Sausen und Brausen des wilden Flusses Enns zwischen den hohen Kalkbergen hat dem Nationalpark seinen Namen gegeben – Gesäuse.

Zum Schutz vor einem geplanten Wasserkraftwerk wurden die Stromschnellen der Enns als Naturdenkmal ausgewiesen und zum Nationalpark ernannt. Jetzt kann man hier Wasserraften, Wandern, Baden, Klettern und Radfahren. 

In Eisenerz stehen wir vor den Treppen einer riesigen Eisenerzmine. Hier wird Tag und Nacht abgebaut. Wir machen eine kleine Abendrunde zum interessanten Friedhof. Auf dem Friedhof gibt es anonyme Gräber. Im metallenen Sterbebuch steht geschrieben, wo der Angehörige begraben ist, entweder unter der Blutbuche oder der Trauerweide. Gleich hinter der Friedhofsmauer ragen die ockerfarbenen Stufen des riesige Tagebaugelände hervor. Seit 1300 Jahren wird hier Erz abgebaut, viele weiterverarbeitende Betriebe können wir auf unserer Strecke sehen.

25.9. Balaton

Die erste Urlaubswoche ist zu Ende.

Der Regen hat uns eingeholt. Fahrwetter. Das WE verbringen wir auf der Piste.  Bis an die ungarische Grenze sind es ca 150 km von Eisenerz nach Eltendorf, wo wir am Ortseingang übernachten.  Die km haben es in sich, obwohl wir auf der Schnellstrasse fahren gibt es  Steigungen und Gefälle, zum Ende der Fahrt dann nur noch Maisfelder und Apfelplantagen. Das ist die Steiermark. Die ersten Weinfelder sehen wir auf ungarischer Seite. Am Nachmittag stehen wir am Balaton mit Seeblick. Die Eisenbahnlinie führt um den ganzen See. Und so  donnert in Abständen immer mal wieder ein Zug vorbei. Das muss man in Kauf nehmen, wenn man erste Reihe stehen will. Nachts wird der Verkehr eingestellt.  Wir vertreiben uns die Zeit mit Erinnerungen. 1984 haben wir das erste Mal Urlaub am Balaton gemacht über Jugendtourist. 40 Jahre ist das her! Wir schliefen in unserem kleinen braunen Fichtelbergzelt. So hat Camping bei uns einmal angefangen. Fred hat die gescannten Bilder auf dem Computer und so schauen wir auf unsere Jugend zurück. 

Damals schön – heute schön. Alles richtig gemacht!

Was uns noch einmal so richtig in alte Zeiten zurückversetzt, ist das Thermalbad Heviz.  Der See erscheint uns viel größer als früher. Die Holzhäuschen sind um einiges erweitert worden. Statt Holzplanken laufen wir auf rutschigen Fliesen bis wir ins Wasser gelangen. Zunächst nur 29 Grad Wassertemperatur. 

Erst im  Zentrum des Sees unter den Häuschen befinden sich die wärmsten Stellen mit 34 Grad aus 38 Metern Tiefe.  Hier sind auch die meisten Badegäste zu finden angefangen ab unserer Altersgruppe bis hin zur Vergreisung. Denn die Quelle verspricht Linderung in Sachen Gelenkentzündungen. Na da bin ich ja genau richtig! Schwefelgeruch wabert über den See,  Magnesium, Kalzium und andere heilende Minerale  sind im  Wasser enthalten.  Die meisten Leute stecken in Schwimmnudeln, um sich über Wasser zu halten. Zusätzlich gibt es Geländer.  In Abständen ertönt ein Klingelton. Alle schieben sich ein kleines Stück am Geländer weiter und warten auf das nächste Klingeln – eine lahme Truppe mit Gummibereifung, die an einer Balettstange hängt und sich synchron auf Klingelzeichen weiterbewegt – das ist total skurril. War das vor  40 Jahren auch schon so?

Lange halten wir es hier nicht aus. Das Wasser macht die Beine schwer.

Das beste kommt zum Schluss, eine ganz heisse Dusche. Schließlich haben wir seit einer Woche nur in Seen gebadet. Jetzt fühlen wir uns das erste Mal wieder  richtig sauber.

Abends machen wir einen Abstecher zum Festetics-Palast in Keszthely.

Die Bibliothek haben wir von damals noch gut in Erinnerung. Das Schloss, die alten Bäume und der Landschaftsgarten sind in tadellosem Zustand, denn hier werden einige EU-Gelder versenkt.  Abends sind kaum noch Menschen unterwegs sind.  Nur zwei Hochzeitspaare sind um optimale Fotos vor der Schlosskulisse bemüht. Ein paar Leute spielen Boule direkt im Schlosshof. Alles sehr gechillt hier. 

