Werbellinsee August
Der Sommer ist wieder zurückgekehrt, über 30 Grad, in der Nacht 20.
Verlängertes WE einschließlich Montag.
Wir starten gegen 10:00 Uhr und fahren gegen Mittag einmal um den Werbellinsee. Wir finden keinen Parkplatz für unser Womo. Alle Urlauber und Berliner sind schon längst da!
Unweit des Schlosses Hubertusstock, ca eine halbe Stunde Seeentfernung gibt es einen größeren Parkplatz mitten im Wald, schattig, für die Nacht super geeignet, ruhig und gerade. Also schön – Mittagessen und dann machen wir uns eben zu Fuss auf zum See. In der Nähe ist ein Zeltplatz angezeigt. Tagesgäste müssen für die Badestelle allerdings 7 Euro bezahlen. Für eine Badestelle in freier Natur?
Nicht mit uns, stattdessen laufen wir zur Anlegestelle des Schlosses Hubertusstock unweit vom Zeltplatz und erhaschen dort noch ein Stück Badezugang. Wenigstens eine kleine Abkühlung. Es ist heute wieder heiss und drückend, um die 30 Grad, Vollsonne. Am Waldrand finden wir die ersten Pilze in diesem Jahr – Sandpilze.
Den Nachmittag verbringen wir nur noch am Auto auf dem Waldparkplatz, wie der alte Mann vor uns, auch ein Berliner der die ganze Zeit abwechselnd in seinem Auto sitzt, dann raus einmal ums Auto rum und wieder rein, rein raus, rein raus. Irgendwann beschäftigt er sich mit einer Uhr, die er aus dem Kofferraum zieht, so eine große Küchenuhr. Das ist das seltsame Verhalten der Großstädter, wenn sie auf Natur losgelassen werden.Was er mit der Uhr vorhat, werden wie nie erfahren. Aber irgendwann kommt die richtige Unterhaltung, das war nur der Vorfilm
Nach und nach fahren Oldtimer das Schloss an, genau an unserem Parkplatz vorbei. Im Schloss Hubertusstock versammeln sich Autoliebhaber. Für uns gibt es keinen Zugang. Das Schloss ist inzwischen privat und nur für Tagungen und solche Events wie heute gedacht. Von Wolga bis Manta alles dabei.
Wir sind inzwischen flexibel, haben gelernt, dass man die Nächte auch abseits verbringen kann und ein See auch am Abend schön ist und zum erfrischenden Baden einlädt. Wir fahren also zum zweiten Mal an die Badestelle mit dem Womo.
Auf dem Wasser ist noch immer was los, Boote, Musik und auf der Strasse neben dem See knattern die Motorräder.
Nach dem Bad wieder zurück in der Stille des Waldes schlafen wir ausgezeichnet fast ohne Ruhestörung. Ein Womo landet nachts noch an, verhält sich ruhig, da sind wir zu dritt – ansonsten ist der grosse Platz leer, der Mann mit der Uhr längst abgefahren.
Den nächsten Vormittag finden wir noch immer keinen Parkplatz am Werbellinsee, suchen also den nächstgelegenen auf in Friedrichswalde – Krummer See mit schöner Badestelle und Liegewiese. Kajak kann man nicht einsetzen, dazu ist der See zu klein. Anfangs sitzen wir hier fast allein im Schatten eines Baumes. Nach und nach treffen einheimische Familien ein. Das Dorf scheint sich in zwei Gruppen zu teilen, wahrscheinlich Einheimische und Hinzugezogenen. Alle haben Kinder von Baby bis Pubertät.
Wir fahren zurück an unseren Waldparkplatz, die letzte Nacht stehen wir allein, denn die WEler müssen wieder arbeiten. Wir haben unser WE um einen Tag verlängert und finden am Montag endlich genug Parkplätze direkt am Werbellinsee. Wir können das Kajak direkt am See auspacken, gegenüber Lost Places einer leer stehende Jugendherberge. Sie ist schon seit 20 Jahren verlassen, obwohl Seeblick scheint das Objekt nicht lukrativ genug zu sein.
Der See ist sehr klar und grün, auch für Taucher attraktiv und für Kajakfahrer wie uns, Montag natürlich besonders ruhig, ein paar Hütten am Ufer, ein wenig Schiffsverkehr. Nach ausgiebigem Paddeln und Baden geht es wieder zurück nach Hause, der Werbellinsee ist nur 50 km von Berlin entfernt, kurze Fahrt ohne Rückstau – denn es ist ja Montag! Ob wir ihn noch einmal zu so einem heissen Sommer-WE anfahren, werden wir uns überlegen. Es gibt genug Alternativen rund um Berlin.