Neben einer Badeanstalt bei Vonyarcvashegy finden wir ein schönes Plätzchen direkt am See. Die Ortsnamen sind teilweise so unaussprechlich! Wir kennen nur einen Menschen, der Ungarisch erlernt hat. Das ist Ecki – zu Ostzeiten war er als Reiseführer in Ungarn unterwegs. Er hatte eine ungarische Freundin, Maria, die sogar mal bei uns übernachtet hat. Die Verständigung war nicht so gut aber natürlich haben wir uns sehr bemüht gute Gastgeber zu sein. Die Ungarn sind sehr freundlich untereinander, scheinen sich gerne zu unterhalten. Wir werden auch angesprochen, schade, dass wir keine Worte finden, auch ein wenig Englisch würde nicht viel nützen. Im Bistro konnte die Kellnerin deutsch.

Der Mond scheint auf das Wasser, kein Mensch weit und breit. So haben wir uns das vorgestellt! Doch die Stille ist trügerisch.  Der Parkplatz entpuppt sich in der Nacht  als Angeldomizil. Um 01:00 Uhr werden  Boote zum Nachtangeln ins Wasser gelassen. Morgens fangen Bauarbeiten an, da macht die Eisenbahn noch das geringste Geräusch.  

27.09. Abrahamgegy

Das Wetter ist super, 26 Grad, Sonnenschein. Eigentlich wünschen wir uns nur noch ruhige Nächte, dann ist alles perfekt. Wir baden das erste Mal im Balaton. Um die 20 Grad Wassertemperatur ist sehr erfrischend.

Man kann sich ganz langsam an die Temperatur gewöhnen, denn ein paar Meter sind es schon, bis man bis zum Bauchnabel im Wasser steht. 

Die Badeanstalten sind alle noch geöffnet. In der Nachsaison müssen wir keinen Eintritt bezahlen, die Saison ist schon am 31.8. beendet.

Genau richtig für uns, es ist nichts los! Der See liegt ruhig vor uns, wenig Badegäste, ein paar  Einwohner  nutzen ab nachmittags den See für ausgiebiges Baden.  Kleine Wellen plätschern gleichförmig gegen das das mit Steinen begrenzte Ufer. Entspannung pur.

Genau das brauchen wir auch, denn  ein Ärgernis gab es heute schon.

Nachdem wir ein super Essen im Bistro hatten, steigen wir ins Auto  und wollen schnell wieder an den Badestrand. Wir hätten auf der rechten Spur bleiben müssen und dann wenden, stattdessen haben wir einfach die Linie überfahren und sind links abgebogen. Und da steht auch schon die Polizei! Das gibt einen fetten Strafzettel – 13000 Forint umgerechnet 33 Euro Strafgeld. Als Ungar hätte Fred noch 3 Punkte bekommen. Barzahlung beim Polizisten geht nicht. Der Keszpenzatutalasi Megbizas – Überweisungsschein –  den wir vom freundlichen Polizisten bekommen, muss bei einer Bank oder Post eingelöst werden.  Und die muss man hier  erst einmal finden!

Ein Highlight gönnen wir uns aber noch. Frustabbau am Gipfel von Hegyestü  in 337 Meter Höhe und wir haben das ganze Panorama vom Balaton vor uns. Wir befinden wir uns mitten im Vulkangebiet. Die vor 8 Mio Jahren  ausgebrochen Vulkane haben interessanten Basaltsäulen hinterlassen. Wir kennen das aus Schottland – Giant’s Causeway –  wo die sechseckigen Säulen bis in das Meer hineinreichen. Aber hier am Balaton haben wir diese Vulkanhügel am wenigsten vermutet. 

28.9. Tihany

Inzwischen haben wir ein Morgenritual. Nach dem Frühstück – heute Eier mit Speck-  gehen wir mit einem großen Kaffeepott  zur nächstgelegenen Badeanstalt. Rund um den See gibt es in jedem Ort eine. Die letzten Nächte haben wir meist daneben gestanden.  Oft sind wir die ersten Besucher, haben die ganze Anlage für uns, saubere Toiletten, Duschen, freie Auswahl an Bänken. Die Nachsaison ist wie für uns gemacht! 

Nur ein paar versprengte Angler stehen am Strandende. Karpfen, Zander, Hecht und Aal gibt es im Balaton. Wir haben schon einige Angler gesehen, die mit 4-5 großen Exemplaren nach Hause gehen. Angeln ist hier sehr beliebt. 

Morgens ist der Balaton wellig nachmittags ganz ruhig und glatt. Darauf müssen wir uns erst einmal einstellen. Faszinierend ist auch der alte  Baumbestand in den Bädern, überall große Kastanien, Trauerweiden – die schönsten schattigen Plätze die man sich denken kann, um die Seele baumeln zu lassen, immer mit Blick auf den See. Corona hat sich längst verabschiedet, irgendwann zwischen Österreich und Plattensee.

Die letzte Nacht war ausgesprochen ruhig. Neben uns noch zwei Freisteher, die wir schon einmal gesehen haben ohne Kontakt. Man lässt sich in Ruhe. Das Woher und Wohin erübrigt sich, Freisteher ziehen einfach weiter. Allerdings hat der Typ neben uns seine Internetadresse am ausgebauten LKW stehen. Da werden wir schon ein wenig neugierig… 

Er ist im Internet aktiv und so haben wir bald ein paar Infos zusammen. Er hat 2017 mit Stadtcamping angefangen in einem ausgebauten LKW.

Die sogenannten Arbeitsnomaden sind eine ganz neue Spezies von Campern. Arbeiten und im Womo leben. Für uns ist das ein wenig am Thema vorbei – ist Camping nicht eigentlich ein reines Freizeitvergnügen? Ganz weit weg von Arbeit? Lieber mit dem Fahrrad zum Strand als mit dem Mercedes zur Arbeit!

Diese Nomaden haben Camping für sich noch einmal ganz neu erfunden. Sie sind stolz auf die Minimierung ihrer Welt. Die große Freiheit haben sie damit nicht gewonnen.

Wir lassen alte Zeiten wieder aufleben. Ob wir den Zeltplatz in Balatonakali noch finden, wo wir vor 40 Jahren unser kleines Fichtelberg auf dem Zeltplatz gleich hinter der Bahnlinie stand? Das ist unvergesslich, denn bei jedem Zug, der vorbeifuhr hatten wir das Gefühl, dass er quer durch unser Zelt rauscht. Und tatsächlich gibt es ihn noch! Aber wer bitteschön stellt sich denn heute noch genau neben die Gleise mit Zelt oder Womo? Außerdem ist der Campingplatz inzwischen in die Jahre gekommen lt. Bewertung. Die Badeanstalt daneben ist wieder top und das Wasser einer willkommene Erfrischung bei 26 Grad Lufttemperatur. 

Und noch ein letztes Mal heute geniessen wir den See, diesmal an unserem Übernachtungsplatz auf der Halbinsel Tihany. Hier haben wir bis jetzt den schönsten Blick auf den See. Alle Badegäste sitzen andächtig am Ufer und bestaunen den Sonnenuntergang, der den See in ein rosafarbenes Meer verwandelt. ln diesem Augenblick wünscht sich jeder ein Haus am See oder Meer. Aber wir sind ja die Rollheimers, Fred und Feuerstein, die zieht es ja doch immer an neue Orte – der Weg ist das Ziel!

29.9. Balatonfüred

Das Pärchen, das diese Nacht unweit von uns in ihrem Sprinter verbracht hat, ist ganz auf Sicherheit bedacht. In der Nacht sitzt angeschnallt

eine ausgestopfte Jacke mit Mütze  auf dem Beifahrersitz. Damit wehren sie also Eindringlinge ab. Wir sind jetzt eine Woche am Balaton unterwegs. Keiner stört sich daran, wo vereinzelt Womos stehen. Es gibt keine Verbotsschilder mit einem durchgestrichenen Womo – ein Paradies für Freisteher! Irgendwelche zwielichtigen Typen haben wir bisher nicht gesehen. Man muss eindeutig feststellen, keine Ausländer, ausser Touristen. Dafür hat Orban gesorgt, für ihn sind nur Westeuropäer willkommen. Auffällig ist, dass wir kaum Jugendliche sehen.  Es sind hier nur bestimmte Altersgruppen unterwegs – junge Familien mit Kindern und alles ü50. 

Auf der Halbinsel Tihany finden wir neben der Fähreinfahrt einen schönen Badestrand. Wir gehen durch den Hintereingang auf das Gelände. Sogar Liegen gibt es hier! Irgendein Fest wird auf dem Badegelände vorbereitet.  Wer hier badet erscheint sogar im Bademantel! Allerdings ist das Wasser hier tiefer und sehr kalt, wohl unter 20 Grad. Beste Badetemperatur ist nachmittags. Dann erreicht der See 22-23 Grad. Wir wollen das Gelände zum Mittag verlassen, aber der Hintereingang ist plötzlich zu. Wir müssen über das ganze Gelände zum Haupteingang. Erst da stellen wir fest, dass wir auf dem Badestrand eines Hotels gelandet sind.  Und jetzt kommt es –  Fred stand  vor 40 Jahren genau hier vor dem Eingang des Wimbledon Club! 

Hier das Beweisfoto – aber ist er das oder nicht? Fred? Tommy Ohrner? Hendrik?Oder doch Boris Becker?

Mittags kommen Heimatgefühle auf –  Linseneintopf von Philipps von Metzger Meyer, verlässlich schmackhaft wie schon die Soljanka, die wir vor einer Woche am Hallstätter See in Ösiland verputzt haben. 

Wir sind schon ganz schön weit vom Weg abgekommen, wenn man bedenkt, dass es eine Reise nach Irland werden sollte. 

Am Strassenrand von Tihany sind überall Nischen mit Bänken direkt am See. Ganze Familien sitzen schon am Freitag Mittag dort und geben sich dem Angelvergnügen hin. Wir fahren von der Halbinsel herunter nach Balatonfürend. Unsere Gasflasche muss aufgefüllt werden. Das ist hier ganz unkompliziert und kostet nur 10 Euro, in Deutschland müssen die Gasflaschen  umgetauscht werden und kosten das vierfache.

Balatonfüred ist durch seine Tagore Promenade bekannt. Der indische Dichter und Schriftsteller Rabindranath Tagore hat nach seiner Genesung in einem Sanatorium aus Dankbarkeit einen Lindenbaum im Kurpark gepflanzt. Und so haben das einige berühmte Persönlichkeiten fortgesetzt. Heute stehen wir in einer Allee von großen alten Bäumen – Ahorn, Platanen, Kastanien. Überall an der Promenade stehen Denkmäler der Baumspender.  Die Allee ist schattig und die Luft kühl, sodass man gerne auf Bänken verweilt oder einfach die Allee auf- und abflaniert. 

Abends noch einmal ein erfrischendes Bad abseits von Balatanfüred.  Unweit davon finden wir einen separaten schönen Parkplatz am breiten Schilfrand des Sees. Unzählige Stare finden ihren Nachtplatz im Schilf, nachdem sie mehrere Male in Schwärmen über uns hinwegfliegen bis sie  dann irgendwann zur Ruhe kommen. Ansonsten haben wir hier nicht viele Tiere gesehen ausser Wasservögel. Keine einzige streunende Katze wie es sie zahlreich in Kroatien gibt, kam mir vor die Linse. Das wird sich aber ändern, denn wir sind auf dem besten Weg zum Meer.

30.9.

Es ist kühler geworden. Fahrwetter. Wir entschliessen uns den Balaton zu verlassen, kürzen den Weg mit der Fähre ab. Von der Spitze der Insel Tihany fährt sie nach Szantod. Wir haben es nicht einmal geschafft das Kajak auszupacken. Der See verändert sich ständig über den Tag,  morgens  immer zu wellig, am späten Nachmittag dann spiegelglatt. Dann war es schon wieder zu spät, das Boot auszupacken, wenn man bedenkt, dass es auch noch trocknen muss. Oder waren wir einfach urlaubsfaul? Dafür waren wir ausgiebig schwimmen und haben auch sonst meist unsere Schritteinheit geschafft.  

Wir lassen uns mit der Autofähre über den welligen Plattensee tragen. Fred badet ein letztes Mal. Danach verabschieden wir uns  von diesem sympathischen Land. Es zieht uns weiter auf die Piste, der Sonne hinterher. Wir durchqueren mehrere Dörfer, die sich alle irgendwie ähneln. Wir  haben weiten Blick auf Felder ohne Windräder, durchfahren die fünftgrößte Stadt Ungarns Pecs und kommen auf der Route 66 bis nach Siklos kurz vor der kroatischen Grenze zum Stehen.

Kirchenglocken läuten genau neben uns um 21:00 Uhr. Wo kommt das denn her? Wir haben zwar Vollmond, trotzdem ist es total dunkel. Eine Kirche ist weit und breit nicht zu sehen. In der Hoffnung, dass sie nicht nachtaktiv ist, schlafen wir ein.

01.10. Kroatien  – Bosnien Herzegowina

Der Grenzübergang zu Kroatien ist verwaist. In Nasice machen wir das erste Mal Halt, weil die Schlossanlage uns interessiert, die aus zwei Gebäuden und einem großen Park besteht.  Die ist eigentlich noch im Sanierungszustand, aber wir ignorieren einfach mal den Bauzaun. Die Sanierung hat auch hier einige Mio  EU-Gelder verschlungen. Eines der Gebäude ist sogar dem Schloss Sanssouci nachempfunden.   

Mit unserer Ausbeute vom Bäcker setzen wir uns an einen Stausee nah  der Stadt und futtern uns richtig voll. Seit Ungarn sind gibt es nur noch Weissbrot und  was das bedeutet, wissen wir ja alle – Hüftgold!

Wir passieren heute noch die Grenze von  Bosnien Herzegowina. Das geht hier noch wie zu Ostzeiten vonstatten.  Der Grenzer kontrolliert unsere Ausweise genau, kommt dann sogar aus seinem Häuschen und nimmt uns noch einmal richtig ins Visier.  Mit einem scharfen Doswidanja! dürfen wir weiterfahren.  In entgegengesetzter Richtung hat sich eine riesig lange Autoschlange gebildet. Ab jetzt sind alle Orte  auch in kyrillischen Buchstaben zu lesen. 

Auf der ganzen Strecke bis Sarajevo werden wir an den Krieg erinnert.

Noch heute nach über 30 Jahren stehen überall Ruinen.  Wir sind entsetzt, zum einen was der Krieg angerichtet hat, zum anderen wie aktuell dieses Thema wieder ist. Die Auswirkungen sind katastrophal. Das Land scheint sich davon noch immer nicht erholt zu haben. 

In Maglaj sehen wir die erste grosse Moschee mit zwei Minaretten. Wir sind schwer  beeindruckt. Soviel Moslem haben wir hier gar nicht erwartet aber durch den Krieg sind sie in der Mehrheit. In jedem noch so kleinen Ort sind die Minarette schon von weitem zu sehen.  Ich ziehe  schnell meine Schuhe aus, bevor ich auf den Teppich trete, um ein paar Fotos von der Kuppel der Moschee zu machen. Das Kopftuch spare ich mir – ist ja weit und breit niemand zu sehen.

Wir suchen einen Stellplatz für die Nacht. Langsam dämmert es. Eigentlich wollten wir uns einen schönen Platz auf der Strecke suchen. Stattdessen verzetteln wir uns total und landen mitten in der Stadt Zenica 70 km vor Sarajevo, ein Moloch von überfüllten engen Strassen und Hochhäusern, die jede Menge Menschen verschlingt.  

Zunächst versuchen wir dem zu entkommen, etwas abseits der Stadt einen  Berg anzufahren aber es ist einfach zu dunkel.  Einige streunende Hunde versperren uns den Weg.

Friedhöfe und Sportstätten sind immer der letzte Ausweg, wenn wir nichts finden.  Am Sportpark oberhalb der Stadt hoffen wir auf einen etwas ruhigeren Platz und richten uns für die Nacht ein. 

Zunächst scheint auch alles i.O. zu sein. Aber die Aussicht über die Stadt zieht auch die jungen Leute an. Ein Auto kommt nach dem andern. Die stellen sich natürlich genau neben uns. Als wir um 23 Uhr den Platz genervt verlassen, stehen noch mehr Jugendliche am Strassenrand mit ihren Autos.  Das Auto ist hier das Statussymbol! 

Wir sind einfach nicht für Stadtcamping gemacht. Als wir wieder in die   Stadt hinunterfahren, finden wir einen Stellplatz vor einem Krankenhaus. Wenn hier was passiert, ist  die Ambulance wenigstens gleich nebenan. Und so schlafen wir beruhigt wieder ein.

2.10. Sarajevo

Der Ruf des Muezzin weckt uns um 06:00 zum Sonnenaufgang. Er ruft die Gläubigen über Lautsprecher 5x am Tag zum Gebet im Sprechgesang in arabischer Sprache ca. 10 Minuten lang. Der Gebetsruf erinnert die Muslime an ihre täglichen Pflichtgebete –

Allahu Akbar – Allah ist der Allergrößte!

Während das Krankenhauspersonal zur Arbeit muss, geht unsere Reise weiter. 

Erst als wir aus der Stadt herausfahren können wir erkennen, wieviel Industrieschlote es gibt und wie der Rauch über die ganze Stadt wabert.

Auf der Fahrt nach Sarajevo auf der Autobahn sehen wir weiter zerstörte Häuser. Meist stehen zwei Häuser eng auf einem Grundstück, eine Ruine und ein unverputztes Haus. Die Steine des zerstörten Hauses wurden offenbar für den Aufbau des neuen Hauses auf dem eignen Stückchen Land verwertet. 

Sarajevo ist eine Stadt der Gegensätze. Um uns einen Überblick zu verschaffen, fahren wir auf der dreispurigen Hauptstrasse Richtung Zentrum und wieder zurück. Die Altstadt mit Basar und Moschee ist hinter alten Fassanden versteckt. Mit dem Auto kommt man da nicht ran. Das Auf- und Abfahren durch die Stadt kostet uns viel Zeit. Der blosse Anblick der vielen Hotels mit Glasfassaden im Wechsel mit hässlichen Hochhäusern überfordert uns. Trotz allem ist die Stadt sehr interessant. Für eine Tiefenprüfung reicht es heute nicht.  

Zum Mittag haben wir Sarajevo hinter uns gelassen.  Essen geht immer! Wir kehren in die nächste Gaststätte ein. Es riecht einladend nach gegrilltem Fleisch. Statt eines kleinen Spanferkels dreht sich hier aber ein Lämmchen am Spiess. Wir bestellen jeder ein Portion. Es ist gut gewürzt, crossig, lecker. Wir können in Euro bezahlen. 

Durch das Dinarische Gebirge geht es immer an der Neretva entlang, mal ist der Fluss breit wie ein See, oft wirkt er wie ein Fjord.

 Aussteigen sollten man an Aussichtspunkten nicht, zum einen steht man sofort im Müll und zum anderen lauern die freilaufenden Hunde schon. Sie springen uns vor das Womo und wir haben wieder einmal Mühe, keinen anzufahren. 

Gegen 18:00 Uhr haben wir einen tollen Platz gefunden auf einer Halbinsel, die in den Fluss ragt und abends wie ein stiller See ausschaut. Im Wasser spiegeln sich die Berge. Hier bleiben wir, stellen uns mit dem Womo  direkt neben das Wasser, erste Reihe. Kein Mensch weit und breit. Die Campingstühle werden ausgepackt. Der Muezzin ruft zum Abendgebet am anderen Ufer. Was für ein herrlicher Platz!

Aber die Stille und Romantik sind hier trügerisch.

Fred  bemerkt, dass das Wasser ganz langsam steigt. 

Wir campen genau in der Spitze der Halbinsel, finden den Wasseranstieg zunächst noch nicht bedenklich. Irgendwann läuft das Wasser hinter uns auf der Wiese zusammen. Wir beginnen  das Womo auf den Schotterweg umzuparken. Noch essen wir weiter Abendbrot, füttern die Enten, bis wir  vom den Wasser umkreist sind. Es wird höchste Zeit einzupacken!

Wir steuern das andere Ufer an. Das es höher liegt, konnten wir von unserer Uferseite bereits sehen. Also fahren wir wieder einmal durch die Dunkelheit bis zu einer Freifläche nahe einer Staumauer. Das Anstauen des Wasser sehen wir als Ursache für das Ansteigen des Flusses.

Später  lesen wir in den Kommentaren der Freisteher, dass auch sie von der Überschwemmung überrascht wurden. Die standen aber bereits im Wasser, als sie die Misere nachts bemerkt haben. Wir haben zumindest rechtzeitig reagiert. 

03.10. Mostar

Morgens Fenster auf, Ausblick auf die Berge…und den Müll. Wir sehen diese schöne Natur und dabei stehen wir mitten im Müll. Heute Nacht stand der Wind ungünstig, der Geruch verbrannter Plaste wehte in das Womo. Wahrscheinlich wissen sich die Menschen auch nicht anders zu helfen, als ihren Müll selber zu verbrennen. Unterwegs gibt es immer wieder  Brandstellen mit Müllresten, illegale Müllkippen, an den  Parkplätze quellen die Mülleimer über. Flüsse transportieren ganze Müllinseln. Das ist immer noch ein großes Problem in den Balkanländern. 

Kontrastprogramm – unser Weg führt weiter in die schöne Stadt Mostar.

Schnell finden wir einen Parkplatz, der nur ein paar Schritte von der Altstadt und der legendären Brücke Stari Most entfernt ist. Das ist hier natürlich der Touristenhotspot. Auf dem Weg zur Brücke komme wir durch kleine verschachtelte Gassen. Mit Perlen bestückte Teeservice, Schmuck und Keramik glitzern in der Sonne. Wir kommen uns vor wie auf einem Basar.

Danach stehen wir auf der alten Bogenbrücke. Sie ist das  Wahrzeichen der Stadt und wird von unzähligen Touristen belagert.

Der Clou des ganzen sind die traditionellen Brückenspringer, die sich bereits positioniert haben und ihre Astralköper zu Schau stellen.

Aus 20 Meter Höhe springen Sie in das kalte Wasser der Neretva aber nur, wenn vorher genügend Geld durch die Touristen gesammelt wird – also mindestens 50 Euro. Wir beobachten das Schauspiel eine Weile, haben aber nicht die Ausdauer so lange zu warten. Mit dieser tollen Stadt endet unsere Reise durch Bosnien Herzegowina. Es sind nur noch ein paar Kilometer bis an die Küste von Kroatien. Der Blog pausiert.

DAS MEER RUFT!

09.10. Die Reise geht weiter – Zadar

Eigentlich wissen wir es ja bereits aus den anderen Urlauben, dass man eine Stadt in Kroatien immer früh am Morgen anfährt, damit man überhaupt einen Parkplatz bekommt. Wir versuchen es wieder einmal ohne Erfolg und begnügen uns mit einem Badeplatz ausserhalb der Stadt Zadar. Was uns entschädigt ist nicht nur ein erfrischendes Bad im Meer. Wie der Zufall es will, finden wir genau an der Stelle unseren einzigsten Leuchtturm auf der ganzen Reise. Der steht in einer Luxusanlage, die mit Erholung auf höchstem Niveau wirbt einschließlich Sonnenuntergang mit Leuchtturmromantik. So lange können wir nicht warten. Unsere Rückfahrt steht an,  die schöne Küstenstrasse entlang, die wir schon oft gefahren sind. Auch an unserer Autobahnbucht kommen wir wieder vorbei.

An der roten Brücke Stari Most Maclenica haben wir noch nie das Bungee Jumping beobachten können. Diesmal sind wir ausdauernd, sehen gleich zwei Springer. Unterhalb der Brücke wartet einer vom Team mit dem Schlauchboot, der den Furchtlosen wieder einsammelt und an Land setzt. Der muss dann die ganze Strecke nach oben zu Fuss zurück. Da wird das Adrenalin wieder abgebaut. Diese Brücke war im Kroatienkrieg total zerstört. Das sieht man dem imposante Bauwerk nicht an und wir freuen uns über die Mutigen, die da aus 55 Meter Höhe hinunterspringen. Respekt!

Wir fahren die unglaublich schöne serpentinenreiche Küstenstrasse entlang. Es sind kaum Autos am Nachmittag unterwegs, fast haben wir die Strasse für uns allein, manchmal nur ein paar Meter neben dem Meer, dann wieder oberhalb mit phantastischen Ausblicken.

Neben uns im Velebit Gebirge sind schon die Indianer geritten – natürlich nur im Film, denn hier wurden die Karl-May-Filme gedreht.  

Das beste kommt zum Schluss. Wir gelangen an den kleinen Ort Karlobag – von allem gibt es nur eins  – eine Kirche, eine Konoba, einen kleinen Strand und die Hafenmole. Auf der stehen wir auch ganz allein. Die kleinen Katzis  sind in der Überzahl, verfolgen uns beim Spazieren und posieren direkt vor meine Linse.

Vor uns liegen die Inseln Rab und   Pag. Was für eine Ruhe – was für eine Aussicht! Endlich wieder erste Reihe. Wir haben Sonnenuntergang vom feinsten!!! 

10.10. Rijeka

Das Wetter ist diesig. Die Inseln Rab und Pag liegen wie riesige Saurierrücken im Meer. Wir haben keine Fernsicht und so halten wir an der Küstenstrasse kaum an. 

Ich studiere während der Fahrt die Architektur der Häuser. Die Kroaten haben einen oppulenten Häuserstil mit Säulen und Freitreppen, Rundbögen und Türmchen.  Gern rosa verputzt. An manchen Häusern rankt die schönen Bougainvillea. 

Es gibt Leerstand, Baustellen, halbfertige Häuser ohne Baugenehmigung.

Auffällig ist der Neubau von modernen Wohnanlagen.  Auf Zeltplätzen setzt sich das Mobilhome durch.  

Wir fahren die Küste bis Rijeka zu Ende, finden  dort unseren letzten Badestrand am Ende der Stadt. Die Badegäste verschmelzen mit den Wellen zu kleine schaukelnde Punkten. Der Dunst liegt auch hier über der Stadt, kein Horizont in Sicht.  Wir verabschieden uns von der Leichtigkeit des Sommers, dem klaren Wasser, den Blau- und Grüntönen des Meeres, Kieselstränden, Tintenfischessen, Flatterkleid und Badelatschen. 

Von der Küste sind es nur 50 km bis zur slowenischen Grenze. Das ist wie ein Zeitsprung, plötzlich viel Wald und bunte Blätter, satte grüne Wiesen und bestellte Felder. Der Herbst ist da!

Abends  finden wir einen Stellplatz an einem Dorfrand. Dank der App stehen schon zwei andere Womo hier. Wenn wir viel Strecke machen, braucht es danach noch einen Spaziergang. So spät am Abend wecken wir die  Hunde vom Dorf. Jeder braucht hier anscheinend einen Aufpasser für ungebetene Gäste. Alles große Schäferhunde, das ist ja wie Spießrutenlaufen. Schnell verschwinden wir wieder im Womo und haben eine ruhige  bewachte Nacht. 

11.10. Slowenien

Morgens haben wir uns schon auf den Bäcker gefreut, denn das Angebot in Slowenien ist noch einmal anders als in Kroatien, weniger Blätterteig, mehr Hefeteilchen mit Marmelade und Puderzucker. Da hat sich doch wieder einiges Hüftgold im Urlaub angesammelt. 

Wir fahren bis zu Höhle Postojnska Jama, eine Tropfsteinhöhle, durch die man sogar mit einem Zug fahren kann.  Ab 10:00 ist Einlass. Genug Zeit  es uns anders zu überlegen. Warum sollen wir noch warten und dann 1 1/2 Stunden unter Tage sein? Wieder einmal entscheiden wir uns  nicht bis ins Innere der Höhle vorzudringen, obwohl wir ganz nah dran sind und es uns schon mehrfach vorgenommen haben. Irgendwas ist mit dieser Höhle – es soll nicht sein auch diesmal nicht.

Nach dem Loibeltunnel fahren wir viele Serpentinen durch das schöne Kärnten. Fred taucht noch einmal ins kühle Nass am Wörthersee, 20 Grad Wassertemperatur. Das bringt uns beim Wendemanöver einen Lampenschaden am Womo ein. Ansonsten hat uns das Womo bisher gute Dienste geleistet –

tatsächlich hat es uns in 4 Wochen durch  5 Länder gebracht – 

Deutschland, Österreich, Ungarn, Bosnien Herzegowina, Slowenien, Kroatien.

12.10. Salzburg

Wir stehen zur Nacht mitten im Skigebiet Flachauwinkl neben einem Bach – bei 5 Grad! Kein Mensch weit und breit zwischen den riesigen Bergen, nur noch ein Womo unweit von uns.  Die zwei sehen ja genauso aus wie wir! Der selbe Klamottenstil, der sich nach Kroatien einschleicht, wenn man wieder Richtung Heimat fährt –  unten noch die Badelatschen dran, oben schon der dicke Pullover. 

Spontan entscheiden wir uns für einen Besuch im Schloss Hellbrunn bei Salzburg. Aber nicht ohne vorher eine Stärkung  im Schlosshof zu nehmen. Ich esse zum erste Mal Frittatensuppe. Sehr lecker – das kommt als  Rezeptidee mit nach Hause. Fred entscheidet sich für  marinierten Kalbstafelspitz mit Kernölvinaigrette, Vogelsalat und Käferbohnen. Hört sich so gut an wie es schmeckt. 

Im Schloss Hellbrunn sind die Wasserspiele aus dem 16 Jahrhundert die Sensation – gewesen.  Die chinesischen Touristen sind noch immer so erstaunt und belustigt wie die Hofgesellschaft von damals. 

Es ist interessant und sicherlich meisterhaft, wie alles mit Wasserkraft angetrieben wir, trotzdem  wirkt es heute auf Fred und mich wie ein antiquierter Freizeitpark.

Überall Brunnen, Fontänen oder Wasserstrahlen, die  plötzlich und unerwartet aus Wand und Boden schießen. 

Die Grotten sind renaissancegemäß überladen. 

Alles ist erstaunlich gut erhalten, jede Attraktion funktioniert.

Unsereins wird schnell fusslahm, der Audioguide bleibt zuletzt ausgeschaltet, nachdem uns zu viele Einzelheiten der Figuren aus der Antike erklärt wurden.

Wirklich schön ist der gut besuchte Schlosspark mit den alten Bäumen, der von den  Einheimischen genutzt wird. 

Ein ganz natürliches Wasserspiel sind  die überdimensionalen Karpfen in den Schlossteichen. 

Wir sind wieder auf der Jagd nach dem Wiener Schnitzel und nach einem  Parkplatz. Bis zur Altstadt kommen wir nicht, halten an der Verkaufsstelle von Stiegl. Die Stieglbrauerei ist die größte private Bierbrauerei Österreichs. Wir müssen uns erst einmal einen Überblick über die ganze Sortenvielfalt verschaffen,  decken uns mit dem saisonalen Stiegl Herbstbräu, Radler,  alkoholfreiem Freibier, Stiegl hell und Gipfelstürmer ein. Den Verkäufer fragen wir nach einer  guten Gaststätte. Der schickt uns natürlich zur Stiegl Brauereiwelt mit eigenem Biergarten und gibt uns gleich noch einen Gutschein Freibier dazu. Unter Kastanien sitzen wir dann im Innenhof der Brauerei und bekommen endlich unser Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat und ein kühles Bier dazu. Oberlecker!

Im Shop schauen wir uns nach weiteren Biervarianten um, bekommen wieder  Freibier, damit unsere Kaufkraft noch einmal richtig angeheizt wird.  Das haut uns dann die Beine Weg. Im Womo gehen wir sofort in Schräglage. Gut dass wir unseren Rollheimer gleich nebenan auf dem Parkplatz stehen haben. Kurz  „Rausch“ ausschlafen,  bevor es wieder auf die Autobahn geht.  Fred hat  Bedenken wegen der Bierfahne. An der Grenze  erfolgt aber weder Zoll- noch Alkoholkontrolle.  

14./15. 10. 

Wir machen am nächste Morgen da weiter, wo wir aufgehört haben – mit einem Brauereibesuch – bei Wieniger in Teisendorf. Noch ist es etwas früh für die Verkostung. Deshalb ziehen wir mit einem Filzbeutelchen verschiedener Biersorten wieder ab.  

Finde den Unterschied!

Ein zweites Frühstück bei der Marktbäckerei Neumeier, Brot und Brötchen für unterwegs. In der Metzgerei Pickl gibt es dazu den Belag. Jetzt heisst es Strecke machen. Fred meistert das seit drei Tagen souverän.  

Am Nachmittag finden wir sogar noch einen kleinen Badesee bevor wir unseren letzten Stellplatz hinter Bayreuth finden bei Würsberg Autoabfahrt Marktschorgast auf einem Womo-Stellplatz. Wem es hier gefällt, der kann einen kleinen Obolus in der Kasse hinterlassen. Das Plätschern des Baches neben uns verspricht eine ruhige Nacht zu werden. 

Mit kleinem Abstecher nach Schleiz schließen wir unseren Urlaub wie immer ab. Pilze suchen – der Wald ist nass  und es regnet gerade. Willkommen in Deutschland, willkommen im Herbst! Aber kein Pilz weit und breit. Macht nichts. Wir freuen uns auf zu Hause. Die Kinder  warten schon auf uns mit einem leckeren Chinaessen. 

Außerdem haben  wir  ja den ganzen Kofferraum voll….

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